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Pince de Homard

1° Bataillon du 2° R.E.I.

Februar 1946 - Ankunft in Indochina

Das I/2e R.E.I. geht unter Commmandant Orsini und Capitaine Alexandre mit dem Rest des 2e R.E.I. am 06. Februar 1946 in Saigon von Bord der Cameronia.
Am 08. Februar 1946 wird das Bataillon von Saigon aus auf der Duquesne entlang der Küste Annams nach Nha Trang in Süd-Annam verbracht.

Im Jahr 1946 ist das I/2e R.E.I. in Süd-Annam eingesetzt und übernimmt nach seiner Ankunft zunächst den Sektor von Phan Rang.
Während der P.C. des Bataillons seinen Sitz in Phan Rang aufschlägt, rotieren die Kompanien und Sections auf verschiedenen Posten in der Region.

So übernimmt die 1re Compagnie von Capitaine Dussert mit den Lieutenants Arbaud, Girvès, Cazalet, Cabiro und Mennesson zunächst den Bereich der Bucht von Cam Ranh, mit Posten u.a in Ba Ngoi, Hiep My, Tra Pang und Trai Ca.

Die 2e Compagnie in Tour Cham wird von Capitaine Pissard geführt. Dieser wird dabei von Lieutenant Decottignies unterstützt, da Pissard bald unter gesundheitlichen Problemen leidet.
Die Sections Nadal, Gorce, De la Condamine und Andrieu verteilen sich auf Posten entlang der Route Coloniale 11 in Richtung Dalat, von Tour Cham, über Tan My bis Krong Pha.

Die 3e Compagnie wird zunächst von Capitaine Petit, sowie u.a. den Lieutenants Caillaud und Oudar geführt.

Die 4e Compagnie wird von Capitaine Dompgnac-Latour geleitet und besetzt Posten um Hoa Trinh, wie jenen von Sous-Lieutenant Schmit im Hafen von Khanh Hoi nur wenige Kilometer nordöstlich von Phan Rang.

Karte der Region Phan Rang (6,4 MB)

Februar bis November 1946 - Phan Rang in Süd-Annam

Zu dieser Zeit gibt es nur wenige Guerillaverbände in der Region Phan Rang. Und so operieren die Sections des I/2e R.E.I. meist allein von ihren Posten aus.

Zum ersten Gefecht kommt es für die 1re Compagnie aber bereits am 18. Februar 1946 bei einer Patrouille nahe des Dorfes Couit. Fünf Vietminh werden getötet und deren Waffen erbeutet.

Den 28. Februar 1946 attackieren Vietminh den Posten Tan My an Route Coloniale 11 in Richtung Dalat. Der Angriff kann aber von der Postenbesatzung, einer Section der 2e Compagnie des I/2e R.E.I. unter Lieutenant Ladreit De La Condamine, erfolgreich abgewehrt werden.
Auch der Posten in Krong Pha von Aspirant Andrieu wurde in der gleichen Nacht angegriffen.

Am 02. April 1946 unternehmen Teile der 2e Compagnie eine Operation auf Tra Kro und Xom Coi. Dabei kann in Xom Coi ein Lager der Vietminh aufgestöbert werden.
30 Gewehre und zwei F.M. werden sichergestellt.

Den 30. April 1946 feiert das I/2e R.E.I. in Phan Rang. Viele Legionäre können nicht teilnehmen, da sie ihre Posten halten müssen.

Am 01. Mai 1946 wird eine Patrouille des I/2e R.E.I. bei Hoa Trinh überfallen. Bei dem Gefecht sterben 15 Angreifer, doch auch Sous-Lieutenant Ducaruge wird dabei durch Schüsse in die Brust schwer verletzt.
Lieutenant Jaunâtre bringt ihn noch von Phan Rang nach Nha Trang ins Hospital, doch dort verstirbt Sous-Lieutenant Yves Ducaruge.

Den 08. und 09. Mai 1946 unternimmt das I/2e R.E.I. seine erste und einzige Operation in Bataillonsstärke. Nach Informationen welche durch Capitaine Croze, den Aufklärungsoffizier des Bataillons erlagt werden konnten, haben die Vietminh ein Camp im Bereich des Pince de homard, einem Tal westlich von Phan Rang.
Es kommt zu kleineren Gefechten, doch viele der Vietminh können fliehen. Ihr zurückgelassenes Material wird durch Sous-Lieutenant Barthez und seine Section Pioniere gesprengt.

Siehe dazu Pince de Homard, am 08. und 09. Mai 1946

Nördlich von Ba Ngoi ereignet sich im Mai 1946 der spektakuläre Unfall des Colonel Babonneau, des stellvertretenden Commandant des 2e R.E.I., bei der Passage eines Bahnübergangs. Das I/2e R.E.I. unterstützt bei der Bergung der Verletzten.

Im Juni 1946 wechseln die Kompanien ihr Posten. Die 1re Compagnie übernimmt nun von Phan Rang aus die Aufgabe der Interventionskompanie.
Die 2e Compagnie übernimmt Posten der 1re Compagnie wie Ba Lap, nördlich von Tour Cham an der Bahnstrecke gelegen.

In der 3e Compagnie gibt es zu dieser Zeit eine Besonderheit. Lieutenant Caillaud hat ein berittenes Peloton mit einheimischen Pferden erschaffen und führt dieses bei Operationen.

Zunächst wird es im Juni 1946 etwas ruhiger im Sektor Phan Rang. Doch es gibt weiterhin Ausfälle durch Krankheit. Bei der 3e Compagnie verstirbt Capitaine Petit am 22. Juni 1946 an Typhus und muss durch Capitaine Croze ersetzt werden.

Vom 19. bis zum 21. Juli 1946 beteiligt sich das I/2e R.E.I. an einer Operation auf die Insel Poulo Cecir De Terre, vor der Küste zwischen Ca Na und Phan Ri gelegen.
Im Anschluss daran, wird der Gegner im Sektor Phan Rang wieder aktiver.

Am 26. Juli 1946 muss die 3e Compagnie einen herben Schlag erleiden. Vom Posten Son Hai aus unternimmt eine sechsköpfige Gruppe Legionäre der 3e Section unter Adjudant-Chef Delhaye auf zwei Dschunken eine kleine Landungsoperation auf das Dorf Vinh Tuong, südlich von Phan Rang. Dort ist man jedoch gewarnt und überrascht die Legionäre bei der Landung am Strand, es gibt kaum eine Chance zur Gegenwehr. Und so findet eine Aufklärungspatrouille am nächsten Tag nur noch zwei Leichen. Die anderen Toten werden nie gefunden.

Ebenfalls noch im Juli 1946 wird die 1re Compagnie des I/2e R.E.I. für einige Wochen nach Phan Tiet abgeordnet, zur 10e Compagnie des III/2e R.E.I.
Im Oktober 1946 führt eine Operation der 1re Compagnie auf ein Camp der Vietminh bei Phong Dien zum Erfolg. 18 Vietminh werden dabei getötet.
Doch auf dem Rückweg werden die LKW der 1re Compagnie nahe Ca Na beschossen, ein Sergent wird getötet, zwei Legionäre verletzt.

Derweil wurden im Sektor Phan Rang die Posten wieder gewechselt. Auch dort gibt es Verluste.
Am 26. Oktober 1946 fällt Capitaine Croze bei einer Operation auf ein Camp der Vietminh im Tal von Ho Da Manh südwestlich von Phan Rang und wird durch Capitaine Le Doucen an der Spitze der 3e Compagnie ersetzt.

Den 17. November 1946 wird die 1re Compagnie schließlich wieder zum Rest des I/2e R.E.I. nach Phan Rang verlegt.
Ende November 1946 werden auch die anderen Einheiten des I/2e R.E.I. in Phan Rang zusammen gezogen um nach Saigon zu verlegen.

Karte der Region Phan Rang (6,4 MB)

November 1946 - Saigon

Die 1re und die 4e Compagnie machen die Vorhut und fahren mit dem Rafale nach Saigon, ins Camp Petrus Ky. Der Rest des I/2e R.E.I. verbleibt noch für einige Tage in Phan Rang, bis die Posten dem II/2e R.E.I. übergeben sind.

In Saigon komplettiert, erwartet das I/2e R.E.I. zunächst mehrere Tage lang eine Verlegung nach Kambodscha. Es kommt jedoch anders.

Am Morgen des 03. Dezember 1946 verlässt das I/2e R.E.I. Saigon auf der Tourville in Richtung Tonkin. Nach den blutigen Zwischenfällen am 20. und 23. November 1946 in Haiphong, werden dort dringend Kräfte benötigt.

Auf dem Schiff kann man Bilanz ziehen. Bereits die ersten zehn Monate in Indochina haben das I/2e R.E.I. 64 Tote und 90 Verletzte gekostet, praktisch eine ganze Compagnie.

Dezember 1946 - Hai Duong in Tonkin

Das I/2e R.E.I. richtet sich nach seiner Ankunft am 05. Dezember 1946 zunächst in Haiphong, beim ebenfalls frisch eingetroffenen I/3e R.E.I. ein.

Nach den vorangegangenen Auseinandersetzungen in Haiphong herrscht dort die Ruhe vor dem Sturm. Die französischen Truppen kontrollieren die Stadt, die Vietminh die Außenbezirke und auch die Verbindung nach Hanoi. Es kommt zunächst nur zu kleineren Gefechten.

Nach dem Ausbruch der offenen Kämpfe in Tonkin am 19. Dezember 1946, wird das I/2e R.E.I. aber schließlich eingesetzt. Ziel ist es, die Verbindung zwischen Haiphong und Hanoi wieder herzustellen und in Hai Duong die Einheiten des eingeschlossenen 6e R.I.C. zu unterstützen.

Karte des östlichen Deltas mit Haiphong und Kien An (5,9 MB)

Ab 21. Dezember 1946 bricht das I/2e R.E.I. von Haiphong aus auf. Nachdem der Song Kinh Mon per L.C.T. von Haiphong aus in Richtung Hai Duong hinaufgefahren wurde, können Dörfer wie An Thai gegen Widerstand eingenommen werden. Die Vietminh hatten sich hier in Bunkern verschanzt.
Es gibt einige Gefallene beim I/2° R.E.I., darunter Sergent Arthur Genin.
Den 22. Dezember 1946 geht es von An Thai aus zu Fuß entlang der Route Coloniale 5 in Richtung Hai Duong weiter. Dabei kommt es zu vereinzelten Schusswechseln.
Am Abend des 23. Dezember 1946 wird der Song Thai Binh, östlich von Hai Duong, erreicht. Die Brücke ist zerstört und man ist zunächst blockiert.

Den Morgen des 24. Dezember 1946 setzt das I/2e R.E.I. mit L.C.A. und L.C.M. über den Song Thai Binh und stößt auf Hai Duong vor. Die 3e Compagnie von Capitaine Le Doucen geht über die Hauptstraße vor und trifft auf zahlreiche errichtete Bunker und Hindernisse. Auch die 4e Compagnie hat Schwierigkeiten, da sie die von den Vietminh besetzte Festung der Garde Indochinoise passieren muss. Bis zum Abend gibt es heftige Straßenkämpfe in Hai Duong und die Nacht muss vor Ort verbracht werden.

