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Aufstellung des 1 B.E.P.

Diên Biên Phú

Einleitung

Gegen den Vorstoß der Vietminh auf Laos 1953, beschließt das französische Oberkommando in Hanoi unter den Generälen Navarre und Cogny am 12. November 1953 die Errichtung einer größeren Befestigung nach dem Vorbild von Na San. Der Plan dafür wurde schon lange zuvor erstellt, aber bislang nicht in Erwägung gezogen.

Es wird der Ort Diên Biên Phú in einem 16 Kilometer langen und 7 Kilometer breiten Talkessel nahe der laotischen Grenze gewählt, welcher von etwa einem Bataillon Vietminh gehalten wird.

Karte der Region um Dien Bien Phu (6,7 MB)

November 1953

Die Luftlandeoperation auf Diên Biên Phú mit dem Namen Castor beginnt am 20. November 1953 mit dem Absprung des 6e B.P.C., dem II/1er R.C.P. und dem 1er B.P.C.
Das 1er B.E.P. folgt am 21. November 1953 mit der 1ère C.E.P.M.L. und dem 8e B.P.C.
Mit dem 5e B.P.V.N., welches am 22. November 1953 abgesetzt wird, sind zunächst insgesamt 4650 Paras in Diên Biên Phú.
Das Tal kann ohne großen Widerstand besetzt werden und man beginnt bald mit dem Ausbau der Stellungen und der Flugpiste. Hunderte von Tonnen Material werden dazu eingeflogen.

Dezember 1953

Anfang Dezember 1953 werden das 6e B.P.C., das 1er B.P.C. und das II/1er R.C.P. zunächst wieder nach Hanoi verlegt.

Am 08. Dezember 1953 erreicht das 2e B.T.(2ème Bataillon Thai) Diên Biên Phú.

Im Verlauf des Dezembers nimmt das 1er B.E.P. an zahlreichen Aufklärungsmissionen um Diên Biên Phú teil.
Am 11. Dezember 1953 unternimmt das G.A.P. 2 zusammengesetzt aus dem 1er B.E.P. mit dem 8e B.P.C. und dem 5e B.P.V.N. einen Vorstoß in Richtung Lai Chau, da sich die Truppen aus Lai Chau in der Operation Pollux nach Diên Biên Phú zurückziehen sollen.
Man stößt auf harten Widerstand, der allein das 1er B.E.P. 28 Tote und Vermisste, sowie 24 Verletzte kostet.
Als man Diên Biên Phú am 15. Dezember 1953 wieder erreicht, sind die Truppen aus Lai Chau mit etwa 2.000 Mann fast komplett aufgerieben.

Mitte Dezember werden weitere Truppen, zunächst der G.M. 9, nach Diên Biên Phú verlegt. Darunter das I/13e D.B.L.E. und das III/13e D.B.L.E., sowie das III/3e R.T.A.

Vom 23. bis zum 28. Dezember 1953 unternehmen das 1er B.E.P. und das 8e B.P.C. einen Vorstoß in Richtung Sop Nao und Muong Khoua in Laos.

Ende Dezember werden schließlich auch die 2° C.M.M.L.E., das V/7e R.T.A., das III/10e R.A.C. und eine Escadron von M24 Chaffee Panzern des 1er R.C.C. eingeflogen.

Januar 1954

Anfang Januar 1954 werden nun auch das III/3e R.E.I., das I/2e R.E.I. und das II/1er R.T.A. von der G.M. 6 eingeflogen.

Nach und nach werden die Stellungen, die P.A., besetzt. Sie sind durch Colonel de Castries, dem Befehlshaber der Truppen in Diên Biên Phú, in alphabetischer Reihenfolge nach Frauennamen benannt.

Der P.A. Gabrielle im Norden ist durch das V/7e R.T.A. besetzt, verstärkt durch die 2° C.M.M.L.E. des 5° R.E.I.
Anne-Marie mit seinen vier, später zwei P.A. im Nordwesten ist durch das 2e B.T. und der 1° C.M.M.L.E. des 3° R.E.I. besetzt.
Béatrice mit seinen drei P.A. im Nordosten wird durch das III/13e D.B.L.E. ausgebaut.
Die fünf, später sieben P.A. von Huguette im Westen werden ab Januar 1954 durch das I/2e R.E.I. gehalten, vorgelagert ist der kleine P.A. Francoise mit einer Compagnie des 2e B.T.
Unterhalb von Huguette ist Claudine mit seinen drei P.A. vom I/13e D.B.L.E. und Artillerieeinheiten besetzt, Eliane mit seinen sechs P.A. im Osten vom I/4e R.T.A. und darunter die fünf P.A. von Dominique vom III/3e R.T.A.
Im Zentrum, nahe der Flugpiste im Nordwesten, das Hauptquartier, das Lazarett und die Parabataillone als Reserve.
Acht Kilometer im Süden, zum Schutz einer zweiten Flugpiste, die fünf P.A. von Isabelle mit dem III/3e R.E.I., dem II/1er R.T.A., dem III/10e R.A.C. und drei Thaikompanien.
Neben den Infanteriebataillonen sind nun auch zahlreiche Pionier- und Instandsetzungseinheiten, zehn M24 Chaffee Panzer und mehrere Artillerieeinheiten und ein Feldlazarett vor Ort.
Die Legion ist mit ca. 4000 Mann in Diên Biên Phú vetreten. Neben den bereits genannten Bataillonen und den gemischte Mörserkompanien der Legion, ist auch die 2e Section der 5e C.M.R.L.E. und die 2e C.R.E.B.L.E. am Platz.

Giap zieht derweil mehrere Divisionen um Diên Biên Phú zusammen. Es gelingt ihm mit der Hilfe von geschätzten 75.000 Trägern auch das schwere Material, insbesondere Artillerie, für seine Truppen nach Diên Biên Phú zu transportieren.
Sein Heer von zunächst etwa 40.000 Soldaten um Diên Biên Phú vergrößert er im Laufe der Schlacht um weitere 10.000 Soldaten.
In den Bergen um sind bald Truppenteile der 304., der 308., der 312., der 316. und der schweren 351. Division versteckt.

Die Aufklärungsmissionen der Truppen aus Diên Biên Phú im Januar 1954 auf die umliegenden Berge sind bald von ständigen heftigen Verlusten begleitet.
Allein am 12. Januar 1954 hat das 1er B.E.P. fünf Tote und 33 Verletzte zu beklagen, als es die Verbindung zwischen dem Zentrum und dem P.A. Isabelle halten will.

Am 15. Januar 1954 fallen die ersten Granaten auf das Flugfeld von Diên Biên Phú. In der Folge der Schlacht fallen fast jeden Tag Granaten auf Diên Biên Phú und kosten Tote und Verletzte. Der Beschuß und die Folgen steigern sich praktisch täglich.
Den Vietminh war es entgegen aller Erwartungen gelungen, Artillerie in den umliegenden Bergen zu positionieren. Bis zum Ende der Schlacht gelingt es nicht, die Artillerie des Vietminh auszuschalten. Die perfekt getarnten Geschütze an den Berghängen können bei Luftangriffen in Höhlen zurückgezogen werden.

Ende Januar wird das 5e B.P.V.N. zunächst wieder nach Hanoi verlegt.

Patrouille

des 1 B.E.P. bei Diên Biên Phú

Foto von Arthur Engel, 2e Compagnie des 1er B.E.P.

Februar 1954

Der Februar ist der Monat der Besuche von Ministern, Parlamentariern und allierten Offizieren.

Gleichzeitig nähern sich die Vietminh immer weiter an die P.A. der französischen Truppen heran. Tag und Nacht werden Gräben in Richtung der P.A. ausgehoben.
Bei den Versuchen, die Gräben am Tage zuzuschütten und die Vietminh zurück zu treiben, stößt man auf immer heftigeren Widerstand. Insbesondere auf den Hügeln im Osten der Festung, wo man ein Geschütz japanischer Herkunft der Vietminh vermutet, dass seit Januar die Festung beschießt.

Bei Vorstößen, am 06. Februar 1954 in Richtung Hügel 781, oder am 12. Februar 1954 und am 15. und 16. Februar 1954 Richtung Nordosten, trifft man auf heftigen Widerstand. Es können zwar die Hügel 561 und 674 eingenommen werden, aber das Geschütz wird nicht entdeckt. An sämtlichen Operationen ist das 1er B.E.P. mit dem 8e B.P.C. beteiligt.
Bei einem erneuten Vorstoß am 20. Februar 1954, werden nördlich von Gabrielle schließlich Artillerieunterstände ausgemacht.

Es wird klar, dass man immer enger eingeschlossen wird und dass ein Angriff nur eine Frage der Zeit ist.
In Diên Biên Phú machen sich 10.871 Männer bereit...

01. bis 12. März 1954

Am 03. März 1954 stößt das 1er B.E.P. erneut auf die Höhe 781 vor. Dort soll die Artillerie der Vietminh ausgeschaltet werden. Die Höhe kann gegen die gut eingegrabenen Vietminh jedoch nicht eingenommen werden. Capitaine Cabiro wird dabei schwer verletzt und kann ausgeflogen werden.

Ab dem 10. März 1954 ist es für die Legionäre des III/13e D.B.L.E. kaum noch möglich Wasser zu holen, da sie schon etwa 100 Meter ausserhalb von Béatrice unter Feuer geraten. Auch die Verbindung zum Zentrum von Diên Biên Phú muss unter Verlusten freigekämpft werden.

Am 11. März 1954 unternimmt das G.A.P. 2 einen letzten Ausbruch auf die Höhe 555, nur 3 Kilometer vom Zentrum von Diên Biên Phú entfernt.

Am gleichen Tag wird eine C-119 Packet auf der Flugpiste durch Granaten zerstört.
Es wird imme deutlicher, dass sämtliche umliegenden Höhe von Vietminh besetzt sind, die mit Flak und Artillerie ausgestattet sind und ein Angriff auf die französischen Stellungen unmittelbar bevor steht.
Die Luftaufklärung meldet ebenfalls deutliche Bewegungen.

Die erste Phase der Schlacht ist abgeschlossen. Die bisherigen Operationen haben bereits einen Tribut von 151 Toten, 88 Vermissten und 798 Verletzen auf französischer Seite gefordert. Hauptsächlich unter den Fallschirmjägern, die an den Vorstößen beteiligt waren.

Béatrice vor dem Sturm

...Legionäre des III/13 D.B.L.E.

Foto von Josef Häsler (im Vordergund), III/13e D.B.L.E.

13. März 1954, Angriff auf Béatrice

Auch am Morgen des Samstag, den 13. März 1954, werden zwei C-47 durch Granatfeuer am Boden zerstört, eine Bearcat wird nahe Béatrice abgeschossen.
Auf Béatrice bereitet man sich derweil auf den bevorstehenden Angriff vor.

Um 17:00 Uhr, beginnt ein heftiges Artilleriefeuer auf die Stellung des III/13e D.B.L.E., den P.A. Béatrice.
Parallel dazu wird auch das Zentrum von Diên Biên Phú wird mit Granaten eingedeckt.
Etwa 20.000 Granaten werden von den Vietminh im Laufe des Angriffs auf den P.A. verschossen, ein Einschlag alle sechs Sekunden, die Auswirkungen sind fatal.

Gegen 18:00 Uhr sind beim III/13e D.B.L.E. bereits Chef de Bataillon Pégot, seine rechte Hand Capitaine Pardi, sowie die Lieutnants Pungier, Carrière, Jego und Lemoine gefallen. Das Bataillon ist damit praktisch führungslos.

Gegen 19:50 Uhr wird auch der P.C. der 13e D.B.L.E. im Zentrum von Diên Biên Phú schwer getroffen. Die Lieutenants Bailly und Bretteville werden getötet, Lieutenant-Colonel Gaucher wird schwer verletzt und stirbt bald darauf. Die Commandanten Martinelli und Vadot werden ebenfalls verletzt.

