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Binh Phuoc

1° Bataillon du 3° R.E.I.

April bis November 1946 - Thu Duc in Cochinchina

Das 1° Bataillon du 3° R.E.I. erreicht Indochina am 25. April 1946 auf der gecharterten Johan de Witt.
Über Saigon wird das I/3° R.E.I. auf der Route Coloniale 1 nach Thu Duc verlegt.

In Thu Duc richtet sich der Stab des Bataillons unter Chef de Bataillon Edmond Laimay ein, mit seinem Adjoint Capitaine Paul Pfirrmann und der Compagnie de Commandement von Capitaine Beck.
Von seiner Ankunft im April 1946 ist das I/3° R.E.I. bis November 1946 in dem Sektor vom Thu Duc, nordöstlich von Saigon, zwischen dem Song Saigon und dem Dong Nai, für die Aufrechterhaltung der Ordnung zuständig.

Karte Saigon und Mekong Delta mit Thu Duc (6,2 MB)

Thu Duc

Parade 1946

Foto von Adalbert Appelt, 3° Cie.,I/3° R.E.I.


Anfang Mai 1946 verlässt die 1° Compagnie das I/3° R.E.I. und wird temporär nach Ba Ria, nahe Cap Saint Jacques an der Route Coloniale 15, abgeordnet.

Die anderen Kompanien haben mittlerweile im Sektor Thu Duc ihre Posten bezogen.
Die 2° Compagnie von Capitaine Francois Vieulès in Long Binh, die 3° Compagnie von Capitaine Rousselet und Lieutenant Maurice Viard in Go Gong und die 4° Compagnie von Capitaine Georges Roux und Lieutenant Antoine Mattéi in Xom Ong Do bei Binh Trung.

Die Legionäre verteilen sich auf zahlreiche kleinere Posten und müssen sich, nach einer anfänglichen aber trügerischen Ruhe, an den blutigen Guerillakrieg mit den örtlichen Rebellen gewöhnen.
Gegen einen oft unsichtbaren Gegner, der Straßen und Brücken sabotiert, der Posten, Patrouillen und Versorgungskonvois angreift, hat man aber bald auch die ersten Erfolge.

10. Mai 1946

Foto von Adalbert Appelt, 3° Cie.,I/3° R.E.I.


Es sind vor allem die jungen Offiziere des I/3° R.E.I., die sich den gegnerischen Methoden schnell anpassen.
So gelingt Lieutenant Antoine Mattéi von der 4° Compagnie am 30. Mai 1946 eine Kommandoaktion bei der er versteckt im Dach einer Hütte einer Versammlung der Vietminh beiwohnen kann.

Auch Sous-Lieutenant Roger Faulques aus der 3° Compagnie macht von sich reden, mit erfolgreichen nächtlichen Aktionen gegen die örtlichen Rebellen um seinen Posten in Binh Tung am Dong Ngai. Dabei finden seine Legionäre die ersten unterirdischen Verstecke der Vietminh.
Durch die Angaben eines Gefangenen kann Faulques zudem einen Kommandoposten der Rebellen am gegenüberliegenden Ufer des Dong Nai ausmachen. In einer nächtlichen Aktion mit nur fünf Legionären, kann er sich dort einschleichen, den Anführer gefangennehmen und diverse Dokumente sichern, welche wiederum zu Identifizierungen und Verhaftungen von Kadern der Vietminh führen.

Aspirant Birolet von der 3° Compagnie gelingt am 17. Juni 1946 eine erfolgreiche Aktion auf Binh Tho.
Ähnlich aktiv ist auch Sous-Lieutenant Georges Robin aus der 3° Compagnie.

Ab Mitte Juni 1946 werden Teile der und 2° Compagnie, sowie die Pioniere der C.A.B. 1 in die Region Vinh Long und Ben Tre am Mekong entsandt.
Was wie ein Urlaub beginnt, endet für einige Legionäre tödlich.