Am 25. Dezember 1946 setzen sich die Gefechte in Hai Duong fort, man stößt weiterhin auf erbitterten Widerstand und muss sich teilweise Haus für Haus vorkämpfen. Für Verluste sorgen insbesondere die Heckenschützen der Vietminh.

Hai Duong

Blick auf die Stadt


In der Nacht auf den 26. Dezember 1946 fliehen schließlich die letzten Vietminh aus der Stadt.
Das I/2e R.E.I. hat seine Aufgabe erfolgreich erfüllt, die eingeschlossenen Stadt Hai Duong, wo sich Teile des 6e R.I.C. seit Tagen verschanzt hatten, ist befreit.

Doch die Kämpfe forderten ihren Tribut. Das I/2e R.E.I. hat einige Gefallene und zahlreiche Verletzte.
Etwa 40 Männer des Bataillons fallen durch Verletzungen aus. Darunter Offiziere, wie Capitaine Dussert und Lieutenant Mennesson von der 1re Compagnie.

Karte des mittleren Deltas mit Hai Duong und Nam Dinh (6,1 MB)

Januar bis Mai 1947 - Hai Duong in Tonkin

Anfang 1947 ist das I/2e R.E.I. weiterhin um Hai Duong eingesetzt, um die Gegend zu halten und zu säubern. Hauptsächlich entlang der Route Coloniale 5 in Richtung Hanoi.

So können am 04. Januar 1947 durch die 1re Compagnie, welche nun von Lieutenant Girvès geführt wird, bei einem Angriff auf eine Stellung der Vietminh am Kanal von Ke Sat 25 Vietminh ausgeschaltet werden. Die Section Cabiro verliert bei dem Angriff Caporal Kerndl.

Von den Vietminh zerstörte Brücken müssen wieder aufgebaut werden, wie jene von Lai Khe, welche durch die 2e Compagnie geschützt wird.
Den 13. Januar 1947 ist die Route Coloniale 5 nach Hanoi schließlich wieder offen. Die nächsten Tage wird auch die Bahnverbindung wieder hergestellt.
Capitaine Dussert kehrt derweil zur 1re Compagnie zurück, zudem ersetzt Lieutenant Boge den verletzten Lieutenant Mennesson.

Die Operationen in der Region werden täglich weiter fortgeführt. Immer wieder trifft man auf Widerstand. So am 13. Februar 1947 beim Angriff der 1° Compagnie auf eine Stellung der Vietminh in Than Thuang bei Gia Loc, südwestlich von Hai Duong.
Mit Adjudant Edel fallen die Legionnaires Johann Berg, Franciscus Meeuwsen und Edouard Nicasso. Der Legionaire Gerhard Friedrich zeichnet sich im Gefecht besonders aus, indem er seinen verletzten Gruppenführer unter gegnerischem Feuer birgt.

Die anhaltenden Operationen in der Region fordern nach und nach weitere Verluste, aber das Bataillon erhält keinen Renfort. So werden die Kompanien des I/2e R.E.I. teilweise auf drei Sections reduziert.

Vom 18. bis 23. März 1947 unternimmt das I/2e R.E.I. in der Operation Marius von Hai Duong aus einen erfolgreichen Vorstoß auf die gegnerischen Zentren in und um Sept Pagodes an der Route Coloniale 18.
Zunächst wird Dong Trieu am 18. März 1947 gegen geringen Widerstand eingenommen. Insbesondere die 2e Compagnie zeichnet sich dabei aus.

Entlang der Route Coloniale 18, über die Brücke von Dam Thuy und weiter über Chi Ngai und Mat Son geht es dann schnell vorwärts für den Hauptteil des I/2e R.E.I., während die 2e Compagnie des I/2e R.E.I. auf dem Fluß in Richtung Sept Pagodes hinauffährt.
Gegen geringen Widerstand kann Sept Pagodes früher als geplant eingenommen werden. Die Stadt wurde von den Vietminh stark zerstört, doch der französischen Einflussbereich im Tonkin-Delta konnte durch die Operation weiter vergrößert werden.

Karte des nördlichen Deltas mit Hanoi und Sept Pagodes (6,6 MB)

Einen Monat später, am 25. und 26. April 1947 nimmt das I/2e R.E.I. an der Befreiung von Kien An, südwestlich von Haiphong, teil.
Über den Song Van Uc und den Song Da Do wird das Bataillon bis in die Nähe von Kien An verschifft.
Bei dem Vorstoß auf Kien An trifft man auf teilweise sehr erbitterten Widerstand. Insbesondere die 1re und die 3e Compagnie des I/2e R.E.I. haben mit den verschanzten Vietminh ihre Mühe, bevor die Stadt schließlich eingenommen werden kann.

Karte des östlichen Deltas mit Haiphong und Kien An (5,9 MB)

Nach der Befreiung von Kien An kehrt das Bataillon wieder nach Hai Duong zurück. Dort wird am 30. April 1947 Camerone gefeiert.
Bei der 2e Compagnie gibt es einen Führungswechsel. Lieutenant Decottignies rückt nach, als Capitaine Pissard die Compagnie verlässt.

Um den Verkehr zwischen Haiphong und Hanoi wieder fließen zu lassen, ist das I/2e R.E.I. auch auf Posten an der Route Coloniale 5 um Hai Duong und bei der Begleitung von Konvois auf selbiger Straße eingebunden.

Es kommt dort zu Überfällen und Hinterhalten, wie am 04. Mai 1947 bei Mao Dien. Ein Konvoi wird dort auf der Strecke zwischen Hai Duong und Ke Sat angegriffen.
Den Begleitschutz stellt die Section Cabiro der 1re Compagnie des I/2e R.E.I., welche mit dem Konvoi von den Vietminh eingekreist wird.
Glücklicherweise kann die Section Caillaud der 3e Compagnie des I/2e R.E.I. vom Posten Chy Khe aus rechtzeitig unterstützen und die Angreifer zurückschlagen.

Im weiteren Verlauf des Mai 1947 beruhigt sich die Lage in der Region Hai Duong aber und so wird bald schon geplant, das I/2e R.E.I. an anderer Stelle des Tonkin-Deltas einzusetzen.

Karte des mittleren Deltas mit Hai Duong und Nam Dinh (6,1 MB)

Juni bis Dezember 1947 - Nam Dinh in Tonkin

Am 11. Juni 1947 wird das I/2e R.E.I. schließlich von Hai Duong nach Nam Dinh entsandt. Von Hai Duong geht es zunächst per Zug nach Hanoi.
Von dort wird das Bataillon dann am nächsten Morgen auf dem Roten Fluss nach Nam Dinh verschifft. Lediglich die 2e Compagnie muss den Landweg beschreiten.

Die Region Nam Dinh wird der neue Einsatzbereich des I/2e R.E.I., wo es das I/3e R.E.I. herauslöst und bis 1948 operieren wird.
In und um Nam Dinh werden Posten besetzt, von denen aus immer wieder Patrouillen unternommen werden.

Das I/2e R.E.I. ist das einzige Bataillon in Nam Dinh. Dem entsprechend hoch sind die Anforderungen bei der Befriedung des lebhaften Sektors. Die schwierige Versorgung verschärft die Situation für das Bataillon.

Bei einer Patrouille kommt es am Abend des 06. Juli 1947 zu einem Drama. Die 17köpfige Patrouille unter Sergent-Chef Faucon aus der 2e Compagnie des I/2e R.E.I. startet am Nachmittag von ihrem Posten Dong Mae in Richtung des Dorfes Mai Xa, südwestlich von Nam Dinh an der Route Coloniale 12.
Bei Mai Xa fällt die Patrouille am Abend in einen Hinterhalt. Man zieht sich zurück, steht jedoch im freien Gelände bald einer Übermacht von ca. 200 Vietminh gegenüber. Die Patrouille wird eingekreist und hat mit sich neigender Munition keine Chance, die Nacht durchzustehen.
Nur drei Legionären gelingt es, sich im Schutz der Dunkelheit bis zum Posten Dong Mae durchzuschlagen.

Die gefallenen Legionäre werden auf dem Friedhof von Nam Dinh begraben. Am 14. Juli 1947 findet dort eine Parade des I/2e R.E.I. statt.

Durch das I/2e R.E.I. müssen die Straßen gesichert werden, um die Versorgung von Nam Dinh und damit auch die eigene Versorgung sicherzustellen.
Dazu hat das I/2e R.E.I. u.a. auch immer wieder die Konvois zu begleiten, alle zwei Wochen aus Hanoi eintreffen. Dabei kommt es zu regelmäßigen Überfällen und Sabotageakten.

Am 23. Juli 1947 begleitet die Section von Lieutenant De La Condamine aus De Nhat einen Konvoi, der auf Widerstand trifft.
Im August geht es mit den Konvois blutig weiter.

Siehe dazu Eskorte, im August 1947

Der Druck des Gegners in der Region hält weiter an. In der Nacht des 15. September 1947 werden südöstlich von Nam Dinh zwei Posten attackiert, besetzt von jeweils einer Section der 1re Compagnie des I/2e R.E.I. Der Posten Dong Phu von Lieutenant Cabiro an der Route Coloniale 21 und der Posten Thuong Huu von Lieutenant Boge an der Route Coloniale 55.
Doch beide Posten können sich halten und die Angriffe abwehren. Allein um den Posten Dong Phu von Lieutenant Cabiro finden sich am Morgen 27 tote Vietminh.

Am 10. Oktober 1947 fällt eine Section der 2e Compagnie des I/2e R.E.I. bei dem Dorf Set, nahe Mai Xa in einen Hinterhalt.
Lieutenant De La Condamine wird bei dem sich anschließenden Gefecht getötet.

Siehe dazu Mai Xa, am 10. Oktober 1947

Sterbebild

Pierre de Ladreit de La Condamine

gefallen am 10. Oktober 1947 in Set bei Nam Dinh


Bis zum 20. Dezember 1947 verbleibt das I/2e R.E.I. in der Region von Nam Dinh. Dann wird es auf L.C.A. und L.C.T. nach Haiphong verschifft. Von dort aus geht es mit der Bahn wieder nach Hai Duong.

Karte des mittleren Deltas mit Hai Duong und Nam Dinh (6,1 MB)

Januar bis April 1948 - Hai Duong in Tonkin

Um Hai Duong übernimmt das I/2e R.E.I. wieder die Posten, welche zwischenzeitlich vom I/3e R.E.I. besetzt waren.

Auch hier wird das Bataillon weiter geprüft. Den 23. Februar 1948 fällt die Section von Lieutenant Cabiro bei An Lai in einen Hinterhalt, kann sich aber ohne Verluste zurückziehen.

