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1° Bataillon du 2° R.E.I.

Eskorte

Pince de Homard

Einleitung

Den 08. Mai 1946 unternimmt das I/2° R.E.I. seine bislang größte Operation im Sektor von Phan Rang.

Es geht in den sogenannten Pince de Homard, die "Hummerschere", ein Tal westlich von Phan Rang.
Nach Erkenntnisssen von Capitaine Croze, dem Aufklärungsoffizier des I/2° R.E.I., haben die Vietminh in diesem Bereich ihre Rückszugräume und mehrere Depots.

Am frühen Morgen des 08. Mai 1946 brechen drei Kompanien des I/2° R.E.I., sowie die C.E.M. und die C.A. mit dem Zug in Richtung Süden auf.
In Phuoc Dong verlässt man den Zug und es geht zu Fuß in den Dschungel in Richtung Westen.

Karte der Region Phan Rang mit Phuoc Dong (6,4 MB)

Mittwoch den 08. Mai 1946, Qua Qua und Nhu Ngoc

Der Ablauf der Operation ist aus Sicht von Capitaine Pissards 2e Compagnie des I/2° R.E.I. dokumentiert.
Diese marschiert zunächst an der Spitze der Kolonne des I/2° R.E.I. und nach etwa einer Stunde erreicht man das Dorf Qua Qua.
Man stößt dort bereits auf Widerstand und wird mit autmatischem Feuer aus einem kleinen Wäldchen empfangen.

Während die Section von Sous-Lieutenant De La Condamine sich vorsichtig durch das Reisfeld auf das Wäldchen zuarbeitet, geht die Section von Aspirant Andrieu auf der linken Flanke vor, um die Gegner von der Seite anzugreifen.
Die Vietminh durchschauen das Manöver und ziehen sich schließlich zurück. Unter ihnen konnten auch zwei Deserteure, sowie mehrere Japaner erkannt werden.

Nach dem Gefecht sammelt sich die 2e Compagnie wieder und es geht weiter in Richtung Nhu Ngoc, in südwestlicher Richtung.
Vor dem Dorf wird man erneut beschossen. Es gelingt dem Legionär M. vier der Angreifer mit seinem Bren niederzustrecken. Daraufhin kann man in das Dorf vorstoßen und entdeckt im Gebüsch davor noch mehrere Waffen und Munition.

In Nhu Ngoc sammelt man sich erneut. Die Gefechte des Morgens haben zwei Verletzte gefordert, von denen einer sterben wird.
Der Aufenthalt zieht sich bis gegen 16 Uhr am Nachmittag, dann bricht man in Richtung des Dorfes Dat Boi auf.

Der Weg nach Norden bis Dat Boi ist schwierig, denn man muss durch zahlreiche Reisfelder waten. Dabei steht das Wasser oft bis zum Gürtel.

Mittwoch den 08. Mai 1946, Dat Boi

Schließlich wird Dat Boi erreicht und man richtet sich dort ein, um die Nacht zu verbringen.
Zur Aufklärung entsendet Capitaine Pissard den Sous-Lieutenant De La Condamine mit einer Gruppe Legionäre zu einer Anhöhe, die sich 300 Meter vom Dorf entfernt befindet.

Bei der Annäherung kann die Gruppe von einer Lichtung aus erkennen, dass sich gegnerische Späher auf der Anhöhe befinden. Diese bemerken die Legionäre, so dass diese bald aus einem M.G., zwei F.M. sowie mehreren P.M. und Gewehren beschossen werden.

Von unten können die etwa 100 Meter enfernten Gegner nicht beschossen werden. Die 30 Meter breite Lichtung kann auch nicht umgangen werden, da sie zu langgezogen ist.
Es bleibt Sous-Lieutenant De La Condamine keine Wahl, als mit fünf Legionäre die Lichtung um Sprint zu überqueren.
Das gewagte Manöver gelingt ohne Verluste und man setzt sich am Fuß der Anhöhe fest.

Nun soll auch der Rest der Gruppe die Lichtung an einer anderen Stelle überqueren. Doch diese haben das Bren mit der Munition zu tragen und können nicht so schnell rennen. Und so wird Caporal Divic in der Mitte der Lichtung tödlich getroffen.
Der Legionär M. versucht noch vergeblich die Munition von Divic zu erreichen, die er für sein Bren benötigt. Trotzdem gelingt es auch dem Rest der Gruppe, mit leichteren Blessuren, den gegenüberliegenden Rand der Lichtung zu erreichen.