Nachdem zwei Sections der C.A.B. 1 unter Capitaine Bovet auf zwei L.C.A. beim Ausbau eines abgelegenen Legionspostens auf der Ile de Minh unterstützen hatten, werden sie auf der Rückfahrt nach Ben Tre in einem Kanal vom Ufer aus heftig beschossen.
Aus der Section Pionniers von Sous-Lieutenant Georges Hamacek wird ein Legionär an seinem F.M. getötet, dazu gibt es mehrere Verletzte. Schwer beschädigt kehren die L.C.A. nach Ben Tre zurück.
Doch weit schwerere Verluste hatten die angreifenden Rebellen. Man spricht von etwa 60 Toten und Verletzten.

Auch die Abordnung der 2° Compagnie verliert einen Mann. Ein Sergent wird beim Besuch eines Marktes auf der Ile de Than Phu hinterrücks umgebracht.
Ende Juni 1946 endet schließlich die Abordnung und man kehrt in den Sektor Thu Duc zurück.

Saigon

14. Juli 1946 - Section Faulques

Foto von Adalbert Appelt, 3° Cie.,I/3° R.E.I.


Im Juli wird die 4° Compagnie von Capitaine Roux nach Di An, nördlich von Thu Duc, verlegt.
Dort gelingt es Lieutenant Mattéi von der 4° Compagnie am 25. Juli 1946, sich mit einem kleinen Kommando als angebliche Deserteure in ein Versteck der Vietminh nahe Binh Phuoc einzuschleichen.

Siehe dazu Binh Phuoc

Im August 1946 greifen Khmer, aus Siam kommend, in der Provinz Siem Reap in Kambodscha an.
Neben Fallschirmjägern, Legionären des II/3° R.E.I. und der 13° D.B.L.E., entsendet auch das I/3° R.E.I. eine Abordnung in Form seines Pelotons unter Lieutenant Gilbert Henry, sowie zwei weitere Sections nach Kambodscha.
In den Tempeln von Angkor Vat kommt es am 13. August 1946 zu einem Gefecht mit den Khmern, die sich dort verschanzt haben.
Es gelingt aber, diese dort auszuheben und schließlich aus Kambodscha zu treiben.

Karte der Region Siem Reap (4,8 MB)

Saigon

Parade 1946

Foto von Adalbert Appelt, 3° Cie.,I/3° R.E.I.


Nach sechs Monaten im Sektor von Thu Duc ist dort bis Ende November 1946 eine relative Ruhe eingekehrt.
In den Führungen der Kompanien hat es bereits erste Veränderungen gegeben, so hat Capitaine Roux die 4° Compagnie verlassen und ist nun Adjoint von Commandant Laimay. Lieutenant Montoya hat die C.C.B. von Capitaine Beck übernommen.

Während die Situtation in Cochinchina insgesamt relativ überschaubar bleibt, spitzt sie sich in Tonkin derweil zu.
Nach einem Zwischenfall am 20. November 1946 in Haiphong verlangen die Franzosen, dass sich die Viemtminh aus der Stadt zurückziehen. Als dies nicht geschieht, beschießen die Franzosen am 23. November 1946 die Stadt. Es gibt hunderte Tote, meist Zivilisten.

Weitere Truppen sind erforderlich und das I/3° R.E.I. ist das erste Bataillon der Legion, welches aus Cochinchina nach Tonkin entsandt wird.
Das I/3° R.E.I. wird auf seinen Posten in Thu Duc abgelöst und in Saigon zusammengezogen.

Saigon

Das I/3° R.E.I. besteigt die Jules Verne

Foto von Adalbert Appelt, 3° Cie.,I/3° R.E.I.


Am 29. November 1946 bricht der Gros des I/3° R.E.I. auf der Jules Verne in Richtung Haiphong in Tonkin auf.
Die C.A.B. 1 folgt wenige Tage später auf der Marechal Foch.

Dezember 1946 - Haiphong in Tonkin

Das I/3° R.E.I. richtet sich ab 03. Dezember 1946 in Haiphong ein. Dort schweigen die Waffen zu diesem Zeitpunkt.
Hunderte Vietminh sind immer noch in und um die der Stadt verschanzt und man hält sich gegenseitig auf Distanz. Die Legionäre bereiten sich allerdings schon auf den Ausbruch des offenen Konflikts vor und üben den Häuserkampf.

In der zerstörten Stadt liefert man sich trotz der Waffenruhe die folgenden zwei Wochen bereits zuhnemend kleinere Schusswechsel.
So beispielsweise am 17. Dezember 1946 an der Brücke von An Khe.