In der Nacht des 14. März 1948 wird Hai Duong angegriffen. Als sich die Vietminh Richtung Süden zurückziehen, überfallen sie den Posten Gia Loc von Lieutenant Cabiro, der bis zum Morgen gehalten werden kann.
Als die Verstärkung um Capitaine Dussert und Lieutenant Barthez aus Hai Duong eingtrifft, ergreifen die Vietminh die Flucht und können noch erfolgreich verfolgt werden.
Den 17. März 1948 übernimmt schließlich die Section von Lieutenant Boge turnusgemäß den Posten Gia Loc.

Hai Duong

Posten des I/2° R.E.I.


Die Sections der Lieutenants Cabiro und Girves werden nun zur Interventionseinheit des I/2e R.E.I. Dies bedeutet vorwiegend wieder Begleitung von Konvois und Straßenöffnungen.
Dabei wird Lieutenant Cabiro am 18. März 1948 durch eine Minenexplosion verletzt, kann nach einem mehrtägigen Hospitalaufenthalt in Hanoi aber wieder zu seiner Section zurückkehren und übernimmt ab 10. April 1948 erneut den Posten Gia Loc.

Ab 17. April 1948 wird das I/2e R.E.I. schließlich aus der Region Hai Duong abgezogen und nach Haiphong verbracht.
Von dort aus wird es auf der Saint-Michel nach Saigon verschifft.

April bis Mai 1948 - Über Saigon nach Algerien

Das I/2e R.E.I. soll zurück nach Afrika, da es in seiner zweijährigen Zeit in Indochina bereits zahlreiche Verluste erlitten hat und viele Legionäre am Ende ihrer Dienstzeit angelangt sind.

Nach einer berüchtigten Camerone-Feier in Saigon, wird das I/2e R.E.I. am 09. Mai 1948 auf der Felix Roussel von Saigon aus nach Algerien verschifft.

In Algerien angekommen, wird das Bataillon aufgelöst. Viele Offziere, wie Dussert, Caillaud und Cabiro melden sich freiwillig zum 2e B.E.P., welches in Sétif im Herbst 1948 aufgestellt wird.

Ende 1948 - Neuaufstellung in Algerien

Bereits Ende 1948 wird das I/2e R.E.I. in Algerien aber wieder neu aufgestellt.

Im Dezember 1948 sammelt sich das neue Bataillon unter Chef de Bataillon Le Toullec in Nouvion, an der algerischen Küste, von wo aus es am 31. Dezember 1948 auf der Athos II in Richtung Indochina verschifft wird.

1949 - Tourane in Zentral-Annam

Am 28. Januar 1949 erreicht das I/2e R.E.I. Saigon. Von dort aus geht es auf der Calais nach Tourane in Zentral-Annam.

Das Bataillon wird zunächst ab Februar 1949 in der Region um Tourane eingesetzt. In jenem Bereich, der vorher durch das II/13e D.B.L.E. abgedeckt wurde.

Während der P.C. des I/2e R.E.I. nach Quang Nam verlegt wird, übernehmen die Kompanien und Sectionen umgehend verschiedene Posten im Sektor Tourane.
Von der 4e Compagnie am Col des Nuages mit P.C. in Lien Chieu im Norden, bis zur 2e Compagnie auf der Ile de Solange, südlichwestlich von Fai Fo, ist das I/2e R.E.I. verteilt.

Fai Fo

Wache des Postens


Das Bataillon hält dabei die Linie von Ai Nghia über Quang Nam und Fai Fo entlang des Flusses Song Cua Dai. Dies ist die südliche Grenze der Region Tourane, darunter ist das Gebiet der Vietminh.
Die Posten der 2e Compagnie unter Capitaine Fournier mit Sitz in Dong Giap, wie Van Ly und Phu My von der 3° Section unter Lieutenant Dussard liegen so direkt in erster Linie. Und so wird die Section der 2e Compagnie unter Lieutenant Lacaze bereits in der ersten Nacht auf ihrem neuen Posten Xuan Dai vom Gegner auf die Probe gestellt und verliert ihren ersten Mann.

Obwohl es immer wieder zu Angriffen auf Posten und Patrouillen des I/2e R.E.I. kommt, ist der Sektor insgesamt doch noch relativ ruhig.
Eine der Hauptaufgaben des I/2e R.E.I. ist die Freihaltung der Verkehrswege, wie der Eisenbahnstrecke zwischen Tourane un Hue, sowie der Route Coloniale 1, der wichtigen Nord-Süd-Verbindung an der Küste Zentral-Annams.

Zwischendurch werden auch größere Operationen in Zusammenarbeit mit anderen französischen Einheiten in der Region durchgeführt.

Col des Nuages

Patrouille


Den 15. August 1949 verliert das I/2e R.E.I. Lieutenant De Peytes De Montcabrier, welcher im Hospital von Tourane krankheitsbedingt verstirbt.

Am 16. Oktober 1949 bekommt das I/2e R.E.I. Besuch von Colonel Thevenot. Nach dem Besuch des P.C. in Quang Nam, will dieser die 2e Compagnie in Dong Giap besuchen, doch starke Regenfälle haben zu Überschwemmungen in diesem Bereich geführt, so dass der Weg des Colonels schließlich über Tourane nach Norden zur 4e Compagnie führt, bis zum Col Des Nuages.

Im November des Jahres 1949 wechseln die Kompanien nach dem Rotationsprinzip ihre Sektoren.
So übernimmt die 4e Compagnie Quang Nam, die 3e Compagnie Dong Giap und die 2e Compagnie den Bereich des Col des Nuages, dem Wolkenpaß in 1180m Höhe, mit P.C. in Lien Chieu. Neben Lien Chieu werden u.a. Aussenposten auf dem Paß und in Nam-O durch die 2e Compagnie besetzt.

Karte von Tourane mit dem Col des Nuages (5,1 MB)
Karte der Region südlich von Tourane, mit Quang Nam und Fai Fo (5,3 MB)

1950 bis 1951 - Tourane in Zentral-Annam

Auch 1950 ist das I/2e R.E.I. im Sektor Tourane in Zentral-Annam stationiert.
Zum Schutz des Schienenverkehrs zwischen Tourane und Hue nimmt das I/2e R.E.I. im Verlauf des Jahres einen Panzerzug in Betrieb, den Train Blindé (1).

Am 06. Februar 1950 fällt ein Konvoi des I/2e R.E.I. bei Tu Cau an der Route Coloniale 1, zwischen Quang Nam und Tourane, in einen Hinterhalt. Man kann sich mit anrückender Verstärkung durchsetzen, etwa 100 Vietminh werden dabei getötet.

Neben einigen Toten und Vermissten gibt es zahlreiche Verletzte beim I/2e R.E.I.
Unter den Toten ist auch Chef de Bataillon Le Toulec. Er wird im März 1950 durch Chef de Bataillon Paul Pfirrmann ersetzt.

Im Frühjahr 1950 rotieren die Kompanien des Bataillons erneut im Sektor Tourane.
Die 2e Compagnie übernimmt von Tourane aus die Aufgabe einer Eingreiftruppe. Die 4e Compagnie übernimmt Ai Nghia, westlich von Fai Fo.

Gruppenfoto

Kameraden der 1° Sion., 2° Cie., I/2° R.E.I.


Auch die 3e Compagnie soll ihren Sektor wechseln. Im Rahmen der Vorbereitung macht sich Capitaine Gheysens am 09. März 1950 auf eine Tour zu den einzelnen Posten seiner 3e Compagnie.
Das Führungsfahrzeug des kleinen Konvois fährt nahe Xuan Dai auf der Ile Solange auf eine Mine. Capitaine Gheysens stürzt nach vorne, um seine Männer zu unterstützen und wird dabei selbst durch eine weitere Mine getötet.

Am 21. März 1950 wird der Felsen von Tra Kieu durch das I/2e R.E.I. zurückerobert. Eine dortige gegnerische Garnison fällt.

Am 10. Mai 1950 kommt es bei Quang Hoa zu einem Gefecht.

In der Nacht des 23. August 1950 spielt sich im Posten Bao An ein Drama ab. Der Posten zwischen Ai Nghia und Qang Nam wurde frisch von einer Gruppe der 3e Compagnie besetzt.
Am Morgen findet man die europäische Besatzung tot, die vietnamesischen Soldaten sind mit ihren Waffen geflüchtet.

Feldpost

vom 30. August 1950 mit Souvenirs

von Caporal Karl-Heinz S., I/2° R.E.I.


Ende des Jahres kommt es zu einer erneuten Rotation beim I/2e R.E.I. Die 2e Compagnie ist nun in Ai Nghia mit den Aussenposten Cote 60, Giao Thuy und Bao An eingesetzt.

Bei einem Flugzeugabsturz nahe Ngu Giap verliert das I/2e R.E.I. am 18. Dezember 1950 Sous-Lieutenant Tricoire.

Karte von Tourane mit dem Col des Nuages (5,1 MB)
Karte der Region südlich von Tourane, mit Quang Nam und Fai Fo (5,3 MB)

März bis Mai 1951 - Quang Tri in Zentral-Annam

Im März 1951 wird das I/2e R.E.I. im Sektor Quang Nam durch das IV/2e R.E.I. herausgelöst.
Das I/2e R.E.I. verlegt in den Sektor Quang Tri, wo es als Operationseinheit eingesetzt wird.

Von März bis Mai 1951 kommt es in dem Sektor des I/2e R.E.I. zu fortwährenden Gefechten, insbesondere an der R.C. 1, der Rue Sans Joie, auf dem Abschnitt zwischen Dong Ha und Dong Hoi.
Einer der letzten Toten des I/2° R.E.I. in Zentral-Annam ist Sergent Georges Audoin, welcher am 17. Mai 1951 in der Region Dong Hoi durch einen Sonnenstich stirbt.

Karte der Region Dong Hoi, nördl. von Hue (4, 7 MB)
Karte der Region Hue mit Quang Tri und Dong Ha (6,4 MB)

Mai bis Oktober 1951 - Tonkin-Delta

Ende Mai 1951 wird das I/2e R.E.I. nach Tonkin versetzt. Gerüchten zufolge, war dies eine Sanktion nach Ausschreitungen am Cameronefest. Jedoch wurden zur gleichen Zeit auch andere Bataillone nach Tonkin entsandt, da sich der Konflikt dort zuspitzte.

Das Bataillon wird am 23. Mai 1951 von Tourane aus auf der Île d´Oleron nach Haiphong verschifft, wo es am 24. Mai 1951 eintrifft.
Die B.A. des Bataillons, weiterhin unter Chef de Bataillon Pfirrmann, wird in Ha Dong bei Hanoi an der R.C. 6 aufgeschlagen.

Bunkerbau

Foto von Hermann K., 4e Cie., I/2e R.E.I.


Zunächst ist das I/2e R.E.I. für vier Monate mit dem Bau von Bunkern und Posten für die De-Lattre-Linie im südlichen Bereich des Tonkin-Deltas eingesetzt.

Oktober 1951 bis Januar 1952 - Cho Ben

Foto von Hermann K.