Bei Einbruch der Dunkelheit beginnen die Menschenwogen von etwa zwei Regimentern der Division 312 mit dem Angriff auf Béatrice.
Auf die anstürmenden Massen verschießt die Artillerie aus Diên Biên Phú im Laufe des Kampfes 1/4 ihres Bestandes an Granaten.
Die Verteidiger setzen alles ein, was ihnen zur Verfügung steht. Dabei werden sogar Napalmfässer gezündet und den Hang hinab gerollt.
Angriff folgt auf Gegenangriff, aber die Übermacht der Vietminh ist zu groß.

Die Stellung kann in dem apokalyptischen Kampf bis gegen 02:00 Uhr gehalten werden, dann sind die Vietminh in fast allen Gräben und die letzten Überlebenden des III/13e D.B.L.E. ziehen sich, sofern sie es noch schaffen, in das Zentrum von Diên Biên Phú zurück.

Auch Chef de Bataillon De Brinon vom I/13e D.B.L.E. wird am 13. März 1954 verletzt. Er übernimmt später die Koordinierung über die Luftabwürfe von Diên Biên Phú.
Capitaine Coutant übernimmt daraufhin die Führung des I/13e D.B.L.E., während Lieutenant Viard die 1ère Compagnie übernimmt.

Am Morgen des 14. März 1954 können die wenigen von den Vietminh zurückgelassenen Verwundeten von Béatrice evakuiert werden.
In der Bilanz gelten 9 Offiziere, 28 Unteroffiziere und 296 Legionäre als vermisst. Sie sind entweder gefallen oder in Gefangenschaft.
Nur zwei Offiziere und 192 Legionäre des III/13e D.B.L.E. haben die acht Stunden Kampf überlebt und es geschafft, sich in das Zentrum von Diên Biên Phú durchzuschlagen.

Gleichzeitig gelingt es den Vietminh am Nachmittag des 14. März 1954 mit ihrem Granatbeschuss auf das Flugfeld sechs Bearcats auzuschalten. Auch der Tower ist so beschädigt, dass Diên Biên Phú über keine eigene Luftunterstützung mehr verfügt.

Brief

von Josef Häsler, III/13 D.B.L.E.

Er hat den Angriff auf den Posten Béatrice vom 13. März 1954 überlebt...

14. März 1954, Angriff auf Gabrielle

Am Abend des 14. März 1954 wird die Stellung Gabrielle, welche vom V/7e R.T.A. gehalten wird, attackiert. Bis zum frühen Morgen währt der aussichtslose Kampf.

Die Legionäre der 2° C.M.M.L.E. unterstützen den Abwehrkampf so gut es geht.
Doch schon bald werden die ersten Mörser durch das schwere Feuer der Vietminh zerstört, auch der Funkkontakt geht verloren.
Als schließlich auch das letzte Geschütz in den Morgstunden zerstört wird, greifen die Legionäre der 2° C.M.M.L.E. in den Kampf als Infanteristen ein.

Ein verlustreicher Gegenangriff von Einheiten des frisch gelandeten 5e B.V.P.N. mit der 3e und 4e Compagnie des 1er B.E.P. und Unterstüzung von M24 Panzern am Morgen des 15. März 1954, kommt am Fuße von Gabrielle zum erliegen.
Trotzdem können noch einige Männer von Gabrielle gerettet werden, darunter auch eine Hand voll Legionäre der 2° C.M.M.L.E.
Der Gegenangriff kostet allein das 1er B.E.P. 9 Tote und 46 Verletzte.

Von den 877 algerische Schützen auf Gabrielle wurden 501 getötet. Es gibt 41 Vermisste und 221 Männern gingen in Gefangenschaft.

Beide P.A. sind am 15. März 1954 verloren. Man weiß heute, dass die Vietminh dafür zwischen 3.000 und 4.000 Tote lassen mussten.

16. bis 29. März 1954

Während am 16. März 1954 das 6e B.P.C. unter Colonel Bigeard landet, macht die Artillerie in Diên Biên Phú ihre traurige Bilanz.
Zahlreiche Geschütze sind durch Gegenbeschuß bereits unbrauchbar geworden und die Crews haben zahlreiche Verluste, dazu wird die Munition knapp. Das Konzept ist nicht aufgegangen und das Desaster absehbar. Colonel Piroth, Commandant der Artillerie in Diên Biên Phú zieht seine eigenen Konsequenzen. Er richtet sich selbst mit einer Handgranate.

Am 17. März 1954 verlassen die Thai auf Anne-Marie 1 und 2 ihre Stellungen und laufen über. Anne-Marie 3 und 4 werden zu Huguette 6 und 7.

Die Flugpiste ist nun fast gänzlich ungeschützt. Bei Tag können Flugzeuge dort wegen des Artilleriebeschuses nicht mehr landen, Verletzte kommen nicht heraus und Diên Biên Phú muss durch Abwürfe aus der Luft versorgt werden.
Aufgrund der Flak der Vietminh kann dies nur aus einer gewissen Höhe geschehen und viele Versorgungspakete landen direkt beim Gegner.
Zunächst konnte man die Vietminh noch ablenken, in dem in der Dunkelheit beleuchtete C-47 langsam über Diên Biên Phú fliegen und die Flak auf sich ziehen, landeten verdunkelte C-47 auf der Flugpiste und konnten so, bis die Sache am 27. März 1954 entdeckt wurde, 223 Verwundete ausfliegen. Ab disem Zeitpunkt kam kein Verwundeter mehr raus.

Am 20. und 21. März 1954 stoßen die Versorgungstrupps von Isabelle auf immer härteren Widerstand bei Ban Kho Lai zwischen Isabelle und Diên Biên Phú.

Eine kleine Ruhepause der Angriffe wird genutzt, um am Morgen des 22. März 1954 einen erneuten Versuch des 1er B.E.P. zu starten, die Verbindung zum P.A. Isabelle aufrecht zu halten. Beim Dorf Ban Kho Lai kommt es zu einem schweren Gefecht, dass das 1er B.E.P. mit Hilfe des II/1er R.T.A. aus Isabelle für sich entscheiden kann. Die Vietminh haben starke Verluste, aber es sterben auch 151 Männer auf französischer Seite, dazu gibt es 72 Verwundete.
Beim 1er B.E.P. ist es die 2e Compagnie, welche die heftigsten Verluste hat. Es gibt 9 Tote, darunter Lieutenant Lecocq, der Commandant der 2e Compagnie, sowie die Lieutenants Bertrand und Raynaud, sowie 20 Verletzte und einen Vermissten.

Auch in den Folgetagen stoßen die Gegenangriffe der Parabataillone auf heftigen Widerstand, der die Männer zermürbt.

Am 24. März 1954 übernimmt Lieutenant-Colonel Langlais das Kommando über Diên Biên Phú. Der überforderte de Castries wird abgesetzt. Es ist de facto ein Putsch der Fallschirmjäger.
Am gleichen Tag sind die Gräben der Vietminh bis auf 50 Meter auf Huguette 6 des I/2e R.E.I. herangerückt.
Die Gräben sind auch bedrohlich nahe an Dominique und Eliane. Dominique 6 wird am 24. März 1954 durch Vietminh eingenommen, aber noch am gleichen Tag zurück erobert und am 25. März 1954 durch Paras verstärkt.

Am 25. März 1954 beteiligt sich das 1er B.E.P. an einem Gegenangriff auf die Gräben der Vietminh um Eliane 4. Gleichzeitig erkämpft man sich mit Hilfe von Panzern wieder die Verbindung zwischen Isabelle und dem Zentrum.

Am 26. März 1954 unternehmen zwei Kompanien des 1er B.E.P. an einem Gegenangriff auf die Gräben der Vietminh um Huguette 6. Etwa 20 Vietminh werden dabei getötet, aber das 1er B.E.P. verliert erneut 2 Tote und 21 Verletzte, darunter Lieutenant Desmaizières.
Eine Dakota wird westlich von Huguette abgeschossen.

Eine ähnliche Gegenoffensive wird am 27. März 1954 durch die verbliebenen Thai auf Huguette 7, sowie Teile des 1er B.E.P. und des 5e B.P.V.N. unternommen.
Als zwei weitere Dakotas am 27. März 1954 abgeschossen werden, muss die Versorgung nun aus noch größerer Höhe abgeworfen werden.
Am gleichen Tag startet die letzte Maschine vom Flugfeld in Diên Biên Phú.

Am 28. März 1954 gelingt es bei einem größeren Gegenangriff von fünf Bataillonen unter der Führung von Bigeard, darunter das 1er B.E.P., und das I/2e R.E.I. als Rückhalt, einige Flak der Vietminh bei Bang Ong Pet im Westen auszuschalten. Ca. 350 Vietminh werden getötet. Der Vorstoß hat allerdings wieder 20 Tote und 72 Verletzte gekostet.

Ab Montag, den 29. März 1954, kommt es zu einigen Umorganisationen im Osten. Dominique 6 wird aufgegeben, Dominique 4 wird zu einem eigenen P.A. unter der Bezeichnung Epervier, gehalten vom 8e B.P.C., und das 1er B.E.P. übernimmt Claudine 6, der zu Junon wird. Die verbleibenden Dominiques und Elianes werden durch Paras verstärkt.

Im Lazarett warten 175 Verwundete auf ihre Evakuierung, aber ab dem 27. März 1954 konnte keine Versorgungsmaschine von Diên Biên Phú aus mehr starten.
Isabelle ist mittlerweile komplett von der Versorgung aus Diên Biên Phú abgeschnitten und muss ebenfalls durch Luftabwürfe versorgt werden.
Ansonsten verläuft der Tag bis auf den täglichen Artilleriebeschuß relativ unspektakulär. Es ist die Ruhe vor dem Sturm.

30. März 1954, Angriff auf Dominique und Eliane

Am Abend des 30. März 1954, ab etwa 18:00 Uhr, attackieren die Divisionen 312 und 316 die P.A. Dominique und Eliane im Osten, sowie Huguette im Westen.

Dominique 1 kann von seinen algerischen Schützen und einer Compagnie des 5e B.P.V.N. nicht gehalten werden und meldet sich ab 21:50 Uhr nicht mehr.
Für Dominique 2 kam das aus bereits gegen 20:00 Uhr.
Da der kleine P.A. Dominique 5 kein Hindernis darstellte, hing nun alles an Dominique 3, da sonst der Weg der Vietminh zum Zentrum von frei gewesen wäre. Der P.A. wurde durch eigenes Artilleriefeuer unterstützt, was den Gegner zurück treiben konnte. Dabei liefen zahlreiche Vietminh in ein Minenfeld, was etwa 200 von ihnen das Leben kostete.

Die Marokkaner von Eliane 1 verlassen ab ca. 19:00 Uhr ihre Positionen und überlassen den P.A. dem Gegner. Eliane 4 ist nun in der Frontlinie, wird aber gehalten.
Eliane 2 kann durch Hilfe einer Compagnie des 1er B.E.P. gehalten werden. Die Compagnie von Lieutenant Luciani die den unteren Teil des P.A. hält, wird dabei allerdings bis 22:00 Uhr fast komplett vernichtet, während sich oben am P.A. die Marokkaner noch halten. Gegen Mitternacht kann ein Gegenangriff von einer weiteren Compagnie des 1er B.E.P. unter Lieutenant Fournier mit Unterstützung von zwei Panzern, die Vietminh von Eliane 2 herunter treiben.

Gleichzeitig kann sich Huguette 7, gehalten von einer Compagnie des 5e B.P.V.N. nur mühsam bis zum Morgen halten. Während der Schlacht im Osten, konnte keine Unterstützung nach dort entsandt werden.

Am 31. März 1954 startet das G.A.P. 2 eine Gegenoffensive. Dabei soll auch das III/3e R.E.I. von Isabelle mit Unterstüzung von Panzern nach Diên Biên Phú vorstoßen.
Bei Ban Kho Lai trifft die Truppe gegen 09:00 Uhr jedoch auf des Regiment 57 und muss sich um 12:00 Uhr nach Isabelle zurückziehen, um nicht aufgerieben zu werden. Es hat weitere 15 Legionäre verloren.

