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Operation Lorraine

Einleitung

Während sich im Herbst 1952 die Schlacht um das Thai-Hochland abzeichnet, plant General Salan in Hanoi eine Großoffensive in die Region Phu Doàn, um den Gegner nach dort zu lenken.

Phu Doàn, an der Route Coloniale 2, nordwestlich an der Mündung des Song Chay in den Riviere Claire gelegen, ist weit außerhalb des des französisch besetzten Gebietes innerhalb der De-Lattre-Linie gelegen, einer der Stützpunkte der Vietminh.

An der kombinierten Boden- und Luftlandeoperation sind neben
dem Groupement Aéroporté 1 (3e B.P.C., 1er B.E.P. und 2e B.E.P.) unter Lieutenant-Colonel Ducourneau,
der G.M. 1 unter Lieutenant-Colonel Bastiani,
der G.M. 3 (u.a. I/2e R.E.I.) unter Colonel Moneglia und
der G.M. 4 (u.a. II/2e R.E.I.) unter Colonel Kergaravat ,
auch maritime Einheiten (Dinassaut) eingesetzt.

Karte des Großraums nordwestlich von Hanoi, mit Phu Doan, Chan Mong, Ngoc Thap und Phu Tho (6,1 MB)

Roter Fluss, 29. Oktober bis 8. November 1952

Am Abend des 29. Oktobers 1952 setzen Boote mit französischen Truppen von Trung Ha aus über den Roten Fluss und setzten diese am Ostufer des Roten Flusses ab.
In den folgenden Tagen, bis zum 4. November 1952 werden drei Brückenköpfe am Ostufer des Roten Flusses gebildet.

Von dort aus beginnen die G.M. 1 und 4 mit ihrem Vormarsch in Richtung der R.C. 2, wo sie sich bis zum 7. November 1952 in Ngoc Thap vereinigen.

Zwei gegnerische Bataillone des Regiments 176 weichen aufgrund der Übermacht der französischen Truppen in die Berge aus.
Die französischen Truppen haben nun ein Gebiet von ca. 800 Quadratkilometern ohne großen Widerstand besetzt.

Vorstoß auf Phu Doàn am 9. November 1952

Am Morgen des 9. November 1952 beginnen die Flugzeuge von Hanoi aus mit dem Absetzen der Fallschirmjäger des G.A.P. 1 auf der Westseite des Riviere Claire, in Höhe von Phu Doàn.

Gleichzeitig setzt sich das Dinassaut 3 über den Riviere Claire in deren Richtung in Bewegung, um die Fallschirmjäger aufzunehmen und nach Phu Doàn überzusetzen.

Zudem beginnen die G.M. 1 und 4 von Ngoc Thap aus, über die R.C. 2, mit dem Vormarsch in Richtung des 27 Kilometer entfernten Phu Doàn.
Am frühen Morgen stoßen zunächst die gepanzerten Einheiten der G.M. vor und beseitigen eine Straßensperre in Höhe des Tals von Chan Mong. Auch hier ziehen sich die Vietminh zurück und weichen einem größeren Gefecht aus.

Gegen 15:00 Uhr gelingt der Zusammenschluß der Dinassaut mit den Fallschirmjägern und letztere werden über den Fluss gebracht.
Ohne Widerstand kann darauf Phu Doàn eingenommen werden. Die Vietminh waren offenbar durch das schnelle Manöver überrascht, da bei der Durchsuchung der vom den Bewohnern verlassenen Stadt und der Umgebung ungeheure Mengen an Waffen und Kriegsmaterial aufgefunden werden können.

Auch die eingetroffenen G.M. 1 und 4 sichern noch am Nachmittag die Stadt.

Vorstoß bis Phu Yen am 14. November 1952

Nachdem sich Phu Doàn solide in französischer Hand befand, stießen die G.M. 1 und 4 weiter in Richtung Yen Bay vor.
Es geht vorbei an Phu Hien und man erreicht am 14. November 1952 Phu Yen, 55 Kilometer von Phu Doàn und 166 Kilometer von der De-Lattre-Linie entfernt.

Nun stellte sich das Problem des Nachschub für solche großen Truppenkontigente weit außerhalb des eigenen Radius.
Zudem wurden die Ressourcen für den Nachschub im Thai-Hochland gebraucht, wo die französischen Posten unter dem Druck der Vietminh standen.