Im Rahmen der Schlacht von Hoa Binh ist das I/2e R.E.I. schließlich ab Oktober 1951 im Abschnitt Cho Ben an der Route Provinciale 21 eingesetzt, am westlichen Rand des Tonkin-Deltas.
Auch dort werden Posten im Rahmen der Befestigung der De-Lattre-Linie ausgebaut.

Am 17. Oktober 1951 kommt es an der R.P. 21 in Höhe des Song Ben Co zu einem schwereren Gefecht.

Am 01. November 1951 kann das I/2e R.E.I. in der Operation Tulipe die Cote 98, eine Schlüsselposition von Cho Ben, einnehmen.

Während das I/2e R.E.I. auf der Cote 98 liegt, ist weiter südlich, die R.P. 21 entlang, auch das III/2e R.E.I. stationiert.

Am Morgen des 13. Dezember 1951 gerät eine Patrouille des I/2e R.E.I. auf der R.P. 21 in Richtung Süden an einer Brücke in Höhe Ao Kenh unter schweres Feuer.
Mindestens ein Bataillon des Regiments 57 der Vietminh, hat sich zu beiden Seiten der R.P. 21 in Stellung gelegt, dazu Mörserstellungen in den umliegenden Höhen besetzt.
Es können jedoch umgehend weitere Kräfte herangeführt werden. Aus Süden kommen Kräfte des III/2e R.E.I. mit Unterstützung eines Peletons Schützenpanzer dazu, aus Norden Kräfte des I/2e R.E.I. mit einem weiteren Zug Panzern.
Es gelingt bis Mittag, den Vietminh schwere Verluste beizubringen und diese in die Flucht zu treiben. Auch die Mörserstellungen in den Höhen können eingenommen werden.
Etwa 150 Vietminh werden getötet, während es acht tote und acht verletzte Legionäre zu beklagen gibt.

Cho Ben

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Fotos von Hermann K., 4e Cie, I/2e R.E.I.

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Das I/2e R.E.I. verbleibt über das Ende des Jahres 1951 im Bereich der Cote 98 und baut dort seine Stellungen und Posten aus.
In dieser Zeit wird das Bataillon auch durch Général Salan, den neuen Oberbefehlshaber, besucht.

Anfang Januar 1952 verlegt die 4e Compagnie von Capitaine Durnerin und den Lieutenants Fayol und Guedel, welche zuvor in einem verlassenen Dorf nördlich der Cote 98 gelegen hatte, auf den Felsen von Dong Mai und baut dort eine Stellung aus.
Kaum sind die Bunker halbwegs errichtet, wird die Stellung hastig geräumt und an eine Kompanie nordafrikanischer Schützen abgegeben.

Karte der Region Cho Ben mit Dong Mai und Ao Kenh (5,3 MB)

Januar bis Februar 1952 - Dong Ben an der R.C. 6

Zur Verdichtung der Sicherung der Route Coloniale 6, im Hinblick auf eine bevorstehende Evakuierung von Hoa Binh, wird das I/2e R.E.I. am 21. Januar 1951 per LKW an die R.C. 6 verlegt.

In der Nacht marschiert das I/2e R.E.I. zum Felsen von Dong Ben. Der Felsen, Tage zuvor noch heftig von den Vietminh verteidigt, kann ohne großen Widerstand eingenommen werden. Er wurde offenbar aus unerfindlichen Gründen von den Vietminh verlassen.
Doch die Gegner sind noch in der unmittelbaren Nähe. Als am nächsten Morgen ein Konvoi zur Versorgung des I/2e R.E.I. am Fuße des Dong Ben ankommt und abgeladen werden soll, greifen die Vietminh aus dem Schutz des Dschungels an. In dem kurzen aber heftigen Gefecht gibt es zahlreiche Verluste auf beiden Seiten, bis sich die Vietminh wieder zurückziehen.

Die Vietminh bleiben die folgenden Tage im Nahbereich und versuchen mehrmals, die Position zurückzugewinnen. So wird den 01. Februar 1952 Sergent Kurt Frank am Bein verletzt, kann seine Section aber weiter führen.

Neben mehreren Angriffen, wird Dong Ben regelmäßig mit schweren MG´s und Mörsern aus dem Dschungel beschossen. Dies führt immer wieder zu Verlusten beim I/2e R.E.I.
Das I/2e R.E.I. hält Dong Ben jedoch bis zum 08. Februar 1952.

Ao Trach

09. Februar 1952

Chef de Bataillon Pfirrmann und Ministre Letourneau


Während der Hauptteil des I/2° R.E.I. die R.C. 6 am 08. Februar 1952 verlässt, verbleibt Chef de Bataillon Pfirrmann mit der Compagnie noch bis zum nächsten Tag.
Denn der französische Minister Jean Letourneau besucht die Truppen an der R.C. 6 und verleiht in Ao Trach bei diesem Anlass dem I/2° R.E.I. seine vierte Palme.
Das I/2° R.E.I. ist damit das höchstdekorierte Bataillon des 2° R.E.I.

Februar bis Juni 1952 - Cho Ben

Im Anschluss wird das Bataillon zunächst wieder in die Region von Cho Ben verlegt, wo in den folgenden drei Monaten die Posten und Bunker weiter ausgebaut werden.
Die Bauphase wird nur von kleineren Operationen unterbrochen, um den vereinzelten nächtlichen Beschuss durch die Vietminh zu unterbinden.

Cho Ben

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Fotos von Hermann K., 4e Cie, I/2e R.E.I.

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Capitaine Clemencon
, der bislang die 1re Compagnie geleitet hat, übernimmt in dieser Zeit die Führung des Bataillons, da Chef de Bataillon Pfirrmann das Ende seiner Sejour erreicht hat.
Auch bei den anderen Kompanien gibt es personelle Veränderungen. So verlässt Capitaine Durnerin die 4e Compagnie. Für ihn rutscht Lieutenant Fayol nach.

Schließlich verlässt das I/2° R.E.I. die Region Cho Ben und übergibt die erbauten Bunker an Kolonialtruppen. Das Bataillon wird in den Südwesten des Deltas verlegt, an die Grenze zur Region Thanh Hoa. Auch hier werden wieder Bunker errichtet.
Während zwei Kompanien die Arbeiten erledigen, operieren die anderen zwei Kompanien des Bataillons offensiv in der Region. Trotz der Nähe zur von den Vietminh kontrollierten Provinz Thanh Hoa, kommt es während der Bauarbeiten aber nur zu kleineren Scharmützeln mit den Vietminh.

Karte des südl. Deltas von Cho Ben bis Hai Duong (6,4 MB)

Mai bis September 1952 - Groupe Mobile 3 im Delta

Ab Mai 1952 wird das I/2e R.E.I. in eine mobile Kampfgruppe, die Groupe Mobile 3 integriert und verlässt die Region von Cho Ben.
In Ke Sat bei Hai Duong an der R.C. 5 wird nun für die kommenden Jahre die B.A. des I/2° R.E.I. eingerichtet.

Das Bataillon nimmt fortan aktiv in der G.M. 3, zusammen mit dem 73e B.V.N. und 1er Muong-Bataillon, an zahlreichen Operation in der Region Ke Sat, als auch im gesamten Tonkin-Delta teil.
Zunächst geht es im Rahmen der Operation Kangourou ab 27. Mai 1952 in die Region Phu Ly, wo man an der Seite des 2e B.E.P. arbeitet.

Ke Sat

Foto von Erich Häsler, 2e Cie., I/2e R.E.I.


Im Juli und August 1952 ist das I/2e R.E.I. dort im Einsatz, wo es benötigt wird. In der Regel im Raum Ke Sat, aber auch in anderen Regionen des Deltas, wo es zu Angriffen der Vietminh gekommen ist.
Zusammen mit anderen Groupes Mobiles, werden auch größere Operationen unternommen. So ist das I/2e R.E.I. ab 27. August 1952 in der Operation Bolero II in der Region von Xuan Nea eingesetzt.

Im September 1952 ist eine größere Einheit der Vietminh im Raum Ke Sat, nahe der Basis des I/2e R.E.I. aktiv.
Das Bataillon muss zunächst am 09. September 1952 die 19° Compagnie des V/3° R.E.I. unterstützen, welche bei Ke Sat in einen Hinterhalt geraten war.

Oktober 1952 - Xuan Nguyen

Bei einer Operation in der Region Ke Sat mit der G.M. 3 können am 04. Oktober 1952 zwei Kompanien Vietminh gestellt und eingekreist werden, welche sich im Dorf Xuan Nguyen verschanzt haben.
Nachdem die 3e und 4e Compagnie trotz Luft- und Artillerieunterstützung, das Dorf gegen den starken Widerstand im Tagesverlauf nicht einnehmen können, werden bis zur Nacht weitere Kräfte hinzugezogen.
In der Nacht versuchen die Vietminh mehrmals auszubrechen, können jedoch größtenteils zurückgeschlagen werden. Hier zeichnet sich die 2e Compagnie von Lieutenant Girodet aus.

Am Morgen des 05. Oktober 1952 kann Xuan Nguyen eingenommen werden, nachdem sich in der Nacht eine komplette Kompanie Vietminh bei dem Versuch auszubrechen aufgerieben hatte.
112 tote Vietminh werden festgestellt, 13 Gefangene gemacht. Das I/2e R.E.I. hat sieben Tote, darunter Lieutenant Fayol, dazu 15 Verletzte und einen Vermissten, hinnehmen müssen.

Auszeichnung

für Tapferkeit in den Kämpfen um Xuan Nguyen

des Legionärs Erich Häsler, 2e Cie., I/2e R.E.I.


Neben dem gefallenen Lieutenant Fayol erliegt auch Lieutenant Ferraris wenige Tage später seinen Verletzungen. Da zudem auch Lieutenant Guedel verletzt wurde, gibt es in der 4e Compagnie zunächst keine Offiziere mehr, bis Lieutenant Xhaard beim I/2° R.E.I. eintrifft und die Kompanie übernimmt.

Im weiteren Verlauf des Oktobers 1952 wird das I/2e R.E.I. in die Region Hung Yen bis Bui Chu, am Canal des Bambous verlegt.
Diese Region im südlichen Delta soll von Vietminh gesäubert werden.

Dabei lernt das I/2e R.E.I. den Guerillakrieg kennen, wie er die kommenden Monate den Weg des Bataillons im Delta bestimmen wird. Die Vietminh gehen größeren Gefechten meist aus dem Weg.
Beim Durchkämmen der Dörfer in dieser Region stößt man immer wieder auf verborgene Tunnelsysteme, die den Vietminh als Versteck und Fluchtweg dienen.
Zahlreiche Legionäre des Bataillons werden Opfer von versteckten Fallen und Minen oder fallen kleineren Hinterhalten zum Opfer.

November 1952 - Operation Lorraine

Ab Anfang November 1952 ist das I/2e R.E.I. in der Operation Lorraine im Nordwesten des Deltas eingebunden.