Von Eliane 4 aus, stößt das 8e B.P.C. gegen 13:30 Uhr auf Dominique 2 vor. Auf dem mit hunderten Toten übersähten Hügel trifft es auf ein komplettes Regiment Vietminh, was zum Gegenangriff übergeht. Ohne Verstärkung muss sich das 8e B.P.C. gegen 15:30 Uhr von Dominique 2 zurückziehen.
Dominique 5 wird geräumt und die dortige Thai Kompanie auf Dominique 3 versetzt.

Gleichzeitig gelingt es dem 6e B.P.C. mit dem Rest des 5e B.P.V.N., dass was von Eliane 1 übrig geblieben ist, zu erobern. Ohne Dominique 2 in der Flanke ist es jedoch nur schwer zu halten und so zieht man sich von dort gegen 18:00 Uhr wieder zurück.
Man hatte bis zuletzt mit der Unterstützung eines weiteren Para-Bataillons aus Hanoi gerechnet, was jedoch ausblieb.
Die Lage wird immer aussichtsloser, die Artillerie ist mittlerweile auf die Hälfte ihres Effektivs geschrumpft und muss sich die rare Munition einteilen.

Man entscheidet sich Eliane 2 weiter zu halten. Als es dunkel wird, beginnen die Vietminh mit ihrem Sturm auf Eliane 2.
Das 1er/4 R.T.M., mit Unterstützung von Legionären des 1er B.E.P. und des I/2e R.E.I., kann sich nur schwer gegen den übermächtigen Ansturm halten.
Ab Mitternacht greifen Panzer ein und können den Gegner stoppen, werden aber von Bazookas schwer getroffen. Der Panzer Bazeille muss bewegungsunfähig auf der Spitze des Hügels bleiben.
Bis zum Morgengrauen halten die Truppen auf Eliane 2 unter Lieutenant Luciani weiter durch.
Eliane 4 mit dem 6e B.P.C. und Dominique 3 mit dem 8e B.P.C. sind ebenfalls noch in der Hand der Franzosen.
Auch Huguette 7 konnte über Nacht durch eine Compagnie des 5e B.P.V.N. wieder eingenommen werden, obwohl die Vietminh bereits in den Kommandobunker vorgedrungen waren.

01. bis 08. April 1954

Auf Eliane 2 beginnt der Morgen des 01. April 1954 mit einem Gegenangriff der französischen Truppen, um sich Luft zu verschaffen.
Das 1er B.E.P. verliert dabei weitere 16 Tote und 27 Verwundete, dazu 4 Vermisste. Dies erhöht beim 1er B.E.P. die Verluste der letzten Woche auf 40 Tote, 8 Vermisste und 189 Verwundete.
Ab 14:00 Uhr zieht man die Thai aus dem bedrohten P.A. Francoise in das Zentrum von zurück und entwaffnet sie, bevor sie mit ihren Waffen zum Gegner überlaufen können. Sie werden kurzerhand zu den "Ratten vom Nam Youm" geschickt einer Gruppe, die hauptsächlich aus nordafrikanischen und vietnamesischen Deserteuren besteht und sich unweit des Zentrums in Erdlöchern am Nam Youm eingegraben hat.

Huguette 7 wird durch eine gemischte Compagnie unter Lieutenant Spozio besetzt.

Ab 20:30 Uhr wird endlich Verstärkung abgesetzt. Es sind die ersten Paras des II/1er R.C.P., welche unter heftigem Feuer der Viemtinh Flak abspringen müssen.

Eliane 2
wird durch die Flammenwerfergruppe des I/2e R.E.I. verstärkt; hier setzen sich die schweren Angriffe der Division 316 fort.
Ab 22 Uhr wird die Situation insbesondere für Huguette 7 kritisch. Mehr als zwei Bataillione der Division 308 attackieren den P.A., während sich auch Huguette 6 heftig erwehren muss. Der Rest von Lieutenant Spozios Compagnie muss sich in den letzten Bunker zurückziehen.
Zwei Sectionen des 5e B.P.V.N. und eine Section der 4e Compagnie des I/2e R.E.I., dazu drei Panzer stoßen über Huguette 6 zur Verstärkung zu Huguette 7 vor. Als die Vietminh gegen 04:00 Uhr tatsächlich vor dem Eindruck der Panzer fliehen, sind von Compagnie noch 13 Mann übrig, Spozio selbst ist schwer verwundet.

Aber der kleine Sieg bringt nichts. Am Morgen des 02. April 1954 beschließt Langlais, Huguette 7 aufzugeben. Unter der gegnerischen Artillerie sind die Befestigungen komplett verschwunden und man hat keine Truppen, um den P.A. weiter zu halten.

Auf Eliane 2 ist der Großteil des 1er B.E.P. an einem Gegenangriff auf die Stellungen der Vietminh eingebunden. Auch dieser Vorstoß wird mit weiteren 13 Toten, 9 Vermissten und 23 Verwundeten bezahlt. Unter den Verwundeten ist auch Commandant Guiraud, der nun von Capitaine Vieulès ersetzt wird.
Als die gegenerische Artillerie die Positionen unter Beschuß nimmt, müssen diese gegen 19:30 Uhr wieder geräumt werden und die Vietminh rücken wieder vor.
Der Kampf um Eliane 2 geht über Nacht weiter.
Im Lauf der Nacht werden weitere Paras des II/1er R.C.P. abgesetzt. Leider landen einige über gegnerischen Positionen.

Mittlerweile ist Huguette 6 der letzte Aussenposten im Nordwesten. Der P.A. wird durch die Compagnie von Lieutenant Rastouil aus Überlebenden des III/13e D.B.L.E. und Teilen der 1er Compagnie des I/2e R.E.I. unter Lieutenant Francois gehalten.

Am Morgen des 03. April 1954 bieten die Vietminh den Legionären von Huguette 6 einen angeblichen Gefangenenaustausch an. Als die Gruppen der Sergenten Katzianer und Sterzing die Verwundeten holen wollen, sind es jedoch nur entstellte Leichen. Möglicherweise unter dem Eindruck dieses Ereignisses, fliehen noch am Nachmittag zwölf Legionäre aus Huguette 6, lassen aber ihre Waffen zurück.
Um 19:25 Uhr beginnt der Angriff auf die verbliebenen Legionäre in Huguette 6. Als die Vietminh immer weiter vorstoßen, eilt schließlich eine Compagnie des 8e B.P.C. mit drei Panzern von Épervier aus zur Unterstützung über das Flugfeld in Richtung Huguette 6 heran. Die Panzer können die Vietminh im offenen Feld erwischen und diese ziehen sich unter schweren Verlusten bald zurück.

Aber auch Huguette 1 ist mittlerweile von den Gräben der Vietminh fest eingeschlossen und die Vietminh sprengen in der Nacht einige äußere Stacheldrahtverhaue.

Es gelingt im weiteren Verlauf der Nacht, weitere Männer des II/1er R.C.P. abzusetzen. Am Morgen des 04. April 1954 nehmen sie ihre Positionen auf Eliane 10 und Dominique 3 ein.
Eliane 2 wurde nun insgesamt 107 Stunden ununterbrochen umkämpft. Es waren die heftigsten Grabenkämpfe seit Verdun. Als sich die Division 316 am Morgen des 04. April 1954 überraschend von Eliane 2 zurückzieht, finden sich 1.200 Tote Vietminh an dem Hügel, neben 300 eigenen Toten.

Am Abend des 04. April 1954 werden die Huguettes 1, 5 und 6 erneut schwer unter Artilleriefeuer genommen. Vor Huguette 6 der weiter von 86 Legionären unter den Lieutenants Rastouil und Francois gehalten wird, stehen zwei Regimenter Vietminh zum Angriff bereit und man entsendet gegen 22 Uhr eine Compagnie des I/13e D.B.L.E. unter Capitaine Viard zur Verstärkung.
Als der Angriff beginnt, wird klar, dass diese Kräfte nicht ausreichen, um Huguette 6 zu halten und man entsendet um 01:15 Uhr eine Compagnie des 8e B.P.C. mit zwei Panzern. Diesmal waren die Vietminh jedoch auf die Panzer vorbereitet und beschießen diese mit Bazookas. Der Panzer Conti wir durch eine Mine ausgeschaltet und die Verstärkung kann im gegnerischen Feuer nicht zu Huguette 6 vordringen.
Als um 03:00 Uhr die Nachricht kommt, dass sich die letzten Überlebenden aus Huguette 6 in einem der südlichen Bunker verschanzen, wird um 03:15 Uhr die 2e Compagnie des II/1er R.C.P. unter Capitaine Clédic zur Verstärkung entsandt. In einem schnellen Stoß über das Flugfeld gelingt es, die noch etwa 20 Überlebenden in Huguette 6 um 04:20 Uhr zu erreichen und den Gegner aus den eigenen Gräben zu treiben.
Während man im Morgengrauen Kräfte im Zentrum von Diên Biên Phú sammelt, um Huguette 6 weiter zu verstärken, kann die französische Artillerie und die Luftwaffe dem Gegner vor Huguette 6 schwere Verluste zufügen.

Um 10:00 Uhr, am Morgen des 05. April 1954, werden durch die Compagnie Clédic etwa tote 800 Vietminh um den P.A. Huguette 6 aufgefunden.
Bei allerdings auch etwa 200 eigenen Verlusten, die die Nacht gefordert hatte.

Die Truppen in Diên Biên Phú sind mittlerweile auf 6.295 einsatzfähige Männer reduziert.
Nur noch vier Panzer sind im Zentrum einsatzfähig. Munition und Verpflegung ist knapp. Die Artillerie hat eigentlich nur noch genug Granaten für eine Kampfnacht.
Die Versorgung der eigenen Verletzten ist katastrophal, gleichzeitig müssen auch 2.200 gefangene Vietminh (P.I.M.) überwacht und versorgt werden.

Um Isabelle sieht es nicht besser aus. Mit Hilfe der zwei dort noch intakten Panzern, versucht man, abgeschnitten vom Zentrum, die sich auf 100m nähernden Gräben der Vietminh seit Tagen zu bekämpfen.

Trotz der schlimmen Lage springen bis Mai insgesamt 1.800 Freiwillige verschiedener Einheiten, darunter zahlreiche Fremdenlegionäre, über Diên Biên Phú ab, um die Kameraden in der Festung zu unterstützen. Viele schaffen es nicht in die eigenen Linien sondern landen beim Gegner oder fallen noch in der Luft dem Abwehrfeuer zum Opfer.
Auch zwei 75mm Geschütze landen direkt beim Gegner. Sie können am 06. April 1954 bei einem Vorstoß von Legionären auf das 3 Kilometer südlich gelegene Ban Co My aufgefunden werden.

Die folgenden Tage verlaufen relativ ruhig. Es werden drei neue P.A. gebildet, aus Claudine 1 wird Lily 1, aus Huguette 4 wird Lily 3 und dazwischen wird Lily 2 errichtet. Die P.A. werden am 07. April 1954 durch die Reste des I/4e R.T.M. besetzt.
Huguette 6 wird wieder durch eine Compagnie des 5e B.P.V.N. und eine Compagnie des I/2e R.E.I. besetzt. Teile des I/13e D.B.L.E. besetzen Eliane 2.
Als auf Huguette 2 am gleichen Tag einige Thai desertieren, werden die übrigen Thai an den Nam Youm geschickt und der P.A. durch eine Compagnie des 5e B.P.V.N. besetzt.

Das I/2e R.E.I. ist mittlerweile so ausgeblutet, dass am 08. April 1954 die 1ère und die 3e Compagnie zu einer Compagnie de Marche unter Lieutenant Francois formiert werden. Das Peleton formiert eine Compagnie de Marche 3/13 unter Capitaine Philippe.

09. bis 16. April 1954

In Hanoi werden gleichzeitig Pläne für eine Bodenoperation unter dem Namen Condor von Séno aus in Richtung Diên Biên Phú gemacht. Es sollen drei Bataillone unter Colonel Crèvecoeur, darunter das II/2e R.E.I., zur Rettung von Diên Biên Phú ab 13. April 1954 vorstoßen.
Zudem sollen zwei weitere Parabataillone abgesetzt werden, um Diên Biên Phú zu verstärken. Mit diesen Truppen plant man, Eliane 1 wieder einnehmen zu können.