General Salan entschloß sich daher am 14. November 1952 für den Rückzug.

Am 15. November 1952 erreichen Fallschirmjäger und G.M. wieder Phu Doàn, wo sich die Kräfte für den Rückzug sammeln.

Hinterhalt von Chan Mong am 17. November 1952

Im Morgengrauen des 17. November 1952 beginnt die zweite Phase des Rückzugs, der 27 Kilometer lange Weg von Phu Doàn nach Ngoc Thap.
Die G.M. 4 bilden die Vorhut, die G.M. 1 die Nachhut. Unterstützt werden sie von Artillerieeinheiten und gepanzerten Einheiten.

Im Talkessel von Chan Mong kommt es zu einem folgenschweren Hinterhalt.
Im kompletten Tagesverlauf des 17. November 1952 kämpfen sich beiden G.M. unter heftigen Angriffen mit Unterstützung der Artillerie und der Luftwaffe durch den Talkessel.
Hier zeichnet sich insbesondere das II/2e R.E.I. bei der Öffnung der Straße aus.

Siehe dazu auch Einheiten > II/2e R.E.I. > Chan Mong.

Erst am frühen Abend erreicht man das Dorf Thai Binh, am Ausgang des Talkessels.
Sich dort zu halten, scheint nicht möglich und so schlägt man sich durch die Nacht, die R.C. 2 entlang, nach Süden durch.

Vietri, 18. bis 23. November 1952

Bis zum Morgen des 18. November 1952 kommen die beiden G.M. an Ngoc Thap vorbei, zum Brückenkopf nach Vietri durch.

Dort wird das Ausmaß des Überfalls von Chan Mong deutlich. Beide G.M. haben zusammen 56 Tote, 133 Vermisste und 123 Verletzte zu beklagen.
Dazu musste ein Dutzend Fahrzeuge, darunter ein Panzer und sechs Halftracks zurückgelassen werden.

Unterdessen ziehen sich am 18. November 1952 auch die weiteren Kräfte aus der Region zurück.
Darunter das I/2e R.E.I. aus Ngoc Thap. Unter ständigem Druck des Gegners geht es weiter bis nach Vietri.

Der Brückenkopf in Vietri wird noch bis zum 23. November 1952 gehalten.

Überfall auf Phu Duc, 24. November 1952

Die Stadt Vietri, 8 Kilometer vor der De-Lattre-Linie, wird durch die zwei Aussenposten Co Tich und Phu Duc geschützt.

Am 24. November 1952, gegen 02:00 Uhr, greift das Regiment 36 der Vietminh die beiden Aussenposten an.
Während Co Tich durch schweres Granatfeuer zur Passivität gezwungen wird, greifen die Vietminh mit ihrer zahlenmäßig überlegenen Infanterie den Posten Phu Duc an, welcher nur durch eine Compagnie des 1er Muong gehalten wird.

In dem ungleichen Kampf können die Muong kaum zwei Stunden durchhalten, dann überrennen die Vietminh Phu Duc.

Durch einen mit Panzern verstärkten Gegenangriff auf Phu Duc können gegen 05:00 Uhr morgens immerhin noch 40 Verwundete evakuiert werden.
Aber es bleiben 42 Vermisste, neben 12 aufgefundenen Toten.

Nach diesem Überfall vernichten die französischen Truppen auch ihre letzten Befestigungen ausserhalb der De-Lattre-Linie und ziehen sich bis zum 26. November 1952 vollständig zurück.

Bilanz

Mit den Verlusten aus Phu Duc summieren sich die Verluste der französischen Truppen für die Operation Lorraine auf fast ein komplettes Bataillon.
Hinzu kommen die in Chan Mong verlorenen LKW und Panzer.

Dagegen stehen die in und um Phu Doàn aufgefundenen Kriegsmaterialien, hauptsächlich sowjetischer Herkunft, welche zum ersten Mal die direkte sowjetische Unterstützung der Vietminh bewiesen.

Neben einem Jeep und fünf Molotova LKW, wurden 150 Tonnen Munition, 500 Gewehre, 100 Maschinenpistolen, 52 MG und Sturmgewehre, 32 Mörser, 23 Bazookas und 3 S.K.Z sichergestellt.