Das Bataillon setzt am 02. November 1952 bei Phu To über den Roten Fluss, um am Nordufer einen Brückenkopf zu bilden.
Bei der 1re Compagnie, die als erste in Landungsbooten übersetzt, gibt es mehrere Verluste, da sich die Vietminh am gegenüberliegenden Ufer verschanzt hatten und die Boote beschossen.
Das Übersetzen gelingt jedoch nach Artilleriebeschuss des Ufers und man nimmt die verlassene Stadt Phu Tho ein. Im Dschungel um Phu Tho werden versteckte Camps entdeckt, die von den Vietminh unter Zurücklassen ihres Materials verlassen wurden.

Von Phu Tho geht es wenige Kilometer weiter nach Norden, nach Ngoc Thap an der Route Coloniale 2. Dort bezieht das I/2e R.E.I. eine Stellung und deckt die Konvois und den Rückzug der französischen Einheiten aus Phu Doan, darunter das II/2e R.E.I., über die R.C. 2.

Foto von Hermann K., 4e Cie., I/2e R.E.I.


Die Position in Ngoc Thap wird bis zum Durchmarsch der letzten Einheiten, am 18. November 1952, gehalten.
Dann zieht sich das I/2e R.E.I. als Nachhut über die R.C. 2 zurück und liefert sich dabei heftige Kämpfe mit den nachrückenden Vietminh.

Karte der Region nördlich von Hanoi mit Phu Tho und Ngoc Thap (6,6 MB)

Dezember 1952 - Operation Bretagne

Nach der Operation Lorraine übernimmt Capitaine Bourry die 1re Compagnie des I/2e R.E.I. Die 2e Compagnie wird von Lieutenant Girodet geführt, die 3e Compagnie von Capitaine Caron und die 4e Compagnie von Capitaine Xhaard.

Im Dezember 1952 ist das I/2e R.E.I. im Rahmen der Operation Bretagne eingesetzt. Die G.M. 3 verlegt in die Region Nam Dinh, im Süden des Deltas, wo starke gegnerische Kräfte die dortigen Posten bedrängen.
Zwei gegnerische Bataillone waren in diese Region eingedrungen, während das französische Hauptaugenmerk auf der Schlacht von Na San lag.

Man kann einen Teil der Vietminh in Stärke eines Bataillons schließlich zwischen dem 02. und 04. Dezember 1952 bei Cat Chu Noi, Ngoc Gia und Van Lang, etwa 20 Kilometer südöstlich von Nam Dinh am nördlichen Ufer des Song Ninh Co, stellen.
Die Vietminh in Stärke von zwei Bataillonen haben sich teilweise verschanzt und leisten zunächst erbitterten Widerstand. Bei den Gefechten gibt es starke Verluste auf beiden Seiten, insbesondere unter den Muong der G.M. 3. Aber auch die 3e Compagnie des I/2° R.E.I. wird am Nachmittag des 03. Dezember 1952 auf eine harte Probe gestellt.

Zwei Kompanien der Muong fallen am Morgen des 04. Dezember 1952 nordwestlich von Ngoc Gia in einen Hinterhalt, können sich nur mit Unterstützung des I/2e R.E.I., insbesondere der 2e Compagnie, aus der Affäre ziehen.
Gleichzeitig werden die Stellungen der G.M. 3 attackiert, das Gefecht dauert den ganzen Nachmittag an, man kann sich die Angreifer nur mit Unterstützung der Luftwaffe und Artillerie auf Distanz halten.
Aus Nam Dinh zur Unterstützung entsandte Bataillone, darunter auch das IV/3e R.E.I., treffen bei Cong Khe auf heftigen Widerstand und können nicht weiter vorstoßen.
Doch bis zum Abend lassen die Vietminh nach. Am Morgen des 05. Dezember 1952 sind sie verschwunden. Man findet noch 38 Tote und 8 Verletzte.
Beim I/2e R.E.I. gab es nur drei Verletzte, aber die Muong hatten 21 Tote, 40 Verletzte und 7 Vermisste.

Das I/2e R.E.I. bleibt im Dezember 1952 weiter auf Operation in der Region von Nam Dinh und Bui Chu im südlichen Delta.

Karte des südl. Deltas mit Nam Dinh und Bui Chu (6,1 MB)

24. Dezember 1952 - Hung My

Nördlich von Hung My am Song Ninh Co, 10 Kilometer südlich von Bui Chu, bereitet sich das Bataillon am 23. Dezember 1952 auf Weihnachten vor. Am Abend, nachdem Nachschub aus der Luft abgeworfen wurde, werden jedoch starke gegnerische Kräfte in der Nähe gemeldet.

Noch in der Nacht macht sich das I/2e R.E.I. bereit und rückt im Morgengrauen des 24.Dezember 1954 auf den Feind, entlang des Song Ninh Co in Richtung von Hung My vor, die 1re Compagnie von Capitaine Bourry an der Spitze.
Kurz vor dem Dorf gerät man in heftiges Feuer, von der Flanke, als auch aus Hung My selbst. Abgeschnitten von der 2e Compagnie geht man in Stellung und muss Mörserbeschuss, sowie mehrere Angriffswellen der Vietminh aushalten.

Unterdessen werden auch die anderen Kompanien des I/2e R.E.I. im offenen Feld angegriffen. Man steht einem Bataillon Vietminh gegenüber, was den Kampf sucht. Es entbrennt ein heftiges Gefecht, was bis in den Nachmittag hinein andauert.

Mit Hilfe der Muong, welche den Feind in die Zange nehmen, Artillerie und Luftunterstützung, sowie schließlich auch Panzern, können die Vietminh bis zum Ende des Tages zurückgedrängt werden und Hung My wird eingenommen.

Nach dem Gefecht um Hung My

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Fotos von Karl Heinz S., 1re Cie., I/2e R.E.I.

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Das gegnerische Bataillon wurde schwer dezimiert. 129 Vietminh wurden getötet, fünf Gefangene gemacht. Das I/2e R.E.I. hat neun Tote und 47 Verletzte. Bei den Muong sind ähnliche Zahlen zu vermelden.

Januar und Februar 1953 - Groupe Mobile 3 im Delta

Über den Jahreswechsel hinaus verbringt das I/2° R.E.I. zwei Wochen in seiner B.A. in Ke Sat. Doch die Serie der Operationen, in denen das I/2e R.E.I. mit der G.M. 3 im Jahr 1952 fortwährend eingesetzt war, setzt sich bald auch 1953 weiter fort.
Die Operationen gleichen sich sehr. Es kommt zu zahlreichen kleineren Gefechten und Hinterhalten. Wie im Jahre 1952 fallen viele Legionäre beim Durchkämmen der Dörfer versteckten Minen zum Opfer.

Bei der ersten Operation vom 16. bis zum 24. Januar 1953 in der Region um Thai Binh handelt sich um die Operation Artois, in der u.a. auch das II/13e D.B.L.E. und das III/13e D.B.L.E. eingesetzt sind.
Es kommt zu Gefechten, wie in Lai Tri am 23. Januar 1953 und am 24. Januar 1953 in Thuong Phu, wo sich Vietminh in den Dörfern verschanzt hatten. Hier zeichnet sich insbesondere die 4e Compagnie unter Lieutenant Bourges aus, welcher die Kompanie frisch übernommen hat.
Bei der Operation werden insgesamt ca. 170 Vietminh getötet. Aber auch die Legionäre des I/2e R.E.I. mussten Verluste hinnehmen.

Darauf beteiligt sich das Bataillon vom 26. Januar bis 06. Februar 1953, u.a. mit dem II/13e D.B.L.E., an der Operation Normandie in der Region nordöstlich von Hung Yen über dem Canal de Bambous.

Ke Sat am 17. Februar 1953

In einer feierlichen Zeremonie, am 17. Februar 1953 in Ke Sat, erhält das I/2e R.E.I. aus den Händen von Lieutenant-Colonel Daigny, dem Commandant des 2e R.E.I., den Fourragère des T.O.E. an seine Fahne.

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Fotos von Erich Häsler, I/2e R.E.I.

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Für die geschilderten Leistungen des Jahres 1952, werden die Legionäre des I/2e R.E.I. mit dem Croix de Guerre des T.O.E. mit Palme ausgezeichnet, wie anhand der nachfolgenden Auszeichung ersichtlich.

Auszeichnung

für die Leistungen des I/2° R.E.I. im Jahre 1952

des Caporals Erich Häsler, I/2e R.E.I.

Februar bis April 1953 - Groupe Mobile 3 im Delta

Es folgt ab 23. Februar 1953 die Operation Nice in der Region Haiduong und Sept Pagodes. Hierbei werden 49 Vietminh getötet.

Von März bis Mitte April 1953 ist es die Operation Hautes Alpes, in der auch das I/2e R.E.I. eingebunden ist.
Es geht in Region von Phat Diem, der südlichsten Region des Tonkin-Deltas, angrenzend zur Provinz Thanh Hoa, welche von den Vietminh kontrolliert wird.
Im Rahmen der Operation kommt es für das Bataillon am 03. April 1953 auf der Cote 91 bei Cho Ganh zu einem schweren Gefecht.

Wieder werden zahlreiche Dörfer im Rahmen der Operation durchkämmt. Dabei kommt es immer wieder zu Gefechten.

Siehe dazu Yen Gia, im April 1953

Mai bis Dezember 1953 - Groupe Mobile 4 im Delta

Ab Mai 1953 wird das I/2e R.E.I. statt dem II/2e R.E.I. in die Groupe Mobile 4 integriert. In der Folge arbeitet das I/2e R.E.I. nun eng mit dem II/13e D.B.L.E. zusammen, welches ebenfalls Teil der G.M. 4 ist.

Für den Rest des Jahres Sommers 1953 sind nur wenige Details bekannt. Doch neben kurzen Ruhepausen in Ke Sat, ist das I/2° R.E.I. an den verschiedenen Ecke des Tonkin-Deltas im Einsatz.
U.a. werden aber auch wieder Posten gebaut, so in der Regionen Chinh Dai und Dien Ho, nicht weit von der Küste.

1953 im Delta

Foto von Hermann K., 4e Cie, I/2e R.E.I.


Vom 22. September bis 13. Oktober 1953 ist man wieder in der Region Bui Chu bzw. Hung Yen eingesetzt. Das I/2e R.E.I. nimmt mit der G.M. 4 und weiteren Kräfte, wie dem II/5e R.E.I. und dem 2e B.E.P. an der Operation Brochet teil.
Im Bereich nördlich des Canal des Bambous soll das gegngerische Regiment 42 aufgespürt und vernichtet werden.
Immer wieder kommt es bei der Einnahme von Dörfern zu kleinen Gefechten, die Opfer beim I/2e R.E.I. fordern. In den Dörfern werden zwar regelmäßig einige Gefangene gemacht. Einem offenen Kampf geht das Regiment 42 jedoch aus dem Weg.

Am 06. November 1953 kommt es bei Yen Loi zu einem größeren Gefecht für das I/2e R.E.I.

Vom 21. bis zum 28. November 1953 ist das I/2e R.E.I. erneut mit der G.M. 4 eingesetzt.
In der Operation Ventoux in der Region Phu Lang Thuong im Norden des Deltas, arbeitet man zusammen mit den Kräften der G.M. 5, darunter das II/5e R.E.I. und das III/5e R.E.I. Für das I/2e R.E.I. kommt es zu einem Gefecht bei Quinh Son.