So wird in der Nacht vom 09. April 1954 auf den 10. April 1954 der erste Teil des 2e B.E.P. über Diên Biên Phú abgesetzt. Trotz der geringen Höhe landen einige Paras nicht mehr über dem zentralen P.A. Épervier, sondern hinter gegnerischen Linien. Nach dem Sprung gelten drei Paras als vermisst, drei wurden getötet, drei weitere verletzt.

Kaum am Boden, werden die Männer des 2e B.E.P. in die Schlacht eingebunden und auf verschiedene P.A. entsandt.
Während der P.C. auf Épervier verbleibt, verlegen die 5e und 8e Compagnie auf Dominique 4, die 7e Compagnie auf Dominique 3.
Durch den dauerhaften Beschuss gibt es bereits am ersten Tag neun Tote und elf Verletzte beim 2e B.E.P.
Unter den Gefallen ist auch Capitaine Delafond. Seine 7e Compagnie wird nun von Lieutenant Le Cour Grandmaison übernommen.

Am frühen Morgen des 10. April 1954 startet Bigeard eine Gegenoffensive von zwei Compagnien seiner Paras des 6e B.P.C., um Eliane 1 wieder einzunehmen. Es gelingt tatsächlich, das Bataillon Vietminh, was den Hügel hält, zu überrennen. Gegen 16:00 Uhr werden die angeschlagenen Compagnien durch zwei frische Compagnien des II/1er R.C.P. ersetzt.
Ab 18:45 Uhr schlagen die Vietminh erst mit drei, dann mit vier Bataillonen zurück. Ohne Verstärkung kann Eliane 1 nicht gehalten werden und so entsendet man zunächst die Compagnien Brandon und Martin des 1er B.E.P., welche aus jeweils nur noch etwa 50 Mann bestehen, dann zwei Compagnien des 5e B.P.V.N.
Beim Angriff geschieht etwas ungewöhnliches, die Legionäre singen das Lied ihres Bataillons, "Contre les Viets".
Der Hügel kann noch weitere 20 Tage gehalten werden, das 1er B.E.P. und das 2e B.E.P. sind daran maßgeblich beteiligt. Die Einheiten verbleiben jeweils 48 Stunden auf Eliane 1 und werden dann, wenn sie ausgeblutet sind, ausgetauscht.

In der Nacht auf den 11. April 1954 springt der Rest der C.C.B., der 5e und der 8e Compagnie , sowie ein Teil der 6e Compagnie des 2e B.E.P. über Diên Biên Phú ab.
Die Kompanien verbleiben auf den am Vortag eingenommenen Stellungen Dominique 3 und 4 und richten sich ein. Die 6e Compagnie verbleibt zunächst auf Épervier.

Unterdessen graben sich die Vietminh immer näher an Huguette 1 heran, welche von der 4e Compagnie des I/2e R.E.I. und den Überlebenden des III/13e D.B.L.E. unter Capitaine Philippe gehalten wird.
Am Sonntag, den 11. April 1954, stößt ein Gegenangriff der 4e Compagnie des I/2e R.E.I. unter Lieutenant Bourges auf heftigen Widerstand, nur 100m von der Stellung entfernt. Fast eine komplette Section, darunter Lieutenant Bourges, wird vermisst. Zwei unterstützende Panzer geraten mit in Bedrängnis.
Huguette 6 wurde unter Lieutenant Bizard und Francois durch die Reste der 1er und 3e Compagnie des I/2e R.E.I. besetzt, auch sie können nicht viel ausrichten.

Am Abend greifen erneut zwei Bataillone Eliane 1 an. Auch die 7e Compagnie des 2e B.E.P. beteiligt sich beim Gegenangriff. Es gelingt, den Gegner bis Mitternacht abzuwehren.
Noch in der Nacht beginnen die 5e und 7e Compagnie des 2e B.E.P. unter der Führung von Lieutenant De Biré mit der Ablösung von zwei Kompanien auf dem im Morgengrauen erneut heftig umkämpften P.A. Eliane 1. Beide Kompanien erleiden bittere Verluste. Bis um 07:00 Uhr morgens währt der erbitterte Kampf, an denen sich auch die beiden B.E.P. beteiligen, dann ziehen sich die Gegner zurück.
Die Nacht kostet allein die beiden B.E.P. erneut 47 Verluste.

Alle Reserven des II/1er R.C.P. werden daraufhin am 12. April 1954 auf Eliane 1 verlegt.
Épervier wird gegen 12:00 Uhr versehentlich von einem eigenen Jagdbomber getroffen.
Die Fehler in der Luft setzen sich am 13. April 1954 fort. Jagdbomber treffen die eigenen Linien zwischen Huguette 1 und 6. Dazu wird ein Depot von den raren 105mm Granaten getroffen, welches in die Luft geht und mehrere Soldaten in den Tod reißt. Nachschub von 105mm Granaten landet hinter den feindlichen Linien und wird umgehend von den Vietminh genutzt, was heftige Schäden an den Befestigungen im Zentrum von Diên Biên Phú zur Folge hat.
Auch die Artillerie im Zentrum muss an diesem Tag wieder heftige Verluste hinnehmen.

Am Morgen des 14. April 1954 werden zahlreiche neue Gräben um Huguette 1 und 6 festgestellt. Die beiden P.A. sind fast komplett umschlossen und vom Zentrum abgeschnitten.
Gegen 12:00 Uhr versuchen Teile des 6e B.P.C. und des 8e B.P.C. zu Huguette 1 vorzustoßen, müssen aber aufgrund gegnerischen Mörserfeuers und durch vom Gegner neu angelegte Minenfelder umkehren.
Patrouillen des I/13e D.B.L.E. stoßen am gleichen Tag bis auf Ban Pa Pe vor.

Während sich der Beginn der Schlacht um die Huguettes abzeichnet, zieht Giap weitere Reserven um Diên Biên Phú zusammen.
In Diên Biên Phú schwinden die Kräfte. Die beiden B.E.P. haben zusammen nur noch die Stärke eines Bataillons. Nach einer Nachricht von De Castries nach Hanoi zählt das I/13e D.B.L.E. noch 354 Mann, das I/2e R.E.I. noch 380 Mann und vom III/13e D.B.L.E. sind noch 80 Mann übrig geblieben.

Im Lazarett werden die Zustände immer katastrophaler. In den letzten zwei Wochen sind weitere 751 Verwundete eingeliefert worden. Es fehlt an Platz und man versucht, neue Bunker für die Verwundeten in den Dreck zu graben. Dies wird durch den einsetzenden Monsumregen erschwert. In den unhygienischen Zuständen breitet sich Wundbrand und Madenbefall unter den Verwundeten aus. Die nötigen Medikamente zu Behandlung fehlen.
Der benachbarte Feldfriedhof muss jede Nacht vergrößert werden...

Obwohl in diesen Tagen mehr Verpflegung abgeworfen werden kann, müssen die Rationen stark gekürzt werden. Auch die Versorgung mit Wasser stellt bald ein Problem dar.

In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1954 ist der Hauptteil des 1er B.E.P. und des 2e B.E.P. mit zahlreichen P.I.M. an der Versorgung von Huguette 6 beteiligt. Vier Stunden sitzen die Legionäre zwischen Huguette 1 und Huguette 2 unter heftigen Infanterie- und Artilleriefeuer fest. Erst gegen 02:40 Uhr gelingt der Durchbruch zu Huguette 6 mit nur einem Teil der Verpflegung.
Der Rückweg ist noch schwieriger. Mit Unterstützung des 8e B.P.C. und Legionären des I/13e D.B.L.E. und der 2e Compagnie des I/2e R.E.I. gelingt der Rückzug erst um 16:15 Uhr des 15. April. Die Verluste sind schwer.

Während einiges an Nachschub an diesem Tag abgeworfen werden kann, landen einige wichtige Dokumente beim Gegner, der damit nun besser über Diên Biên Phú im Bilde ist, wie De Castries selbst.

Freitag, der 16. April 1954, beginnt mit einem erneuten Vorstoß zur Versorgung von Huguette 6 durch die beiden B.E.P. mit dem 6e B.P.C. und einigen P.I.M.
Unter heftigem Feuer gelangt nur ein Teil der Verpflegung an sein Ziel. 42 P.I.M. sterben bei der Operation.

Huguette 1 wird immer enger eingeschlossen. Die Legionäre des I/2e R.E.I. auf Huguette 2 werden durch die 1re und 2e Compagnie des I/13e D.B.L.E. unter Viard und Chounet ausgetauscht.
Am Abend stößt erneut die Gruppe der B.E.P. mit dem 6e B.P.C. erfolgreich auf Huguette 6 vor. Der Marsch im gegnerischen Feuer ist fast mörderische Routine.

Aufgrund der ständigen Verluste, die die Versorgung von Huguette 6 fordert, beschließen Langlais und De Castries noch am gleichen Abend, den P.A. am Folgetag aufzugeben.

17. und 18. April 1954, Huguette 6 wird aufgegeben

Während sich das II/1er R.C.P. am 17. April 1954 auf Eliane 1 erneuten Angriffen der Vietminh stellen muss, versuchen ab 20:00 Uhr das 1er B.E.P., Teile des I/2e R.E.I. und das 8e B.P.C. mit zwei Panzern für die Evakuierung auf Huguette 6 vorzustoßen.
Um 22:00 Uhr sitzt die Truppe in den gegnerischen Gräben zwischen den Huguettes fest. Bigeard schickt seine letzten Reserven, welche aber auch im gegnerischen Feuer nicht weiter kommen und sich ab 02:00 Uhr zu dem neuen P.A. Opéra zurückziehen müssen.

Am Sonntag, den 18. April 1954, um 07:30 Uhr erklärt Bigeard den Versuch der Evakuierung für gescheitert und informiert Bizard mit seinen Legionären und Paras in Huguette 6, dass er den Ausbruch alleine unternehmen muss.
Um 08:00 Uhr beginnt der Ausbruch, die Legionäre stürmen über die gegnerischen Gräben in Richung der 300m entfernten ersten eigenen Linien.
Die Verwundeten müssen zurückgelassen werden, einer von ihnen deckt den Ausbruch mit seinem MG. Die Artillerie versucht, die gegnerischen MG-Schützen unten zu halten.
Im Getümmel hört Lieutenant Bergot von der 1ère C.E.P.M.L. die Legionäre während ihres Ansturms singen, während sie die gegnerischen Gräben überwinden.
Als Bizard gegen 10:40 Uhr die Überlebenden in Huguette 2 um sich gruppiert, zählt er 106 getötete, 79 vermisste und 49 verletzte Legionäre aus der Gruppe von etwa 300 Mann, die Huguette 6 bis zuletzt gehalten hat. Unter den Toten ist auch Lieutenants Francois von der 1re Compagnie des I/2e R.E.I.

18. bis 22. April 1954

Am Nachmittag wird die Artillerie abermals schwer getroffen. Nur noch zwei 155mm Geschütze sind nun intakt, auch zwei 105mm Geschütze werden getroffen.

Während der Kampf um Huguette 6 beendet ist, beginnt der Kampf um Huguette 1, welche sich nun in gleicher aussichtloser Position befindet.
Die angeschlagene 4e Compagnie des I/2e R.E.I. auf Huguette 1 soll duch die 4e Compagnie des I/13e D.B.L.E. unter Capitaine Chevallier ausgelöst werden.
Die Legionäre von Chevallier arbeiten sich am Abend von Claudine 2, über Lily 1, Huguette 3 und 2 vor.

Ostermontag, den 19. April 1954, gegen 00:30 Uhr, kommen die Männer 200m vor Huguette 1 in heftiges Feuer. Die gegnerischen Gräben, die sie von Huguette 1 noch trennen, werden darauf von der eigenen Artillerie bis 06:45 Uhr beschossen.
Um 10:00 Uhr ist der Wechsel schließlich vollzogen, die Legionäre des I/13e D.B.L.E. haben die arg mitgenommenen Stellungen von Huguette 1 übernommen, während sich die Compagnie des I/2e R.E.I. in Richtung Claudine zurückgezogen hat. Beide Einheiten mussten dabei wieder Verluste hinnehmen.