Kaum angekommen, erkennt M., dass die Gegner nun von der Anhöhe auf die Legionäre zukommen. Es sind Japaner, die sich auf die Seite der Vietminh geschlagen haben.
M. nimmt die Angreifer, die sich bis auf 30 Meter genähert haben, mit seinem Bren unter Feuer. Doch er hat nur vier Magazine.
Auch der Rest der Gruppe wehrt sich mit den zur Verfügung stehenden Waffen, doch die Munition ist schnell aufgebracht und so erwartet man bald den letzten Angriff mit aufgepflanztem Bajonett und der Granate in der Hand.

Glücklicherweise trifft nun Verstärkung aus Dat Boi ein. Die Section von Lieutenant Cazalet aus der 1re Compagnie greift die linke Flanke der Anhöhe an, während die Section von Aspirant Andrieu aus der 2e Compagnie die rechte Flanke übernimmt. Dabei wird er durch ein Projektil im Arm getroffen.

Die Rebellen ergreifen nun die Flucht von der Anhöhe in den Dschungel. In der hereinbrechenden Dunkelheit ist es unmöglich ihnen zu folgen und so ziehen sich die Legionäre des I/2° R.E.I. nach Dat Boi zurück.

Die Moral ist am Boden durch den Tod von Caporal Divic. Zudem folgt nach einem anstrengenden Tag die zweite Nacht mit wenig Schlaf in einer unkonfortablen Umgebung.

Donnerstag den 09. Mai 1946, Pince de Homard

Am nächsten Morgen geht es für die 2e Compagnie des I/2° R.E.I. weiter in Richtung Norden, über Tum Ba und Thai Thic bis zum Eingang des Pince de Homard.

Bevor man in das gut verteidigte Tal vorstößt, wartet man auf die Unterstützung der Luftwaffe. Vier Spitfires kommen bald zum Einsatz, nehmen das Tal unter Feuer und werfen Bomben auf die dortigen Installationen der Vietminh ab.
Diese beschießen die Flugzeuge ihrerseits mit F.M. und sogar mit Flak, 40mm Bofors Kanonen.

Nach dem Einsatz der Kampfflugzeuge stoßen die Legionäre des I/2° R.E.I. in das Tal vor. Doch die Vietminh sind geflohen, ihre Höhlen und Gräben sind leer.
Die 2e Compagnie macht sich an die Verfolgung, stößt jedoch auf keinen einzigen Vietminh mehr.

Dafür werden die Installationen der Vietminh durchsucht. Man stößt auf Vorräte von Lebensmitteln und Medikamenten, aber auch von Munition und Sprengstoff. Dazu Produktionsstätten von Munition, sowie Waffenwerkstätten.

Die Section der Pioniere des I/2° R.E.I. von Lieutenant Barthez sprengt die Installationen in die Luft. Dann macht man sich auf den Rückweg nach Luong Nhon.

Donnerstag den 09. Mai 1946, Luong Nhon

Gegen 16 Uhr am Nachmittag erreicht die 2e Compagnie des I/2° R.E.I. das Dorf Luong Nhon, was per Straße mit Phan Rang verbunden ist.

Dort wird Caporal Stephan Divic provisorisch beigesetzt. Die Legionäre der 2e Compagnie treten vor seinem Grab an und erweisen ihm die letzte Ehre.

Man erfährt auch, dass Aspirant Andrieu die vergangene Nacht über von Dat Boi aus stundenlang bis zur Straße getragen wurde, bis er über Phan Rang nach Nha Trang ins Hospital gebracht werden konnte. Sein Arm ist vermutlich verloren.

Gegen 18 Uhr wird die 2e Compagnie schließlich per LKW von Luong Nhon nach Tour Cham verbracht.

Bilanz

Die Operation im Pince de Homard wird als Erfolg gewertet. Obwohl der Großteil der Vietminh fliehen konnte, ist es doch gelungen wichtige Installationen des Gegners zu zerschlagen, bei nur wenigen eigenen Verlusten.

Doch jeder Verlust ist ein Schicksal. In den nächsten Tagen wird Caporal Stephan Divic aus Luong Nhon geholt und am 15. Mai 1946 in Phan Rang beigesetzt.*

Am gleichen Tag verstirbt auch Sergent Bellori nach Krankheit im Hospital von Phan Rang. Das Klima und die Strapazen setzen den europäischen Legionären besonders zu. Er wird neben Divic und den bisherigen Gefallenen des I/2° R.E.I. in Phan Rang begraben.

Aspirant Andrieu wird wegen seiner Verletzung von Nha Trang in ein Krankenhaus in Saigon verlegt, wo er fast zwei Monate verbleibt, um dann nach Frankreich verschifft zu werden. Er sieht das I/2° R.E.I. nicht wieder.
Seinen Platz als Chef de Section in der 2e Compagnie übernimmt zunächst Adjudant Horvath.


*Heute ruht Caporal Stephan Divic in der Nekropole des Mémorial des Guerres en Indochine in Fréjus, Südfrankreich.