1953 im Delta

Foto von Hermann K., 4e Cie., I/2e R.E.I.


Bei einer der letzten Operationen des Jahres wird Capitaine Steiner schwer verletzt. Er verstirbt am 18. Dezember 1953 im Hospital von Nam Dinh.

Karte des südlichen Deltas mit Bui Chu, Hung Yen, Nam Dinh, Thai Binh und Ninh Binh (6,1 MB)

Januar 1954 - Groupe Mobile 4

Im Januar 1954 operiert das I/2e R.E.I. zunächst noch mit der G.M. 4 in der Region von Hung Yen im südlichen Delta.

Am 23. Januar 1954 wird das I/2° R.E.I. nach Hanoi verbracht. Allerdings deutlich reduziert, denn die Sections mit Einheimischen, jeweils eine Section pro Compagnie, bleiben zurück.
Am Folgetag, dem 24. Januar 1954, wird das I/2° R.E.I. von Gia Lam und Bach Mai aus nach Diên Biên Phú geflogen.

Februar 1954 - Dien Bien Phu

Das I/2e R.E.I. wird der Groupe Mobile 9 von Colonel Gaucher unterstellt. Das Bataillon, weiterhin unter der Führung von Commandant Clemencon, übernimmt die fünf Huguettes, im Westen der Festung Diên Biên Phú.

Es ist zunächst wie folgt aufgeteilt:
Huguette 1 - 4e Compagnie
Huguette 2 - 3e Compagnie
Huguette 3 - P.C. und C.C.B.
Huguette 4 - 1re Compagnie
Huguette 5 - 2e Compagnie

Die ersten Wochen ist das I/2e R.E.I. hauptsächlich mit dem Ausbau seiner Stellungen und kleiner Patrouillen beschäftigt.

Mit der Zeit stoßen diese Patrouillen auf immer mehr Widerstand, insbesondere gegen Ende Februar 1954. Es wird klar, dass die Vietminh Diên Biên Phú fest eingeschlossen haben und den Ring immer enger ziehen...

März 1954 - Huguettes

Im März 1954 fängt der Mörser- und Artilleriebeschuss der Vietminh auf Diên Biên Phú an. Und als am 13. und 14. März 1954 die P.A. Béatrice und Gabrielle fallen, ist das I/2e R.E.I. Zuschauer, ohne eingreifen zu können.
Die Huguettes selbst werden vom Gegner zunächst noch nicht direkt angriffen, doch der Beschuss mit schweren Waffen fordert die ersten Opfer beim I/2e R.E.I.

Ab diesem Zeitpunkt gibt es beim I/2e R.E.I. fast täglich Ausfälle. Zudem gibt es Verluste bei den täglichen Versuchen des I/2e R.E.I., die nun herannahenden Gräben der Vietminh zurückzudrängen.

Nach dem Verlassen der P.A. Anne-Marie 1 und 2 durch die Thais am 17. März 1954, stehen die Huguettes des I/2e R.E.I. im Nordwesten in erster Frontlinie.
Die beiden übrigen P.A. Anne-Marie 3 und Anne-Marie 4 werden zu Huguette 6 und Huguette 7 und sind nun die exponiertesten Stellungen.

Unterstützung bei der Versorgung der Huguettes, erfährt das I/2° R.E.I. durch das P.E.G. der 13e D.B.L.E. Gleichzeitig wird das I/2e R.E.I. durch eine Compagnie de marche aus den Überlebenden der 9e und 10e Compagnie des III/13e D.B.L.E. auf den Huguettes verstärkt.

Anne-Marie 3 wurde auch von den Thais verlassen, wie eine Patrouille der 4e Compagnie des I/2e R.E.I. feststellt und wird nun als Huguette 6 von einer gemischten Compagnie unter den Lieutenants Francois und Rastouil besetzt. Die Compagnie ist zusammengestellt aus Legionären des I/2e R.E.I., darunter eine Section der 1er Compagnie, und aus den Überlebenden des III/13e D.B.L.E.

Am 22. März 1954 verschwindet eine Patrouille der 2e Compagnie des I/2e R.E.I. im Niemandsland.
Unterdessen graben sich die Vietminh weiter an die Huguettes heran. Am 24. März 1954 sind die Gräben der Vietminh bis auf 50 Meter auf Huguette 6 herangerückt.

Am 26. März 1954 unternehmen zwei Kompanien des 1er B.E.P. an einem Gegenangriff auf die Gräben der Vietminh um Huguette 6.
Etwa 20 Vietminh werden dabei getötet, aber das 1er B.E.P. verliert erneut 2 Tote und 21 Verletzte, darunter Lieutenant Desmaizières.

Am 28. März 1954 gelingt es bei einem größeren Gegenangriff von fünf Bataillonen unter der Führung von Bigeard, darunter das 1er B.E.P., und das I/2e R.E.I. als Rückhalt, einige Flak der Vietminh bei Bang Ong Pet im Westen auszuschalten. Ca. 350 Vietminh werden getötet. Der Vorstoß hat allerdings wieder 20 Tote und 72 Verletzte gekostet.

Die Verluste durch den Artilleriebeschuss beim I/2e R.E.I. häufen sich unterdessen weiter. Unter den vielen Verletzten ist auch Lieutenant Cousin, Stellvertreter in der 4e Compagnie des I/2e R.E.I., er wird durch Lieutenant Dante Spozio ersetzt.

Am 30. März 1954 greifen die Vietminh die Dominiques und Elianes an, der Druck fällt für den Tag etwas von den Huguettes ab.
Doch am Abend steht insbesondere Huguette 7, gehalten von einer Compagnie des 5e B.P.V.N. unter Feuer und kann sich nur mühsam bis zum Morgen halten. Während der Schlacht im Osten, konnte keine Unterstützung nach dort entsandt werden.

Den 31. März 1954 wird eine Compagnie de marche, darunter die Flammenwerfergruppe des I/2e R.E.I., unter der Führung von Lieutenant Pierre Rancoule aus der 2e Compagnie von den Huguettes abgezogen, um den P.A. Eliane 2 zu unterstützen. Dafür bekommt das I/2e R.E.I. Unterstützung vom P.E.G. der 13e D.B.L.E., welches dem I/2e R.E.I. nun komplett unterstellt wird.

Am Abend beginnen die Vietminh wieder mit schweren Angriffen auf Huguette 6 und verstärkt auf Huguette 7. Doch beide P.A. können sich bis zum Morgen halten. Huguette 7 konnte über Nacht durch eine Compagnie des 5e B.P.V.N. unter Capitaine Bizard wieder eingenommen werden, obwohl die Vietminh bereits in den Kommandobunker vorgedrungen waren.

01. bis 02. April 1954 - Huguette 7

Am 01. April 1954 werden die letzten Überlebenden des stark zerstörten P.A. Huguette 7 personell verstärkt.
Huguette 7 wird nun durch eine gemischte Compagnie des I/2e R.E.I. aus zwei Sections unter den Lieutenants Huguenin und Spozio besetzt.
Die Compagnie de marche des I/2e R.E.I. unter Lieutenant Pierre Rancoule kehrt dafür auf die Huguettes zurück, sie hatte auf Eliane 2 am Vorabend schwere Verluste erlitten.

Den Abend setzen die Angriffe wieder verstärkt ein. Ab 22 Uhr wird die Situation insbesondere für Huguette 7 kritisch. Mehr als zwei Bataillione der Division 308 attackieren den P.A., während sich auch Huguette 6 heftig erwehren muss.
Huguette 7 hält bis zum Morgen gegen 04:00 Uhr durch, dann muss sich der Rest von der Compagnie des I/2e R.E.I. in die letzten zwei Bunker zurückziehen.
Auf Befehl von Clemencon stoßen unter der Führung von Capitaine Bizard nun zwei Sections des 5e B.P.V.N. und eine Section der 4e Compagnie des I/2e R.E.I. aus Huguette 1, dazu drei Panzer zur Unterstützung auf Huguette 7 vor. Als die Vietminh tatsächlich vor dem Eindruck der Panzer fliehen, sind von der Beatzung von Huguette 7 noch 13 Mann übrig. Es gibt 33 Vermisste, darunter Lieutenant Huguenin. Lieutenant Spozio, der letzte Offizier, ist verwundet.

Aber der kleine Sieg bringt nichts. Huguette 7 ist zunächst zwar wieder besetzt, aber noch am Morgen des 02. April 1954 beschließt Colonel Langlais, Huguette 7 aufzugeben. Unter der gegnerischen Artillerie sind die Befestigungen komplett verschwunden und man hat keine Truppen, um den P.A. weiter zu halten. Die Überlebenden des I/2e R.E.I. werden auf Huguette 2 entsandt.

02. bis 05. April 1954 - Huguette 6

Damit ist Huguette 6 der letzte Aussenposten im Nordwesten, am Ende des Flugfelds. Der P.A. wird seit zwei Wochen durch die gemischte Compagnie von Lieutenant Jacques Rastouil aus Legionären des I/2e R.E.I., darunter eine Section der 1er Compagnie unter Lieutenant Francois, und aus Überlebenden des III/13e D.B.L.E. gehalten. Hinzu kommt eine Abordnung des P.E.G. der 13e D.B.L.E. unter Lieutenant Legros.

Am Abend des 02. April 1954 und in der Nacht wird Huguette 6 nun schwer angegriffen. Die ausgezehrten Legionäre, die tagelang das Schicksal von Huguette 7 beobachten konnten, wissen nun, dass sie an der Reihe sind.
Aber Huguette 6 hält sich bis zum Morgen. Leider wurden in der Nacht die Wassertanks von Huguette 6 getroffen und man hat nun kein eigenes Wasser mehr.

Am Morgen des 03. April 1954 bieten die Vietminh den Legionären von Huguette 6 einen angeblichen Gefangenenaustausch an. Als die Gruppe der Sergent-Chefs Katzianer und Sterzing die Verwundeten holen wollen, sind es jedoch nur vier entstellte Leichen. Möglicherweise unter dem Eindruck dieses Ereignisses, fliehen noch am Nachmittag zwölf Legionäre aus Huguette 6, lassen aber ihre Waffen zurück.
Um 19:25 Uhr beginnt erneut der Angriff auf die Legionäre in Huguette 6. Als die Vietminh immer weiter vorstoßen, eilt schließlich eine Compagnie des 8e B.P.C. mit drei Panzern von Épervier aus zur Unterstützung über das Flugfeld in Richtung Huguette 6 heran. Die Panzer können die Vietminh im offenen Feld erwischen und diese ziehen sich unter schweren Verlusten bald zurück.
Der P.A. Huguette 6, der weiter von nur noch 86 Legionären unter Lieutenant Rastouil gehalten wird, hält weiter durch.