Viele Besatzungen der P.A. in der ersten Kampflinie werden im Laufe des Tages ausgelöst. Auch Huguette 3 wird vom I/2e R.E.I., bis auf den Stab geräumt und durch die 1er Compagnie des I/13e D.B.L.E. besetzt. Das I/2e R.E.I. nur noch etwa 300 Man stark, besetzt nun die Claudines.
Die zweite Compagnie des II/1er R.C.P. wird auf Eliane 1 durch die 7e Compagnie des 2e B.E.P. ersetzt.

Trotz allem wird am gleichen Tag auch wieder eine Offensive in Richtung Süden unternommen. Die gemischte Kampfgruppe aus Legionären und Marokkanern kommt bis Ban Co My, auf dem halben Weg Richtung Isabelle, bis sie dort auf heftigen Widerstand stoßen.
Am Abend landen wieder einige Nachschubkräfte beim Absetzen hinter den gegnerischen Linien. Nur wenigen von diesen gelingt es, sich bis in die eigenen Reihen durchzuschlagen.

Am frühen Morgen des 20. April 1954, gegen 03:15 Uhr kann ein Angriff auf Opéra durch vietnamesische Fallschirmjäger abgewehrt werden.

In Diên Biên Phú hat man am Morgen wieder mt dem Artilleriefeuer der Vietminh zu kämpfen. Man bittet Hanoi den von Vietminh gehaltenen Hügel Dominique 1 durchgängig zu Bombardieren, da von dort aus das Zentrum der Festung konstant beschossen wird. Tatsächlich wird gegen 14:30 Uhr ein Munitionsdepot im Zentrum getroffen.

In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1954 startet eine Compagnie des II/1er R.C.P. einen Überraschungsangriff auf Dominique 6 und kann die Vietminh dort überrennen.
Gleichzeitig beginnen die Vietminh mit ihren Attacken auf Hugutte 1. Nachschub für Huguette 1 kann aus dem Süden nicht herankommen, doch zwischen 10:45 Uhr und 11:30 Uhr schaffen es die vietnamesischen Fallschirmjäger von Opéra in einem bitteren Kampf vorzustoßen.
Man befindet die Versorgung von Huguette 1 daraufhin für zu verlustreich und Langlais entscheidet gegen 14:00 Uhr, dass der P.A. nicht weiter versorgt wird.
Die Legionäre der 4e Compagnie des I/13e D.B.L.E. in Huguette 1 sind damit auf sich allein gestellt.

Auf Claudine hat das I/2e R.E.I. die Positionen des I/13e D.B.L.E. übernommen und unternimmt Patrouillen in Richtung Ban Co My.

Am 22. April 1954, gegen 08:45 Uhr, gelingt einer kleinen Gruppe von Huguette 2 aus der Durchbruch zu Huguette 1, nachdem sie sich die ganze Nacht durchgekämpft hatte.
In der Nacht konnte zudem eine Compagnie des 6e B.P.C. einen Bunker der Vietminh auf Dominique 5 überfallen und ausheben.
Der Tag verläuft ruhig, es ist einmal mehr, die Ruhe vor dem Sturm.

23. April 1954, Huguette 1 fällt

In der Nacht vom 22. auf den 23. April 1954, während wieder eine kleine Gruppe von Legionären von Huguette 2 versucht, mit Wasser auf Huguette 1 durchzustoßen, greifen die Vietminh Huguette 1 an.
Nicht mit den gewohnten Menschenmassen, sondern in kleinen Gruppen, die sich in das Abwehrfeuer werfen.
Gegen 02:30 Uhr wird die letzte Nachricht von Huguette 1 empfangen, mit der Bitte um dringende Unterstützung...
Gegen 07:00 Uhr morgens gelingt es einer Hand voll Fremdenlegionären von Huguette 1, die schützenden Gräben von Huguette 2 zu erreichen.
Der Rest der 4e Compagnie des I/13e D.B.L.E. unter Capitaine Chevallier fiel den Vietminh zum Opfer. Nach Angaben von Augenzeugen gab es keine Gefangenen.

Als Huguette 1 gefallen ist, wird am Morgen ein aussichtloser Gegenangriff beschlossen. Die Wahl fällt auf die letzte Reserve, das 2e B.E.P. mit seinen noch 380 Mann zählenden vier Compagnien.
Bigeard zieht das 2e B.E.P. von Eliane ab und ersetzt es durch Alarmzüge des 6e B.P.C., des II/1er R.C.P. und des I/2e R.E.I. Die Durchführung des Angriffs wird Commandant Liesenfelt überlassen.
Huguette 1 wird zunächst heftig bombardiert und unter Artilleriebeschuß genommen. Dann, gegen 14:25 Uhr, startet die 5e Compagnie unter De Bire von Huguette 2 aus, während sie 6e Compagnie dort in Reserve verbleibt.
Von Opéra aus startet die 7e Compagnie von Lecour-Grandmaison mit der 8e Compagnie von Pètre gegen 14:00 Uhr.
In den Gräben der Vietminh um Huguette 1 kommt der Vorstoß bald zum stoppen, die Hilferufe der Compagnien kommen bei Liesenfelt in Huguette 2 nicht an, da sein Funkgerät verstellt war. Er ging davon aus, dass alles glatt läuft.
Wütend übernimmt Bigeard den Angriff persönlich und ordert den Rückzug gegen 15:25 Uhr an.
In den Gräben spielen sich derweil Dramen ab. So erschießt ein verwundeter Lieutenant sich selbst, da er nicht will, dass seine Leute ihr Leben verlieren, in dem sie versuchen, ihn noch zu retten.
Am Abend wird Bilanz gezogen. Der fehlgeschlagene Angriff hat das 2e B.E.P. rund 150 Mann gekostet. 65 Tote, 9 Vermisste und 68 Verletzte. Liesenfelt wird daraufhin von seinem Kommando enthoben.

24. April 1954

Die Schlacht um die nördlichen Huguettes ist beendet. Auch die Vietminh müssen sich von den Kämpfen erholen. Die 800 Meter Fortschritt haben den Gegner einen guten Teil von drei Regimentern gekostet und die Franzosen etwa 500 Mann.

Der Geländeverlust macht die Abwürfe von Nachschub noch schwieriger, wie bisher. Trotzdem können in der Nacht vom 23. auf den 24. April 1954 abermals 72 Freiwillige abgesetzt werden, dazu wichtige Lebensmittel und Munition.
Die Abwürfe können in den nächsten Tagen jedoch nicht gehalten werden. U.a. da die amerikanischen Zivilpiloten, sich weigern, ohne ausreichende Unterstützung von Kampfflugzeugen, über dem Kessel von Diên Biên Phú eingesetzt zu werden.

Während die Festung nach einem Telegramm um 14:00 Uhr nach Abzug der Verluste, des logistischen Personals und der Artillerie, der "Ratten vom Nam Youm", etc., noch 3.250 Kämpfer zählt, sind die Schwerverletzten im Lazarett auf 878 gestiegen.
Unterdessen konnte Giap frische Truppen heranführen und kommt auf etwa 35.000 Kampftruppen.
Gleichzeitig kann er den Ring der Artillerie und der Flak weiter verdichten, wie Luftaufklärungsfotos des Tages belegen. Dazu teilen gefangene Vietminh mit, dass eine neue Waffe im Anmarsch sei. Was dies ist, wird erst in zehn Tagen klar.

Im Verlauf des Tages werden die Reste der beiden B.E.P. zum Bataillon de Marche Étranger de Parachustistes (B.M.E.P.) unter Commandant Giraud umformiert. Das Bataillon übernimmt einen Teil der Huguettes mit einer Compagnie Marokkaner des I/4e R.T.M.
Beim schwer angeschlagenen II/1er R.C.P. auf Eliane werden die 3e und 4e Compagnie zu einer Compagnie de Marche unter Lieutenant Leguère formiert.

Der P.A. Opéra wird aufgegeben und die Besatzung der Compagnie Bizard des 5e B.P.V.N. richtet sich in einem kleinen neuen P.A. nordwestlich von Épervier ein.

Während die tiefer gelegenen P.A. in Diên Biên Phú im Morast, den der Monsumregen der vergangenen Tage hervoruft, unterzugehen drohen, wird die 2e Compagnie des I/2e R.E.I. auf Huguette 5 durch die 3e Compagnie des I/13e D.B.L.E. abgelöst.

Das I/2e R.E.I. setzt seine nächtlichen Patrouillen südlich von Claudine fort und kommt erneut bis Ban Co My.

25. bis 26. April 1954

Am Sonntag, den 25. April 1954, gegen 02:35 Uhr, werden Vietminh im aufgegebenen P.A. Opéra festgestellt. Die Artillerie von Claudine bekämpft sie erfolgreich.
Auch im Westen graben sich die Vietminh an Claudine und Huguette heran. Die äußeren Huguettes werden durch Mörser beschossen.
Nach dem heftigen Regen der Nacht steht das Wasser in allen Gräben des Tals, trotzdem griffen die Vietminh auch gegen 03:30 Uhr mit Mörsern und Handgranten wieder Eliane 1 an.
Ab 06:00 Uhr übernimmt die gegnerische Artillerie den Beschuß von Eliane 1, der französische Gegenbeschuß kann nur wenig ausrichten.
Unter dem Beschuß werden die Fronteinheiten ausgetauscht. Der Großteil des I/13e D.B.L.E. unter Coutant übernimmt Eliane 2, auf Eliane 1 und 4 stehen die Reste des 6e B.P.C., des II/1er R.C.P. und des 5e B.P.V.N.

Clemencon vom I/2e R.E.I. nutzt den Tag, um seine Positionen auf Claudine auszubauen. Capitaine Bienvault vom 1er B.E.P. hat die Führung der zusammengesetzten 3e Compagnie des I/2e R.E.I. auf Claudine 4 übernommen.
Claudine 5 wird von der 2e Compagnie des I/13e D.B.L.E. unter Capitaine Capeyron übernommen.

Ab 18:00 Uhr setzt das beinahe tägliche Artilleriefeuer auf das Zentrum und Eliane 1 wieder ein.
In der folgenden Nacht kann nur wenig von dem benötigten Nachschub abgesetzt werden und nur 36 Freiwillige.

Der 26. April 1954 wird wieder ein schwarzer Tag für die französische Luftwaffe über Diên Biên Phú. 50 Flugzeuge werden von den Flak der Vietminh getroffen, eine F6F Hellcat und zwei B-26 Bomber stürzen ab.

Am Abend, gegen 20:30 Uhr, wird ein weiteres 155mm Geschütz durch gegnerisches Feuer zerstört. Nun ist nur noch eines übrig - mit 300 Granaten Munition. Damit war das französische Gegenfeuer praktisch erloschen.
In der Nacht können wieder nur 50 Freiwillige abgesetzt werden und nur ein Drittel des abgeworfenen Nachschubs landet in den eigenen Linien.
Die Vietminh können ihren Nachschub bei dem schlechten Wetter für die französische Luftwaffe nun per LKW heranbringen.
Gleichzeitig nähert sich der Gegner in der Nacht weiter im Westen an Lily, Claudine 5 und Huguette 4. Claudine 5 war zudem während der Nacht einem ständigen Artilleriebeschuß ausgesetzt.

Briefe an Caporal Günter Walther vom I/2 R.E.I.

...die Briefe erreichten ihn nicht mehr. Er verstarb am 26. April 1954 in Dien Bien Phu

27. bis 30. April 1954

Am Morgen des 27. April 1954 kann eine Gruppe Fremdenlegionäre erneut bis auf Ban Co My vorstoßen.
Gleichzeitig gelingt es den Paras zwischen Eliane 1 und 4 mehrere Bunker der Vietminh anzugreifen und auszuschalten.

In der Nacht werden nur 24 Freiwillige abgesetzt - zumeist über Isabelle. Das gegnerische Abwehrfeuer hatte ganze Arbeit geleistet.