Siehe dazu An Khe

Am 19. Dezember 1946 greifen die Vietminh schließlich offen die französischen Garnisonen in den Städten von Tonkin an.
Insbesondere in Hanoi, Bac Ninh, Phu Lang Thuong und Nam Dinh.

Die ersten Operationen für das I/3° R.E.I. unmittelbar nach dem Angriff der Vietminh haben zunächst das Ziel, die Stadt und die Region von Haiphong zu säubern.
Im eingeübten Häuserkampf sind die eigenen Verluste verglichen mit denen des Gegners gering, fordert aber trotzdem seine Opfer. So fallen am 21. Dezember 1946 der Legionnaire Emile Quarre und 26. Dezember 1946 Lieutenant Charles Weber in An Duong.

Man hat es in Tonkin nun nicht mehr mit Guerillas wie in Cochinchina zu tun, sondern mit kompletten Vietminh-Einheiten, die sich verschanzt haben und den Kämpfen stellen, anstatt nach einem Angriff im Dschungel zu verschwinden.
In den Städten und Dörfern, welche von den Vietminh befreit werden, finden die Legionäre oft nicht mehr, als verbrannte Erde...

Karte des östlichen Deltas mit Haiphong und Kien An (5,9 MB)

Januar bis Februar 1947 - Haiphong

Schnell müssen die Verkehrswege in Tonkin wieder freigemacht werden. So besetzt ein Großteil des I/3° R.E.I. diverse kleine Posten entlang der Zugstrecke zwischen Haiphong und Hanoi.
Täglich muss die Bahnlinie auf versteckte Minen kontrolliert werden. Dabei kommt es vereinzelt zu Gefechten mit den Vietminh, so am 10. Januar 1947, bei dem der Legionnaire Richard Muhlberger getötet wird.
Es ist eine unliebsame Aufgabe, die für das I/3° R.E.I. erst Ende Februar 1947 enden wird.

Haiduong

Brücke über den Song Thai Binh am 02. Januar 1947

Foto von Adalbert Appelt, 3° Cie.,I/3° R.E.I.


Anfang Januar 1947 beschließt das französische Oberkommando, auch die seit 19. Dezember 1946 eingeschlossene Stadt Nam Dinh zu unterstützen.
Vom I/3° R.E.I. beteiligt sich nur die 4° Compagnie an der Operation auf Nam Dinh und verbleibt dort zunächst allein für über zwei Monate.

Siehe dazu Nam Dinh

Unterdessen beteiligen sich Teile des I/3° R.E.I. an örtlichen Operationen. So fahren zwei Kompanien, darunter die C.A.B., zunächst von Haiphong die Küste hinauf, landen in Cam Pha und Hongai, um weiter in Richtung Mon Cay vorzustoßen.
Hier kann man dem Gegner empfindliche Verluste beibringen.

Ende Februar 1947 entsendet die C.A.B. eine Gruppe unter Sergent Dupuis, welche in einer kleinen Flotte von einem L.C.I. mit zwei L.C.M. und L.C.A. den Roten Fluss hinauffährt, um diesen von den Vietminh errichteten Barrieren zu befreien.
Insgesamt drei Bauwerke werden gesprengt, bevor die Flotte nach drei Tagen Hanoi erreicht. Dies war der Auftakt zu der bevorstehenden Operation Djebel.

Karte des Tonkin-Deltas mit Hai Duong und Nam Dinh (6,1 MB)

März bis Juni 1947 - Nam Dinh im Tonkin-Delta

Es ist Anfang März 1947 und in Hanoi wartet bereits der Rest des I/3° R.E.I.
Die Legionäre wurden von ihren Posten abgelöst und in Hanoi gesammelt.
Denn das französische Oberkommando hat sich nun entschlossen, die eingeschlossenen Kräfte in Nam Dinh zu unterstützen.

Ab 08. März 1947 stößt schließlich auch der Rest des I/3° R.E.I. im Rahmen der Operation Djebel nach Nam Dinh vor.
An der Spitze eines großen Konvois, mit Unterstützung von vier Panzern, Half-Tracks, zwei Bulldozern und Artillerie geht es per LKW auf dem Landweg von Hanoi entlang des Roten Flusses in Richtung Süden.