Aber auch Huguette 1 ist mittlerweile von den Gräben der Vietminh fest eingeschlossen und die Vietminh sprengen in der Nacht einige äußere Stacheldrahtverhaue.
Die Versuche, der 4e Compagnie des I/2e R.E.I., die Vietminh am 04 April 1954 tagsüber aus ihren Gräben zu drängen, sind gefährlich und bringen kaum Raum.

Der P.A. Huguette 6 wird im Laufe des Tages durch die 1re Compagnie des I/2e R.E.I. unter Capitaine Donnadieu und Lieutenant Francois übernommen. Lieutenant Jacques Rastouil bleibt für die Übergabe noch vor Ort und kommt nicht mehr raus.

Denn am Abend des 04. April 1954 werden die Huguettes 1, 5 und insbesondere 6 erneut schwer unter Artilleriefeuer genommen.
Vor dem P.A. Huguette 6 stehen zwei Regimenter Vietminh zum Angriff bereit. Die ungleiche Situation ist praktisch aussichtslos für die wenigen Verteidiger.
Man entsendet daher gegen 22 Uhr eine zusammengestellte Compagnie des I/13e D.B.L.E. unter Capitaine Viard zur Verstärkung. Die Compagnie wird im offenen Feld aufgerieben und muss sich zurückziehen.
Es ist klar, dass die bestehenden Kräfte nicht ausreichen, um Huguette 6 zu halten, und man entsendet um 01:15 Uhr eine Compagnie des 8e B.P.C. mit zwei Panzern. Diesmal waren die Vietminh jedoch auf die Panzer vorbereitet und beschießen diese mit Bazookas. Der Panzer Conti wir durch eine Mine ausgeschaltet und die Verstärkung kann im gegnerischen Feuer nicht zu Huguette 6 vordringen.
Als um 03:00 Uhr die Nachricht kommt, dass sich die letzten Überlebenden aus Huguette 6 in einem der südlichen Bunker verschanzen, wird um 03:15 Uhr die 2e Compagnie des II/1er R.C.P. unter Capitaine Clédic zur Verstärkung entsandt. In einem schnellen Stoß über das Flugfeld gelingt es, die Lieutenants Rastouil und Francois mit ihren noch etwa 20 Überlebenden in Huguette 6 um 04:20 Uhr zu erreichen und den Gegner aus den eigenen Gräben zu treiben.
Während man im Morgengrauen Kräfte im Zentrum von Diên Biên Phú sammelt, um Huguette 6 weiter zu verstärken, kann die französische Artillerie und die Luftwaffe dem Gegner vor Huguette 6 schwere Verluste zufügen.
Gegen 10 Uhr, am Morgen des 05. April 1954, als sich die Lage um Huguette 6 schließlich beruhigt, werden etwa tote 800 Vietminh um den P.A. Huguette 6 aufgefunden.
Bei allerdings auch etwa 200 eigenen Verlusten, die allein die Unterstützung gefordert hatte. Neben den Verlusten bei der Besatzung von Huguette 6, darunter auch Capitaine Donnadieu von der 1re Compagnie des I/2e R.E.I.

06. bis 13. April 1954 - Huguettes

Nach dem schweren Gefecht um Huguette 6 braucht auch der Gegner eine Atempause. Huguette 6 wird zunächst nicht mehr frontal angegriffen sondern die nächsten Tage weiter umgraben und eingeschnürt, um ihn von der Versorgung abzuschneiden.
Nachdem Huguette 6 zunächst von einer Compagnie des II/1er R.C.P. besetzt wurde, wird der P.A. am 08. April 1954 durch die Compagnie Bizard des 5e B.P.V.N. besetzt.

Das I/2e R.E.I. ist mittlerweile so ausgeblutet, dass am 08. April 1954 die 1re und die 3e Compagnie zu einer Compagnie de Marche unter Lieutenant Rastouil formiert werden. Diese Compagnie de Marche des I/2° R.E.I. verlegt nun ebenfalls auf Huguette 6.
Huguette 4, wo bislang die 1re Compagnie stationiert war, wird am gleichen Tag zu Lily 3 und gehört damit nicht mehr zu den Huguettes und dem I/2e R.E.I.

Am 09. April 1954 formt das P.E.G. mit den Überlebenden des III/13e D.B.L.E. die 10e Compagnie, bzw. die Compagnie de Marche du III/13e D.B.L.E. unter der Führung von Capitaine Philippe. Diese Compagnie übernimmt Huguette 2 und leistet von dort Unterstützung bei der immer schwieriger werdenden Versorgung von Huguette 1 und 6.

Unterdessen haben sich die Vietminh immer näher an Huguette 1 herangegraben, welcher von der 4e Compagnie des I/2e R.E.I. unter Lieutenant Guy Bourges gehalten wird.
Am Sonntag, den 11. April 1954, stößt ein Gegenangriff der 4e Compagnie des I/2e R.E.I. mit Unterstützung der Section von Lieutenant Legros vom P.E.G. auf heftigen Widerstand, nur 100m von der Stellung entfernt. Zwei unterstützende Panzer geraten mit in Bedrängnis. Man kann sich zurückziehen, doch Lieutenant Spozio wird erneut schwer verletzt. Fast eine komplette Section, darunter auch Lieutenant Legros, wird vermisst.

Am 12. April 1954 gibt es weitere Verluste beim I/2e R.E.I. Auf Huguette 6 wird Lieutenant Jacques Rastouil bei einem Granateinschlag getötet. Lieutenant Francois übernimmt dort nun als letzter Offizier die Führung der Compagnie de marche des I/2e R.E.I.

14. bis 18. April 1954 - Huguette 6

Während sich am 14. April 1954 der Beginn der zweiten Schlacht um die Huguettes abzeichnet, zieht Giap weitere Reserven um Diên Biên Phú zusammen.
In Diên Biên Phú schwinden derweil die Kräfte. Das I/2e R.E.I. auf den Huguettes zählt noch 380 Mann.

In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1954 ist der Hauptteil des 1er B.E.P. und des 2e B.E.P. mit zahlreichen P.I.M. an der Versorgung von Huguette 6 beteiligt. Vier Stunden sitzen die Legionäre zwischen Huguette 1 und Huguette 2 unter heftigen Infanterie- und Artilleriefeuer fest. Erst gegen 02:40 Uhr gelingt der Durchbruch zu Huguette 6 mit nur einem Teil der Verpflegung.
Der Rückweg ist noch schwieriger. Mit Unterstützung des 8e B.P.C., dann der 10e Compagnie des III/13e D.B.L.E. und schließlich auch der 2e Compagnie des I/2e R.E.I. gelingt der Rückzug erst um 16:15 Uhr am 15. April 1954. Die Verluste sind schwer. Selbst die 2e Compagnie des I/2e R.E.I. hat weitere zehn Verluste.

Freitag, der 16. April 1954, beginnt mit einem erneuten Vorstoß zur Versorgung von Huguette 6 durch die beiden B.E.P. mit dem 6e B.P.C. und einigen P.I.M.
Unter dem heftigem Feuer gelangt nur ein Teil der Verpflegung an sein Ziel. Allein 42 P.I.M. sterben bei der Operation.

Lieutenant Guy Bourges von der 4° Compagnie des I/2° R.E.I. wird am 16. April 1954 zum Capitaine befördert.

Die erschöpften Legionäre des I/2e R.E.I. auf Huguette 2 werden unterdessen am 16. April 1954 durch die 1re und 2e Compagnie des I/13e D.B.L.E. unter den Lieutenants Viard und Chounet ausgetauscht.
Am Abend stößt erneut die Gruppe der B.E.P. mit dem 6e B.P.C. erfolgreich auf Huguette 6 vor. Der Weg im gegnerischen Feuer ist fast mörderische Routine. Doch aufgrund der ständigen Verluste, die die Versorgung von Huguette 6 fordert, beschließen Langlais und De Castries noch am gleichen Abend, den P.A. am Folgetag aufzugeben.

Am Abend des 17. April 1954 versuchen ab 20:00 Uhr das 1er B.E.P., das 8e B.P.C. und Teile des I/2e R.E.I. mit zwei Panzern für die Evakuierung auf Huguette 6 vorzustoßen.
Um 22:00 Uhr sitzt die Truppe in den gegnerischen Gräben zwischen den Huguettes fest. Bigeard schickt seine letzten Reserven, welche aber auch im gegnerischen Feuer nicht weiter kommen und sich ab 02:00 Uhr zu dem neuen P.A. Opéra zurückziehen müssen.

Am Sonntag, den 18. April 1954, um 07:30 Uhr erklärt Bigeard den Versuch der Evakuierung für gescheitert und lässt Capitaine Bizard mit seinen Paras und den Legionären des I/2e R.E.I. von Lieutenant Francois in Huguette 6 mitteilen, dass sie den Ausbruch alleine unternehmen müssen oder sich ergeben sollen.
Um 08:00 Uhr beginnt der Ausbruch. Die Legionäre und die Paras stürmen über die gegnerischen Gräben in Richtung der 300m entfernten ersten eigenen Linien. Gedeckt werden sie von dem Legionnaire Horst G., welcher aufgrund seiner Verletzung mit seinem FM freiwillig zurückgeblieben war. Die Artillerie versucht unterdessen, die gegnerischen MG-Schützen unten zu halten. Im Getümmel hört Lieutenant Bergot von der 1re C.E.P.M.L. die Legionäre während ihres Ansturms singen, als sie die gegnerischen Gräben überwinden. Es ist ein Wettlauf mit dem Tod und viele Verwundete müssen zurückgelassen werden. Die Gruppe von Sergent Franz fällt direkt in einen gegnerischen Graben, kann sich aber befreien.
Als Capitaine Bizard gegen 10:40 Uhr die Überlebenden in Huguette 2 um sich gruppiert, zählt er 106 getötete, 79 vermisste und 49 verletzte Männer aus der Gruppe von etwa 300 Mann, die Huguette 6 bis zuletzt gehalten hatte. Unter den Toten ist auch Lieutenant Francois von der 1re Compagnie des I/2e R.E.I.

19. bis 30. April 1954 - Claudine

Während der Kampf um Huguette 6 beendet ist, beginnt der Kampf um Huguette 1, welche sich nun in gleicher aussichtloser Position befindet.
Die angeschlagene 4e Compagnie des I/2e R.E.I. von Lieutenant Bourges auf Huguette 1 soll duch die 4e Compagnie des I/13e D.B.L.E. unter Capitaine Chevalier ausgelöst werden.
Die Legionäre von Chevalier arbeiten sich am Abend des 18. April 1954 von Claudine 2, über Lily 1, Huguette 3 und 2 vor.

Ostermontag, den 19. April 1954, gegen 00:30 Uhr, kommen die Männer 200m vor Huguette 1 in heftiges Feuer. Die gegnerischen Gräben, die sie von Huguette 1 noch trennen, werden darauf von der eigenen Artillerie bis 06:45 Uhr beschossen.
Um 10:00 Uhr ist der Wechsel schließlich vollzogen, die Legionäre des I/13e D.B.L.E. haben die arg mitgenommenen Stellungen von Huguette 1 übernommen, während sich die 4e Compagnie des I/2e R.E.I. in Richtung Claudine zurückgezogen hat. Beide Einheiten mussten bei dem Wechsel wieder Verluste hinnehmen. Bei der 4e Compagnie des I/2e R.E.I. waren es zwei Tote, sechs Vermisste und sechs Verwundete.