Auszeichnungen

des Legionnaire Oskar Ott vom I/2e R.E.I., welcher noch am 27. April 1954 über Diên Biên Phú absprang und die heftigen Kämpfe der letzten Tage der Schlacht erlebte:

Zurck

Weiter


Am Morgen des 28. April 1954 liegen schwere Wolken über dem Tal. Zum ersten Mal können keine Luftunterstützungsmissionen geflogen werden, so dass sich kein Flugzeug am Himmel zeigt.
Am Boden kommt es zu Kämpfen um Dominique zwischen den letzten französischen Panzern und den gegnerischen Geschützen.
Gegen 22:00 Uhr gelingt den Paras des B.M.E.P. ein Überraschungsangriff bei Huguette 4. 20 Vietminh werden getötet, bei nur drei eigenen Verletzten.

In der Nacht zum 29. April 1954 kann gegen 0:25 Uhr eine Gruppe von 40 Vietminh beim Bau von Gräben bei Eliane 2 durch eigenen Mörserbeschuß vernichtet werden.

Es gibt noch Hoffnung in Diên Biên Phú, man setzte Erwartungen in eine Rettung durch die Operation Condor, deren Ziel den Männern bekannt war. Auch wenn in der Nach kein einziger Freiwilliger abgesetzt werden konnte, dazu nur wenig Nachschub.

Bei Sonnenaufgang können durch das 8e B.P.C. an Épervier einige Gäben der Vietminh erfolgreich beschossen und vernichtet werden.
Zudem gelingt es einem Freiwilligen des I/13e D.B.L.E. einen Bunker der Vietminh an Eliane 2 mit Sprengstoff in die Luft zu jagen.

Giap reagiert darauf mit einem heftigen Artilleriebeschuß des Zentrums, der erneut 10 Tote und 26 Verletzte fordert. Dazu werden wichtige Reserven an Munition und Nahrungsmitteln getroffen. Von nun an müssen die Männer in Diên Biên Phú mit halben Rationen auskommen.

Am Abend wird der Panzer Douaumont auf Dominique schwer getroffen, seine Besatzung getötet. Er wird zu Huguette 3 verbracht, wo er fest installiert wird. Damit ist nur noch ein Panzer, Sergent Neys Auerstaedt in Betrieb.
In der Nacht kommt es zu verstärkten Aktivitäten der Vietminh. Es gibt einen Angriff auf Dominique 3 am Morgen der durch die Algerier gehalten wird und später trifft eine Patrouille bei Ban Pa Pe auf Widerstand.

Am Freitag, den 30. April 1954, feierten die rund 2.400 Legionäre in Diên Biên Phú Camerone. Auch für die anderen Truppen war es ein Festtag, da die amerikanischen Piloten ihren Streik beendeten und endlich wieder einiges an Nachschub abgesetzt werden konnte.
Gegen 22:00 Uhr jagten Legionäre des I/13e D.B.L.E. erneut einen gegnerischen Bunker auf Eliane 2 in die Luft - um an eine Kiste Wein heranzukommen, die in der Nähe gelandet war.

01. Mai 1954, Huguette 5 fällt

In der Nacht auf den 01. Mai 1954 können wieder 43 Freiwillige abgesetzt werden, dazu ausreichend Nachschub.
Während dessen wird Huguette 5, gehalten durch die Fallschirmjäger des B.M.E.P., durch ein Bataillon Vietminh angegriffen, die sich in den Gräben des P.A. festsetzen.
Die Paras beginnen einen Gegenangriff um 02:30 Uhr, der bis in die Morgenstunden andauert. Gegen 06:00 Uhr sind immer noch einige Vietminh übrig, welche mit Hilfe einer Reservekompanie des I/2e R.E.I. bis 08:00 Uhr in die gegnerischen Gräben zurückgedrängt werden können.
Um 10:00 Uhr ist die Situation wieder unter Kontrolle, jedoch sind 12 Legionäre gefallen, 68 wurden verletzt und 8 werden vermisst.

Die verräterische Ruhe des Gegenübers über den Rest des Tages lässt auf einen bevorstehenden erneuten Angriff schließen.
Man bereitet sich, so gut es geht, darauf vor und zieht Bilanz. Mittlerweile ist Diên Biên Phú auf etwa 2.900 Kämpfer zusammengeschrumpft. Nur noch ein Drittel von dem, was vor dem 13. März 1954 vorhanden war.
Auch die relativ ruhige Phase vom 24. bis zum 30. April 1954 hat 82 Tote und 345 Verletzte gekostet. Bei nur 251 abgesetzten freiwilligen Nachschubkräften. Langlais fordert ein komplettes Bataillon zur Verstärkung.

Als die Nachricht nach Hanoi übermittelt wird, setzt ein heftiges Artilleriefeuer auf das Zentrum und die Claudines und Huguettes ein. Giap bereitet seinen letzten Angriff vor.
Bei Einbruch der Nacht verlagert sich der Beschuß des Zentrums auf Dominique 3 und Eliane.

Gegen 20:00 Uhr setzen fast zwei komplette Divisionen, die 312. und die 316., zum Angriff auf Dominique 3 und Eliane an.

Auch im Westen brach der Angriff los, nach Angriffen der 308. Division auf die verschiedenen P.A., konzentrieren die Vietminh sich auf Huguette 5, wo nach dem heftigen Beschuß nur noch 29 Fallschirmjäger der Legion unter Lieutenant De Stabenrath aushalten.
Sie werden gegen 20:05 Uhr überrannt, ohne die geringste Chance zu haben.

02. Mai 1954, Dominique 3 und Eliane 1 fallen

Auch Dominque 3 hatte kaum eine Chance, die Algerier sind bald ohne Munition und werden, ohne Verstärkung zu erhalten, gegen 02:00 Uhr überrannt.
Auf Eliane 1 wehren sich die Reste des II/1er R.C.P. mit einer schwachen Compagnie des 5e B.P.V.N. vergeblich, sie teilen das Schicksal von Dominique 3.
Um 02:07 meldet Diên Biên Phú die beiden Hügel als verloren.

Huguette 4 wird weiter von einer gemischten Compagnie von Legionsfallschirmjägern unter Capitaine Lucciani gehalten. Abgeschnitten von den anderen P.A. können die Legionäre durchhalten, bis die Vietminh gegen 02:00 Uhr den Angriff zunächst abbrechen.

Um 02:55 Uhr beginnen die Vietminh mit einem Angriff auf Eliane 2 und um 03:05 Uhr auch wieder auf Huguette 4.
Huguette 4 wird durch den letzten Panzer und die Legionäre aus Huguette 3 und die Marokkaner aus Lily 2 unterstützt und kann bis zum Morgen gehalten werden.
Auch Eliane 2 kann durch die Legionäre des I/13e D.B.L.E. in einem bitteren Mann-gegen-Mann Kampf gehalten werden.

Als man am Morgen des 02. Mai 1954 Bilanz der Verluste der Nacht zieht, wird das Ausmaß deutlich. Es gibt 28 Tote, 168 Verletzte und 303 Vermisste. Die Stärke eines Bataillons ist in nur einer Nacht verloren gegangen.

Die Männer in sind langsam am Ende. Die P.A. Eliane 10 und 12, die nun in der ersten Linie liegen, werden mit Verletzten besetzt, die lieber bei ihren Kameraden sterben wollen, als in den überfüllten Gängen des Lazaretts.

Auch das Flugpersonal der französischen Luftwaffe hat im Laufe der Schlacht heftige Verluste hinnehmen müssen. Dies hat nun zur Folge, dass neben den Transportflugzeugen auch die Kampfflugzeuge und Bomber nicht mehr ausreichend besetzt werden können. Diên Biên Phú fehlt somit auch die notwendige Kampfunterstützung aus der Luft.

03. Mai 1954

In der Nacht auf den 03. Mai 1954 werden 107 Mann der 2e Compagnie des 1er B.P.C. unter Lieutenant Edme abgesetzt. Sie werden umgehend zur Verstärkung von Eliane 2 eingesetzt.
Gleichzeitig wird wieder nur etwa die Hälfte des benötigten Nachschubs abgesetzt.

Der Regen hält an und erschwert auch den Vietminh die Versorgung und den Vormarsch. Allerdings haben sie nicht unter dem konstanten Artilleriebeschuß zu leiden.
Eine Patrouille von Claudine 3 nutzt den Regen und kann in Richtung Ban Pa Pe vorstoßen. Legionären des I/13e D.B.L.E. auf Eliane 2 gelingt es abermals einen gegnerischen Bunker zu sprengen.
Die Vietminh hatten in den letzten Tage konstant Stollen in Eliane 2 gegraben, dies hat nun aufgehört und Chef de Bataillon Coutant beginnt sich zu sorgen. Man befürchtet, dass die Vietminh den Hügel von innen sprengen wollen.

In der Dämmerung beginnt die französische Artillerie, die von Vietminh gehaltene Position Eliane 1 zu beschießen.
Claudine wird weiter vom Gegner beschossen, die Männer dort bauen den Abflussgraben zwischen Claudine 4 und 5, in dem sie bis zur Hüfte im Wasser stehen, zu einer Verteidigungslinie aus.
Auch auf Eliane 4 versuchen die Paras, die sich im Regen und Artilleriebeschuß auflösende Befestigung wieder zu richten.

Derweil wird in Hanoi beratschlagt, ob man das 1er B.P.C., oder die neu in Indochina eingetroffenen 7e B.P.C. oder 3e B.E.P. in Diên Biên Phú oder zur Unterstützung der Operation Condor für einen Ausbruch der Garnison einsetzen soll.
Man beschließt, das 1er B.P.C. über Diên Biên Phú abzusetzen.

04. Mai 1954, Huguette 4 ist verloren

Um 00:25 Uhr bricht ein heftiger Angriff über Huguette 4 ein. Es ist einer der schwersten Angriffe seit Beginn der Schlacht.
Gegen die 80 Männer, Legionäre und Marokkaner, unter Capitaine Luciani, stürmen zwei Regimenter mit etwa 3.000 Vietminh an.
Gegen 02:00 Uhr wird Huguette 4 trotz schwerer Verluste immer noch gehalten, hunderte Vietminh sind bereits gefallen und liegen vor dem P.A.
Um 03:35 Uhr hört man im P.C. über Funk mit, wie der Unterstand des jungen Lieutenants, der Huguette 4 übernommen hat, nachdem Luciani kurz zuvor schwer verwundet wurde, überrannt wird und dieser erschossen wird.
Man bereitet einen Gegenangriff vor, um den Gegner dann zu erwischen, wenn er sich in der neuen Position noch nicht zurecht gefunden hat.
Gegen 06:00 Uhr beginnt der Gegenangriff mit etwa 100 Legionsfallschirmjägern und Marokanern aus den verbleibenden Huguettes.
Tatsächlich schafft man es, sich bis in die vorderen Gräben vor Huguette 4 durchzukämpfen, wird dort aber durch die Massen von immer noch über 2.000 Vietminh gestoppt.
Huguette 4 ist am Morgen definitv verloren, und mit dem P.A. 14 Tote, 58 Verwundete und 150 Vermisste.

Vom Nachschub ist über Nacht wieder nur ein kleiner Teil angekommen. Dafür wurden aber 125 Männer der 3e Compagnie des 1er B.P.C. unter Capitaine Pouget abgesetzt. Die Männer sammeln sich in Épervier und werden zu Eliane 3 verlegt. Für den Weg brauchen sie im Artilleriebeschuß ganze sches Stunden. Auf Eliane 3 erwartet sie ein bedrückendes Bild von den 300 Man dort sind fast alle verletzt, Sanitäter kümmern sich um die schwerer Verletzten, während die leichter verletzten an dem MG´s ausharren.

De Castries zeigt sich an diesem Tag seit Wochen zum ersten Mal ausserhalb seines Bunkers. Er will die am schwersten Verwundeten im Lazarett besuchen. Als ihm Oberstabsarzt Grauwin dort entgegnet, dass hier alle schwer verwundet sind nimmt er sich die Zeit, einen Großteil persönlich aufzusuchen. Es dauert den ganzen Tag, es sind mittlerweile 1.260.