Operation Djebel

Foto von Adalbert Appelt, 3° Cie.,I/3° R.E.I.


Eine kleine Flotte begleitet den Konvoi auf dem Roten Fluss, um gegebenenfalls mit ihren schweren Geschützen zu unterstützen. Doch es kommt nur zu kleineren Scharmützeln mit den Vietminh.
Dabei können allerdings einige Gefangene gemacht werden, darunter auch Japaner, die sich den Vietminh angeschlossen hatten.
Es gibt jedoch auch Verluste, so fällt am 10. März 1947 der Legionnaire Alexander Janik bei Dan Trang.

Die Vietminh beschränken sich aber hauptsächlich darauf, die Straße zu sabotieren und zahlreiche Minen zu verstecken. Dies verlangsamt den Konvoi und die Bulldozer sind ständig gefragt.
Man kann innerhalb von drei Tagen aber schließlich alle Hindernisse überwinden und erreicht die Vororte von Nam Dinh.

Operation Djebel

Foto von Adalbert Appelt, 3° Cie.,I/3° R.E.I.


Am 11. März 1947 wird die belagerte Stadt Nam Dinh durch die Panzer und das I/3° R.E.I. angegriffen. Die Vietminh ziehen sich zur Überraschung aller schnell zurück und flüchten. Gegen geringen Widerstand kann man die Vietminh aus der Stadt vertreiben und zu den Kameraden vordringen. Die eigenen Verluste sind nur gering.

Die 3° Compagnie unterstützt im Rahmen der Eroberung der Stadt noch die Panzer auf der Straße in Richtung Süden. Dort liefert man sich bei der Verfolgung der Vietminh die letzten Gefechte.

Lieutenant Mattéi stößt in Nam Dinh nun wieder zur seiner ausgezehrten 4° Compagnie und übernimmt deren Führung.

Nam Dinh

15. März 1947

Foto von Adalbert Appelt, 3° Cie.,I/3° R.E.I.


In den folgenden Tagen und Wochen geht das I/3° R.E.I. unermüdlich gegen Vietminh in der Region um Nam Dinh vor.
Bei den Operationen kommt es immer wieder zu Widerstand, da sich die Vietminh in zahlreichen Dörfern festgesetzt haben.

Dies fordert stetige Opfer beim I/3° R.E.I. So fallen u.a. am 21. März 1947 die Legionnaires Max Engler und Werner Heigel, am 31. März 1947 der Legionnaire Heinz Atzler. Es folgen am 04. April 1947 der Legionnaire Gerhard Bohm und am 08. April 1947 Caporal-Chef Karl Heger und der Legionnaire René Follot.

Es schließt sich am 11. April 1947 eine Operation auf die Stadt Thai Binh an.
Thai Binh wurde durch die Vietminh stark zerstört. Teile der Bevölkerung nutzen die Ankunft der Legionäre um unter ihrem Schutz nach Nam Dinh zu fliehen.

Siehe dazu Thai Binh

Am 21. April 1947 unternimmt das I/3° R.E.I. eine Landungsoperation auf Ninh Binh. In einem Überraschungsangriff kann auch der Felsen von Ninh Binh eingenommen werden.
Hierbei zeichnet sich insbesondere Sergent Delamarre aus, der im Alleingang einen gegnerischen Bunker einnimmt.
Die Vietminh fliehen in großer Anzahl aus Ninh Binh in Richtung der nahen Kalkfelsen. Es heißt, dass man Ho Chi Minh persönlich auf den Fersen war und nur knapp verfehlt.
Daher stößt ein Kommando des I/3° R.E.I. unter Lieutenant Mattei noch weiter in Richtung Südwesten vor. Die Spur verliert sich jedoch und man kehrt unverrichteter Dinge zurück.

Nam Dinh

Église Saint Nicholas

Foto von Robert R., P.C. du I/3° R.E.I.