Viele Besatzungen der P.A. in der ersten Kampflinie werden im Laufe des Tages ausgelöst. Auch Huguette 3 wird vom I/2e R.E.I., zunächst noch bis auf den Stab um Commandant Clemencon, geräumt und durch die 1er Compagnie des I/13e D.B.L.E. besetzt.
Das I/2e R.E.I., nur noch etwa 300 Mann stark, und von sieben meist verwundeten Offizieren geleitet, besetzt nun die Claudines und damit die relativ ruhigen Positionen des I/13e D.B.L.E.
So übernimmt die 4e Compagnie des I/2e R.E.I. von Lieutenant Bourges den P.A. Claudine 5.

Während die Kämpfe um die Huguettes und im Osten blutig weiter gehen, hat sich der Großteil des I/2e R.E.I. auf den Claudines eingerichtet und unternimmt am 21. April 1954 auch wieder Patrouillen in Richtung Ban Co My. Zudem beteiligt sich eine Abordnung des I/2e R.E.I. am letzten Versuch, den P.A. Huguette 1 zu versorgen.

Den 23. April 1954 machen es die Kämpfe um Eliane nötig, dass auch das I/2e R.E.I. wieder eine Abordnung stellt, welche dort die Truppen herauslöst.
Während die tiefer gelegenen P.A. in Diên Biên Phú im Morast, den der Monsumregen der vergangenen Tage hervorgerufen hatte, unterzugehen drohen, wird schließlich auch die 2e Compagnie des I/2e R.E.I. von Capitaine Schmitz auf Huguette 5 durch die 3e Compagnie des I/13e D.B.L.E. abgelöst und verlegt auf Claudine.
Das I/2e R.E.I. setzt derweil seine nächtlichen Patrouillen südlich von Claudine fort und kommt erneut bis Ban Co My.

Sonntag, den 25. April 1954, nutzt Commandant Clemencon vom I/2e R.E.I., um seine Positionen auf Claudine auszubauen. Die Nacht wurden die Claudines wieder beschossen und auch hier sind die gegnerischen Gräben nah.
Capitaine Bienvault vom 1er B.E.P. hat derweil die Führung der zusammengesetzten 3e Compagnie des I/2e R.E.I. mit den Resten der 1re Compagnie auf Claudine 4 übernommen.
Claudine 5 wird durch die 2e Compagnie des I/2e R.E.I. unter Capitaine Schmitz verstärkt.

Auszeichnungen

des Legionnaire Oskar Ott vom I/2e R.E.I., welcher noch am 27. April 1954 über Diên Biên Phú absprang und die heftigen Kämpfe der letzten Tage der Schlacht erlebte:

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Den 30. April 1954 feiern die Legionäre des I/2e R.E.I. mit den wenigen Vorräten in ihren Gräben und Bunkern auf Claudine.

Mai 1954 - Dien Bien Phu

Am frühen Morgen des 01. Mai 1954 wird eine zusammengesetze Compagnie des I/2e R.E.I., bestehend aus zwei Sections unter Lieutenant Bourges, zur Unterstützung eines Gegenangriffs bei Huguette 5 eingesetzt.

Als die Morgenmeldung nach Hanoi übermittelt wird, setzt ein heftiges Artilleriefeuer auf das Zentrum und die Claudines und Huguettes ein. Giap bereitet seinen letzten Angriff vor.
Während die Kämpfe um die Huguettes und Elianes in die letzte Runde gehen, verbleibt das I/2e R.E.I. unter dem gegnerischen Feuer auf den Claudines.

Den 02. Mai 1954 wird Eliane 12 durch eine Section der 1re Compagnie des I/2e R.E.I. unterstützt. Ein Lazarett muss dort geschützt werden. Die Section hält dort aus bis zum 03. Mai 1954, dann wird sie durch Paras herausgelöst und kehrt auf die Claudines zurück.

Der P.A.Claudine 5 wird von dem Rest der 2e Compagnie des I/2e R.E.I. unter Capitaine Schmitz gehalten, verstärkt durch eine Section des I/4e R.T.M.
In der Nacht zum 05. Mai 1954 desertieren fünf marokkanische Schützen aus Claudine 5. Sie hinterlassen dabei ein Loch in dem Stacheldrahtverhau des P.A., der umgehend durch die Legionäre geschlossen werden muss, da die Vietminh sonst eindringen können. Bei dem Versuch, die Bresche zu schließen, sterben acht Legionäre und 13 weitere werden verwundet. Die Legionäre entwaffnen die übrigen Marokkaner im P.A. daraufhin und schicken sie zu den "Ratten am Nam Youm".

Am Nachmittag des 05. Mai 1954 wird Eliane 12 durch zwei Sections von leicht verwundeten Legionären des I/2e R.E.I. unter Lieutenant Weinberger unterstützt. Den Abend kommt Claudine 5 wieder unter Beschuss, kann aber gehalten werden.

Den 06. Mai 1954 beginnt am Nachmittag der Beschuss mit Stalinorgeln. Auf den Claudines, weiter von Commandant Clemencons Rest des I/2e R.E.I. gehalten, gehen dadurch zwei Drittel der Bunker und Gräben zu Bruch.
Am Abend kämpfen insbesondere die Legionäre der 2e Compagnie des I/2e R.E.I. auf Claudine 5 einen aussichtslosen Kampf gegen einen übermächtigen Gegner in dem zerstörten P.A. Gegen 22:00 Uhr müssen sie sich in die Gräben zwischen Claudine 2 und 4 zurückziehen. Die letzten Reserven aus den umliegenden P.A. werden durch Clemencon mobil gemacht, eine Section der 10e Compagnie des III/13e D.B.L.E., sowie ein Zug Pioniere der Legion greifen ein.
Tatsächlich gelingt es bis 22:30 Uhr, die Vietminh aus Claudine 5 wieder zu vertreiben.

07. Mai 1954 - Dien Bien Phu

Leider können die Legionäre einem zweiten Angriff nicht mehr stand halten. Claudine 5 fällt gegen 02:00 Uhr in der Nacht auf den 07. Mai 1954.

Auf den Elianes ist die Situation ebenfalls außer Kontrolle. Die beiden Sections des I/2e R.E.I. von Lieutenant Weinberger werden gegen 03:30 Uhr zur Unterstützung auf Eliane 10 verlegt. Doch Eliane 10 kann nicht gehalten werden und fällt am Morgen des 07. Mai 1954.

Die Morgenmeldung nach Hanoi am 07. Mai 1954 ist ernüchternd. Das I/2e R.E.I. hat auf den Claudines nur noch zwei schwache Kompanien von etwa 70 bis 80 Mann, hält aber weiter durch. Über Nacht sind weitere P.A. gefallen und es ist nur noch eine Frage von Stunden, bis auch die letzten Stellungen überrant werden. Es wird schließlich die Aufgabe von Diên Biên Phú beschlossen.
Um 17:30 Uhr tritt die Waffenruhe in Kraft und die Vietminh dringen kurz darauf in die Stellungen ein, um die Überlebenden gefangen zu nehmen.

Die Bilanz des des I/2e R.E.I. sieht am Ende der Schlacht bitter aus:

17 Offiziere, 56 Unteroffiziere und 557 Legionäre hatten in den Reihen des I/2e R.E.I. an der Schlacht teilgenommen.
Von diesen sind 3 Offiziere, 15 Unteroffiziere und 238 Legionäre gefallen oder gelten als vermisst.
Weitere 7 Offiziere, 19 Unteroffiziere und 174 Legionäre wurden schwer verletzt. Nur 75 von diesen konnten während und nach der Schlacht evakuiert werden.

Die restlichen Überlebenden des I/2e R.E.I. marschieren den langen Weg in die Gefangenlager der Vietminh.
Nach dem Waffenstillstand kehren im Sommer 1954 nur noch wenige Legionäre des Bataillons aus der Gefangenschaft zurück.

Briefe an Caporal Günter Walther vom I/2° R.E.I.

...die Briefe erreichten ihn nicht mehr. Er verstarb am 26. April 1954 in Dien Bien Phu


Einer jener Legionäre, welche die Schlacht von Diên Biên Phú überlebten, ist Heinz W. aus der 2e Compagnie des I/2e R.E.I.
Doch auch sein Leben änderte sich in Diên Biên Phú auf tragische Weise...

Siehe dazu Feldpost, von Karl Heinz W.

1954 - Neuaufstellung im Hochland von Annam

Das vernichtete I/2e R.E.I. wird zunächst zum 01. Juni 1954 offiziell aufgelöst. Gleichzeitig wird aber das IV/2e R.E.I. unter Commandant Pastre zum neuen I/2e R.E.I. umbenannt.

Das Bataillon ist Eingreifeinheit des Sektors Pleiku im Hochland von Annam und nimmt bis zum Waffenstillstand an allen Operationen im Sektor teil.
Im Juni 1954 sind es die Operationen Rouge, Violette, Rose I und Rose II.

Ab 01. Juli 1954 öffnet das I/2e R.E.I. mit anderen Kräften die R.C. 19 bis nach Dak Doa.
Dort erbaut es in den nächsten Tage mit Pionieren den Posten P.K. 35.
Es ist dabei auf ständiger Tuchfühlung mit den Vietminh, die mit mehreren Bataillonen in der Gegend vertreten sind.

In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 1954 starten die Vietminh einen Angriff auf den P.K. 35 unter heftigem Geschützfeuer. Der Angriff kann durch Gegenfeuer abgewehrt werden, aber unter den anderen eingebundenen Truppen gibt es 23 Tote.

Die Angriffe setzen sich auch in den folgenden Tagen noch fort, obwohl am 27. Juli 1954 der Waffenstillstand ausgerufen wird.

Karte der Region Pleiku an der Kreuzung der R.C. 14/ R.C. 19 (6,3 MB)

1954 bis 1955 - Hue und Quang Tri

Am 25. Juli 1954 übernimmt Chef de Bataillon Lacombe das I/2e R.E.I.

Zum 01. August 1954 verlässt das I/2e R.E.I. schließlich das Hochland und verlegt nach Nha Trang, dem Sitz des 2e R.E.I.

Von dort aus geht es mit dem Rest des Regiments am 14. August 1954 in die Region Quang Tri um Hue an der Küste Annams.

Dort verbleibt das I/2e R.E.I. bis Ende Januar 1955. Dann bricht das Bataillon schließlich per Schiff nach Saigon auf.

Karte der Region Hué und Quang Tri (6,4 MB)

Von Saigon aus tritt das I/2e R.E.I. am 08. Februar 1955 mit dem Rest des 2e R.E.I. und dem 1er B.E.P. auf der Pasteur die Heimreise nach Nordafrika an.

Am 23. Februar 1955 geht das I/2e R.E.I. in Bizerte, Tunesien, von Bord und verlegt zunächst nach Tunis.