Derweil werden über Diên Biên Phú gegen 16:00 Uhr wieder zwei B-26 Bomber abgeschossen.
Am Boden nutzt man den Tag, um die durch den Regen schwer beschädigten Bunker und Unterstände zu richten, wo es geht. Die Pioniere leisten dabei Schwerstarbeit, wie schon in den vergangenen Tagen und Wochen, und dies unter ständigem Beschuß.

05. Mai 1954

Claudine 5 wird von dem Rest der 2e Compagnie des I/2e R.E.I. unter Capitaine Schmitz gehalten, verstärkt durch eine Section des I/4e R.T.M.
In der Nacht zum 05. Mai 1954 desertieren fünf marokkanische Schützen aus Claudine 5. Sie hinterlassen dabei eine Lücke in dem Stacheldrahtverhau des P.A., der umgehend durch die Legionäre geschlossen werden muss, da die Vietminh sonst eindringen können.
Bei dem Versuch, die Bresche zu schließen, sterben 8 Legionäre und 13 weitere werden verwundet. Die Legionäre entwaffnen die übrigen Marokkaner im P.A. daraufhin und schicken sie zu den "Ratten am Nam Youm".

In der Nacht können wieder weit weniger Nachschubgüter wie benötigt abgeworfen werden. Insbesondere die Artilleriemunition reicht nur noch für einen Tag, falls es wieder zu einem schweren Angriff kommen sollte.
Dafür werden Teile der 4e Compagnie des 1er B.P.C. unter Capitanie Tréhiou mit dem Stab des Bataillons unter Colonel De Bazin erfolgreich abgesetzt.

Während De Bazin schon nach wenigen Stunden durch Granatsplitter schwer verletzt ausfällt, übernimmt Pouget das 1er B.P.C. und löst mit dem Bataillon das I/13e D.B.L.E. auf Eliane 2 ab. Im Tagesverlauf versucht eine Patrouille, den Eingang zum Stollen der Vietminh am Fuß von Eliane 2 zu sprengen, wird aber komplett aufgerieben.
Die Legionäre des I/13e D.B.L.E. übernehmen nun Junon, während die Marokkaner von Eliane 2 auf Eliane 3 verlegt werden.
Östlich von Eliane 1 wird eine größere Ansammlung von Vietminh durch französische Artillerie bekämpft. Man befürchet, dass sie die tiefer gelegenen P.A. Eliane 10 und 12 angreifen wollen. Eliane 12 wird nur durch zwei Sectionen von leicht verwundeten Legionären des I/2e R.E.I. unter Lieutenant Weinberger gehalten.
Auf den Beschuß antworten die Vietminh ab 18:12 Uhr mit einem heftigen vierstündigen Gegenbeschuß, der erneut 14 Tote und 48 Verwundete kostet.

Am Abend erhält die Besatzung von Diên Biên Phú zwei wichtige Nachrichten. Zum einen ist die Marschkolonne Condor nur noch 50km von entfernt, zum anderen gibt man De Castries aus Hanoi endlich grünes Licht für einen Ausbruch, die Operation Albatross, wenn er es für notwendig hält. Allerdings macht man ihm auch klar, dass man erwartet, dass die Festung weiter gehalten wird.

06. Mai 1954, Angriff auf die Elianes

In der Nacht zum 06. Mai 1954 kann ein leichterer Angriff gegen Eliane 3 durch eine Compagnie des 6e B.P.C. abgewehrt werden.
Schwere Angriffe gegen Huguette 3 und 5 können durch die Legionäre des B.M.E.P. abgewehrt werden. In zwei Gegenangriffen, kann man die Vietminh aus den eigenen Gräben wieder zurücktreiben.
Die Nacht bringt überraschenderweise die größten Nachschubabwürfe seit drei Wochen. Allerdings können viele Container, insbesondere mit wichtiger Artilleriemunition abseits der eigenen Gräben, so dass man frühestens in der kommenden Nacht versuchen kann diese zu bergen. Ein Bergung bei Tag wäre, wie seit Wochen bereits, ein Selbstmordunternehmen.
Bei einem großen Aufgebot der Luftwaffe gegen die Flak der Vietminh, halten sich diese zurück. Jedoch wird eine C-119 abgeschossen. Glücklicherweise stürzt das mit Munition beladene Flugzeug hinter den gegnerischen Linien ab.
Gleichzeitig werden wieder 91 Paras des 1er B.P.C. abgesetzt, allerdings müssen viele der restlichen Paras des 1er B.P.C., darunter die komplette 1er Compagnie bei Sonnenaufgang unverrichtet nach Hanoi zurückkehren.

Am Morgen hofft man darauf, dass in der kommenden Nacht der Rest des 1er B.P.C., immerhin noch 493 Mann, abgesetzt werden und die Munition eingesammelt werden kann. So hätte man sich eventuell über den nächsten großen Angriff retten können.
Aber wie der Nachrichtendienst folgerichtig mitteilt, steht der Großangriff noch heute bevor und die 91 Mann aus der Nacht, sind die letzten, die noch über Diên Biên Phú abgesetzt werden.
Die Luftbilder zeigten, die Vietminh hatten ihr Netz aus Gräben u.a. an Eliane 2 weiter ausgebaut. Was die Fotos nicht zeigten, der Stollen unter Eliane 2 war bereits mit 3.000kg TNT gefüllt.

In Diên Biên Phú macht man sich bereit für den Angriff. Auf den Elianes sind nun etwa 750 Paras. Auf Eliane 4 sind die Reste des 5e B.P.V.N. und des II/1er R.C.P. unter Bréchignac und Botella, verstärkt durch die 4e Compagnie des 1er B.P.C.
Eliane 2 wird vom Rest des 1er B.P.C., der 2e und 3e Compagnie unter Capitaine Pouget, gehalten, während Eliane 3 noch durch Legionäre des I/13e D.B.L.E. mit einem Zug des I/4e R.T.M. besetzt ist, im Laufe des Tages aber durch den Rest des I/13e D.B.L.E. aus Junon verstärkt wird.
Eliane 12 wird vom Rest des 6e B.P.C. unter Thomas, Eliane 10 und 11 durch gemischte Einheiten aus Algeriern, Thai und Pionieren unter Chenel gehalten.
Tourret hält mit dem Rest des 8e B.P.C. Épervier mit dem namenlosen P.A. und Dominique 4.
Guirauds noch etwa 160 Legionäre des B.M.E.P. halten immer noch die restlichen Huguettes, Huguette 2 und 3.
Lily 1 und 2 werden durch Nicolas Marokkaner, verstärkt durch einige Legionäre, gehalten und Claudine weiter unter Clemencons Rest des I/2e R.E.I.
Junon ist mittlerweile von über 600 Verwundeten belagert, und wird verteidigt durch einige Legionäre des I/13e D.B.L.E., einigen Thai und Bodenpersonal der franz. Luftwaffe.

Am Mittag des 06. Mai 1954 lässt Giap seine neue Waffe losheulen. Zum ersten Mal im Indochinakrieg kommen sowjetische Katyusha-Raketen zum Einsatz, sogenannte Stalinorgeln.
Der psychologsche Effekt auf die Männer und der Schaden, den die laut heulenden Raketen an den sich auflösenden Stellungen anrichten ist enorm. Dazu explodieren Depots und uneingesammelte Container aus den Luftabwürfen, auch die Reserven an Medikamenten werden vernichtet.
Allein Claudine 5 berichtet am Ende des Nachmittags, dass durch die Raketen 3/4 seiner Bunker und Gräben zerstört wurden.

Um 17:30 Uhr setzt die gegnerische Artillerie ein mit einem gewaltigen Feuer auf Eliane 2 und 4 ein. Den Männern bleibt nichts anderes übrig, als den Beschuß und den drauf folgenden Angriff abzuwarten.

Noch im letzten Tageslicht, gegen 18:45 Uhr, beginnt das Regiment 102 mit seinem Angriff auf Eliane 2.
Als die etwa 1.000 Vietminh die Hänge von Eliane 2 ungeschützt erklimmen, setzt die französische Artillerie ein. Der Effekt ist immens. Der Angriff bricht ab und man zählt etwa 200 tote Vietminh am Hang von Eliane 2.
Aber die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Kurz darauf beschießen die Vietminh Eliane 2 mit allen verfügbaren Geschützen.

Gleichzeitig kämpfen die Legionäre der 2e Compagnie des I/2e R.E.I. auf Claudine 5 gegen einen Übermächtigen Gegner in dem zerstörten P.A.
Gegen 22:00 Uhr müssen sie sich in die Gräben zwischen Claudine 2 und 4 zurückziehen. Die letzten Reserven aus den umliegenden P.A. werden durch Clemencon mobil gemacht, ein Zug von Überlendenden des III/13e D.B.L.E., sowie ein Zug Pioniere der Legion greifen ein.
Tatsächlich gelingt es bis 22:30 Uhr, die Vietminh aus Claudine 5 wieder zu vertreiben.
Leider können die Legionäre einem zweiten Angriff nicht mehr stand halten, Claudine 5 fällt gegen 02:00 Uhr in der Nacht.

Um 22:00 Uhr begann auch der Großangriff auf Eliane 4 und 10. Etwa zwei Regimenter Vietminh greifen an.
Zunächst können sich die vietnamesischen Paras des 5e B.P.V.N. auf Eliane 4 halten, müssen aber immer mehr Boden abgeben. Zwei Züge des B.M.E.P. unter Lecour-Grandmaison und Fournier werden zur Verstärkung aus dem Westen entsandt.

Im Himmel warten derzeit die Männer des übrigen 1er B.P.C. auf ihren Absprung, aber über dem erleuchteten Schlachtfeld wäre dies Selbstmord. Im Dunkeln können die P.A. jedoch nicht verteidigt werden und so muss man sich gegen die Verstärkung aus der Luft entscheiden.

07. Mai 1954, Das Ende

Eliane 4 wird darauf weiter verstärkt, aus Épervier und erneut einer 60 Mann Compagnie des B.M.E.P. unter Lieutenant Brandon.

Auf Eliane 10 kämpfen die Paras des 6e B.P.C. mit den eingtreffenden Verstärkungen ihren letzten Kampf. Sie halten durch bis um 03:00 Uhr, dann ziehen sich die letzen 20 Überlebenden in den letzten Bunker zurück.

Das Ende war zwischenzeitlich für Eliane 2 gekommen. Nach dem ersten abgewehrten Angriff zeigte sich der Gegner nur sporadisch, aber um 23:00 Uhr sprengten die Vietminh den Stollen unter Eliane 2.
Zahlreiche Bunker werden dadurch zerstört, die Besatzungen unter der Erde begraben. Aber man kann, trotz Mangel an Munition und Verstärkung, gegen der erneuten Angriff des Regiments 102 durchhalten.
Die versprochene Verstärkung durch die Legionäre unter Lecour-Grandmaison trifft jedoch bis 03:00 Uhr immer noch nicht ein. Dieser konnte Eliane 2 im Artilleriefeuer der Vietminh nicht erreichen und wurde erneut zu Eliane 4 beordert, welcher weiter gehalten wird.
Pouget hält mit seinen noch etwa 35 Männern noch bis ca. 04:00 Uhr durch, dann wird er überrannt. Eliane 2 ist gefallen, bis auf die Karkasse des Panzers Bazeilles, hier halten noch zwei Sergents bis 04:40 Uhr durch.

Auf Eliane 4 konnte man mit den letzten zusammengesuchten Verstärkungen bis in den Morgen halten, der letzte Angriff um 05:30 Uhr konnte noch abgewehrt werden. Als sich jedoch gegen 06:30 Uhr ein frisches Bataillon Vietminh zum Angriff bereit macht, ist klar, dass man sich nicht mehr halten kann.

Während man auf französischer Seite versucht, Kräfte für einen Gegenangriff auf Eliane 2 zusammen zu stellen, beginnt um 08:05 Uhr die letzte Attacke auf Eliane 4 und Eliane 10.
Eliane 4 fällt ab 9:00 Uhr unter den Horden der, französische Uniformen und Stahlhelme tragenden, Vietminh, die sie aus den bei ihnen gelandeten Nachschubabwürfen erlangen konnten.
Gegen 09:30 Uhr ertönt der letzte Gefechtslärm von Eliane 4. Nur wenigen war es gelungen, sich zu Eliane 10 zurückzuziehen. Vergeblich, denn Eliane 10 fiel zur gleichen Zeit.
Die französischen Para-Bataillone auf den Elianes waren damit ausgelöscht.