Den 30. April 1947 feiert das I/3° R.E.I. in Nam Dinh. Bereits am nächsten Morgen geht es erneut auf Operation, in die Region nordwestlich von Nam Dinh.
Das I/3° R.E.I. landet bei Dam Tanh und marschiert in Richtung Route Coloniale 21. Nach wenigen Kilometern trifft man auf harten Widerstand in Form eines Bataillons der Vietminh. Das Gefecht zieht sich über den ganzen 01. Mai 1947.
Am Ende hat das I/3° R.E.I. acht Gefallene und sieben Verletzte zu beklagen. Darunter Caporal Pierre Macquart und die Legionäre Hans Ewertz und Etienne Kemper.
Doch auch die Vietminh mussten schwere Verluste hinnehmen. Allein an einer Stelle, wo man einer Kompanie der Vietminh den Fluchtweg abschneiden kannt, zählt man 32 Tote.

Noch einige Wochen verbringt das I/3° R.E.I. mit Operationen in der Region von Nam Dinh, Thai Binh und Ninh Binh.
Mitte Juni 1947 wird das I/3° R.E.I. in Nam Dinh durch das I/2° R.E.I. herausgelöst und schließlich nach Hanoi verlegt.

Für die Operationen im Tonkin-Delta wird die Fahne des I/3° R.E.I. mit dem Croix de Guerre mit Palme ausgezeichnet.

Karte des Tonkin-Deltas mit Hai Duong und Nam Dinh (6,1 MB)

Juli bis Oktober 1947 - Hai Duong im Delta

Über Hanoi wird das I/3° R.E.I. nach Hai Duong verlegt. Hier bezieht das Bataillon diverse Posten, vormals des I/2° R.E.I., um die Region und insbesondere die Verkehrswege zu schützen.
So neben der Route Coloniale 5 auch die Bahnstrecke, welche beide Hanoi mit Haiphong verbinden.

Chef de Bataillon Laimay verlässt das I/3° R.E.I. Ende Juni 1947. Es heißt, dass er sich mit der Führung in Hanoi bezüglich der Operationen um Nam Dinh überworfen habe.
Die Leitung des I/3° R.E.I. übernimmt im Juli 1947 Chef de Bataillon Sourlier.
Mit ihm kommen mehrere Offiziere als Renfort in das I/3° R.E.I. So übernimmt Capitaine Cardinal ab 16. Juli 1947 die 2° Compagnie, Lieutenant Benoistel kommt in die C.A.B. und übernimmt dort die Section Mortiers.
Zudem verlässt Capitaine Rousselet die 3° Compagnie, welche nun von Lieutenant Moreau übernommen wird.

Es ist eine relativ ruhige Zeit mit nur kleineren Operationen in der Hai Duong. Doch auch in diesem als befriedet geltendem Sektor gibt es immer wieder Gefechte mit den Rebellen.
So am 26. August 1947, bei dem der Legionnaire Heinrich Siegfried fällt, oder am 23. September 1947 der Legionnaire Richard Richter.

Unterdessen beginnen im September 1947 für die beiden anderen Bataillone des 3° R.E.I. die Operationen in Richtung der chinesischen Grenze im Norden, in das Bergland von Tonkin.
Das I/3° R.E.I. ist aber zunächst noch in den Operationen im Delta, in den Regionen Hai Duong und Ke Sat, eingesetzt.

Die letzte Operation findet am 20. Oktober 1947 statt. Es geht in die Gegend von Nha Khe und Long Xa, einige Kilometer nördlich von Hai Duong, als man plötzlich bei Gia Loc unter heftiges Feuer mehrerer gegnerischer Kompanien gerät.
Es entwickelt sich ein erbittertes Gefecht, welches bis zum Abend andauert. Erst dann fliehen die Vietminh. Man findet allein 70 zurückgelassene Gewehre.
Das I/3° R.E.I., insbesondere die 3° Compagnie, musste einige Verluste hinnehmen. Es werden sechs Tote, darunter Caporal-Chef Henri Souris und die Legionäre Wladislaw Brzuska, Augustin Venzal Belmonte und Jean Pierre Usseglio, sowie 17 Verletzte gezählt.
Von den Verletzten versterben mindestens zwei, Sous-Lieutenant Claude Loranchet-Reverdet und Caporal Victor Lamourette, im Hospital von Haiphong.