Eliane 11 und 12, mit ihren schwachen Besatzungen hatten den Vietminh nun nichts mehr entgegen zu setzen.
Nur Eliane 3 war im Osten noch fest in der Hand des I/13e D.B.L.E.

Die Morgenmeldung nach Hanoi ist ernüchternd. Auch das I/2e R.E.I. und das I/13e D.B.L.E. haben nur noch zwei schwache Kompanien von etwa 70 bis 80 Mann.

Der Rest des 8e B.P.C. räumt gegen 10:30 Uhr auf Befehl den P.A. Épervier und zieht sich auf die Gräben des P.C. zurück.
Im Westen versucht man die noch übrigen P.A. mit den ausgedünnten Truppen zu halten.

Im spärlichen Rest von Diên Biên Phú macht man sich nun für einen möglichen Ausbruch von Junon aus beim Einbruch der Nacht bereit.
Die Verwundeten müssen zurückgelassen werden, während sich die wenigen Kampftruppen, die noch im Stande wären, einen Ausbruch zu versuchen, in Junon sammeln.
Die Bataillonskommandeure von Diên Biên Phú sammeln sich im P.C. Es war vorgesehen, dass man Streichhölzer zieht, um zu entscheiden, wer den Ausbruch mit einem Scheinangriff deckt und wer den Ausbruch versuchen darf. Es wird allerdings klar, dass die Truppen nicht mehr in der Lage sind einen Ausbruch zu versuchen.
Viele hatten seit Wochen nicht geschlafen und seit Tagen nicht gegessen. Es gab nicht wenige Männer, die durch totale Erschöpfung verstorben sind.
Den Versuch, Diên Biên Phú weiter bis zum letzten Mann zu halten, wäre ein unnützes Massaker. Man beschließt schließlich, den Vietminh am Nachmittag mitzuteilen, dass der Kampf um 17:30 Uhr beendet wird, allerdings ohne weiße Flaggen.

Es ist 13:00 Uhr, östlich des Nam Youm sammlen sich die Vietminh für den letzten Ansturm.
Zunächst scheint es, als könne man Eliane 11 und 12 mit Hilfe von Eliane 3 doch noch bis zum Einbruch der Nacht halten, die Legionäre des I/13e D.B.L.E. wehren sich erbittert.
Aber als die noch marschfähigen Legionäre aus Eliane 3 abgezogen werden schwenken die noch übrig gebliebenen Marokkaner ab 15:00 Uhr weiße Tücher.
Giap ordert seine Truppen, nicht nachzulassen und den Druck auf beiden Fronten, im Osten und im Westen aufrecht zu halten.
Bald darauf, gegen 16:00 Uhr fallen auch Eliane 11 und 12. Die komplette Ostseite des Nam Youm gehört nun den Vietminh.

Die verschiedenen P.A. werden ab 16:30 Uhr über den Waffenstillstand ab 17:30 Uhr informiert und man beginnt mit dem Vernichten der schweren Waffen, Funkgeräte, etc. Auch Hanoi wird darüber in einem letzten Funkgespräch zwischen De Castries und Cogny darüber in Kenntnis gesetzt.
Ab 17:00 Uhr kehrt Stille über Diên Biên Phú ein und die Vietminh beginnen nach und nach mit dem Durchsuchen der Stellungen. Der P.C. wird um 17:30 Uhr eingenommen. Ab 17:40 Uhr weht die rote Flagge über dem P.C., eine weiße Flagge wurde ,wie abgesprochen, nirgendwo gehisst.
Die letzten Stellungen im Westen werden bis 18:20 Uhr eingenommen. Die Männer werden entwaffnet und zusammengetrieben.

Damit ist Diên Biên Phú gefallen, bis auf Isabelle im Süden...

Isabelle

Isabelle hat unterdessen, abgeschnitten von Diên Biên Phú, weiter durchgehalten.

Colonel Lalande vom III/3e R.E.I. war im II. Weltkrieg bei der Artillerie und hat seine Festung mit Fachwissen ausbauen lassen. Zum Glück für seine Männer, die den konstanten Artilleriebeschuß der letzten Wochen sonst nicht Stand gehalten hätten.
Der Beschuß hatte am Morgen des 13. März 1954 begonnen und wurde zunächst für eigenes Feuer gehalten, da man nicht daran dachte, die Vietminh könnten über Artillerie verfügen.

Isabelle 5, gehalten von Lieutenant Wieme und seinen zwei Compagnien Thai, ist durch den Nam Youm vom Rest des Postens abgetrennt. Man hatte sich dort seit 30. März den Angriffen der Vietminh aussetzen müssen.

Der eigentliche Angriff hatte für Isabelle am 02. April 1954 begonnen. Einige seiner Geschütze fielen schon der ersten Nacht der Artillerie der Vietminh zum Opfer.
Bis zum 05. April 1954 waren die Gräben der etwa 3500 Vietminh um Isabelle, bis auf 100m herangerückt, was verlustreiche Gegenangriffe forderte.
Als bis zum 15. April 1954 etwa 10 Prozent seiner Thai getötet und 40 Prozent vermisst sind, bittet Wieme auf Isabelle 5 um Ablösung.
Die Ablösephase wird vom Vietminh für einen Angriff genutzt und führt zu bitteren Verlusten.
Am frühen Morgen des 19. April 1954, gegen 04:00 Uhr, startet das III/3e R.E.I. mit Unterstützung von Panzern einen Angriff, welcher den Vietminh zwar Verluste beibringt, die Situation aber nicht verändert.
Ein Gegenangriff kann bis 17:00 Uhr zurückgeschlagen werden.
Am gleichen Tag wurde auf Isabelle die letzte warme Mahlzeit gegessen. Das Versorgungsproblem erwies sich hier noch gravierender als im Zentrum von Diên Biên Phú. Die Männer hungerten ab dem 20. April 1954.
Das III/3e R.E.I. war zu diesem Zeitpunkt bereits auf 400 Mann geschrumpft. Die Besatzung auf Isabelle insgesamt von 1.663 auf 1.400.
Nach einem gescheiterten Angriff der algerischen Tirailleurs am 26. April 1954, wäre es fast zu einer Meuterei gekommen.
Am 29. April 1954 setzen die Vietminh einige 75mm Geschütze, kombiniert mit den erbeuteten amerikanischen 105mm Granaten gegen Isabelle 5 ein. Die Position wird praktisch in Stücke geschossen.
Am 30. April 1954 wird auf Isabelle Camerone gefeiert. Nachdem das Essen bereits in der Vorwoche ausgegangen ist, ist nun auch die Artilleriemunition am Ende.
In der Nacht des 01. Mai 1954 wird der Druck auf Isabelle noch härter. Während Vietminh im Nordosten von Isabelle 5 durchbrechen, gelingt den Legionäre im Westen ein Vorstoß von 200m.
Isabelle 5 wird am 02. Mai 1954 Schauplatz von Angriffen und Gegenangriffen. Letzendlich kann die Position aber nicht mehr gehalten werden. Nachdem die Postion über Nacht in die Hände der Vietminh geraten war, starten die Legionäre des III/3e R.E.I. am 3. Mai einen letzten Gegenangriff auf Isabelle 5.
Am 04. Mai 1954 wird im Westen ein Vorstoß unternommen. Bei der Operation im Monsumregen werden abermals 30 Legionäre verwundet.
Am 05. Mai 1954 trifft die Nachricht der möglichen Operation Albatross, des Ausbruchs der Garnison nach Süden, auf Isabelle ein, wird aber von Lalande für sich behalten.
Am Abend des 06. Mai 1954 sind auch die letzen 105mm Geschütze von Isabelle zerstört. Das Artilleriefeuer auf Isabelle geht die ganze Nacht hindurch.

Am 07. Mai 1954 kann man von Isabelle aus, die Explosionen der Munitionsdepots in beobachten. Gegen 16:00 Uhr kommt die Nachricht von De Castries, dass die Festung fallen wird und dass Isabelle einen Ausbruch in Richtung von Crevecoeurs Condor Kolonne versuchen kann.
Lalande stellt seinen Männern die Entscheidung frei. Dei schweren Geschütze werden zerstört. Die Verwundeten zurückgelassen.
Am Abend, gegen 22:00 Uhr, versucht die 9e und die 12e Compagnie des III/3e R.E.I. den Ausbruch, während die 10e Compagnie Feuerschutz gibt, bis sie sich in die Gräben zurückziehen muss. Es ergeht dann der Befehl an die Compagnie das Feuer einzustellen und sich am nächsten Morgen zu versammeln.
Punkt 06:00 Uhr finden die letzten 30 Überlebenden der 10e Compganie unter Capitaine Marzeau zusammen und begeben sich zum P.C. des Bataillons. Schon auf dem Weg begegnen sie den ersten Vietminh in der Stellung, es wird nicht mehr geschossen.
Im P.C. werden sie bereits von den Vietminh empfangen. Noch am gleichen Tag beginnt der lange Marsch zu den Lagern in Richtung Süden.

Der Ausbruch hatte im Chaos geendet. Tatsächlich sind einige Einheiten, insbesondere die Thai noch bis 02:00 Uhr 9 Kilometer südlich von Isabelle gekommen. Andere, darunter die 11e Compagnie des III/3e R.E.I. ist nur einen Kilometer südlich von Isabelle in einen Hinterhalt gefallen. In dem Chaos fiel es beiden Parteien schwer, Freund und Feind auseinander zu halten. Viele der Männer retteten sich zurück nach Isabelle, wo sie am folgenden Morgen gefangen genommen wurden, während andere versuchten, weiter vorwärts zukommen.

Die letzte Nachricht von Isabelle wird um 01:50 Uhr des 08. Mai 1954 aufgenommen, dann gilt auch Isabelle als gefallen.

08. Mai 1954, Der Tag danach

Am nächsten Morgen fiel es den Vietminh nicht leicht, die an die 10.000 Gefangenen verschiedener Nationalitäten, zu sortieren.
Sie wurden in kleinen Gruppen nach Nationalität aufgeteilt und begannen teilweise noch am gleichen Tag ihren langen Weg in die hunderte von Kilometern entfernten Gefangenenlager, aus denen es für einen Großteil kein zurück gab.

Zuvor wurden sie noch als Komparsen für die Propagandafotos der Vietminh genutzt, die einen Tag später Diên Biên Phú in nachgestellt wurden.

Am 08. Mai 1954 in Algerien

Am 08. Mai 1954 lässt Colonel Gardy im Hof der Kaserne von Sidi-Bel-Abbès das 1er R.E.I. antreteten.
Mit bebender Stimme verliest er den Fall von Diên Biên Phú und die Auslöschung der Bataillone der Legion in Diên Biên Phú:
"Le I/13e D.B.L.E. , le III/13e D.B.L.E., le I/2e R.E.I., le III/3e R.E.I., le 1er B.E.P. et le 2e B.E.P. ...aux morts."

09. bis 28. Mai

Für die Vietminh stellte sich nun das Problem der vielen schwer verletzten Gefangenen. Sie hatten keine Möglichkeiten, diese zu versorgen und so wurden vom 13. bis zum 28. Mai 1954 tatsächlich 858 schwer Verwundete aus Diên Biên Phú evakuiert. Dr. Grauwin hatte sie mit seinem Personal bis zuletzt begleitet und um ihre Freilassung gebeten.

Es gab allerdings auch 78 Mann, denen es auf verschiedene Weise in kleinen Gruppen gelungen war, vor oder nach der Gefangennahme zu fliehen und nach tage- und wochenlagem Marsch durch den Dschungel, sich bis zu französischen Linien durchzuschlagen.
Die meisten waren Vietnamesen oder Thai, da sie mit den Umweltbedingungen vertraut waren. Nur wenigen Europäern gelang die Rettung, darunter eine Hand voll Legionäre des III/3e R.E.I. und einem Fallschirmjäger des 1er B.E.P. namens Horst Kienitz.