Karte des Tonkin-Deltas mit Hai Duong und Nam Dinh (6,1 MB)

November bis Dezember 1947 - Operation Ceinture

Im Anschluss der Operation Léa, die für für viele anderen Einheiten im Oktober begonnen hat, bricht das I/3° R.E.I. als Teil des Groupement H in der Operation Ceinture ab 17. November 1947 aus Hai Duong in Richtung Norden auf.
Die Operation hat zunächst das Ziel, das nördliche Delta vom Gegner zu befreien, um dort im Anschluß die Ordnung wieder herzustellen.

Auf dem Song Thai Binh wird das I/3° R.E.I. zunächst in Richtung Sept Pagodes an der R.C. 18 verschifft.
Die Stadt fällt am 18. November 1947 in die Hände der Legionäre. Man trifft auf keinen nennenswerten Widerstand, die Vietminh sind geflüchtet. Aber auch hier hat der Gegner nur verbrannte Erde hinterlassen.

Nach dem schnellen Erfolg geht es weiter nach Norden...

Siehe dazu Operation Ceinture

Karte der Region mit Bac Ninh, Sept Pagodes, Phu Lang Thuong, Bo Ha und Mo Trang (6,6 MB)

Dezember 1947 - Operation Catherine

Nach Beendigung der Operation Ceinture Mitte Dezember 1947 geht es in der Operation Catherine praktisch nahtlos weiter.

Von Luc Nam am Song Thuong arbeitet sich das I/3° R.E.I. zu Fuß auf der Route Coloniale 13 in Richtung Nordosten vor. Es geht über An Chau zunächst nach Dinh Lap an der Route Coloniale 4.
Von Dinh Lap aus führt die Route Coloniale 4 das I/3° R.E.I. bis Loc Binh. Dort nehmen endlich LKW das Bataillon auf und verbringen es in Richtung Nordwesten bis nach Lang Son.
In Lang Son wird zunächst eine mehrtägige Pause eingelegt.

Karte mit An Chau, Dinh Lap, Loc Binh und Lang Son (6,4 MB)

Kurz vor Weihnachten 1947 geht es führ das I/3° R.E.I. weiter auf der Route Coloniale 4 in Richtung Cao Bang.
Man erreicht That Khe ohne Zwischenfälle. Am 28. Dezember 1947 kommt es 20 Kilometer nördlich von That Khe jedoch zu einem Überfall. Man kann die Gegner in die Flucht schlagen und erreicht schließlich auch Cao Bang.
In Cao Bang gibt es abermals eine Pause von drei Tagen, bis weitere Kräfte des R.I.C.M. eintreffen.

Karte der Region Cao Bang mit der R.C. 3 (5,9 MB)

Januar 1948 - Bac Kan an der R.C. 3

Im Januar 1948 geht es für das I/3° R.E.I. mit den Kameraden des R.I.C.M. weiter, zunächst auf der Route Coloniale 3 in Richtung Westen bis nach Nguyen Binh.
Von Nguyen Binh führt der Weg weiter auf der R.C. 3 in Richtung Süden, bis nach Na Fac. Und von dort weiter über Phu Tong Hoa bis nach Bac Kan.

In Bac Kan, dem vormaligen Sitz von Ho Chi Minh und seines Stabes, ist das Ziel erreicht. Die Stadt wurde erst am 07. Oktober 1947 durch Fallschirmjäger zurückerobert.
Der P.C. des I/3° R.E.I. unter Commandant Sourlier mit der C.C.B. unter Lieutenant Montoya besetzt die Villas auf einem Hügel im Südosten. Dort wird auch eine Batterie 105mm Artillerie installiert, sowie das Lazarett unter Dr. Paul-Henri Grauwin.
Die C.A.B. 1 unter Lieutenant Georges Hamacek bezieht die alte Zitadelle auf einem Hügel am Eingang der Stadt.
Die 1° Compagnie unter Capitaine Henri Grand d´Esnon bezieht Posten im Südosten von Bac Kan, sowie im Umfeld zum Schutz der Stadt.
Neben dem I/3° R.E.I. ist auch ein Peloton des R.I.C.M. in Bac Kan stationiert, welche das I/3° R.E.I. künftig mit ihren Fahrzeugen auf Konvois begleitet.

Die anderen Kompanien des I/3° R.E.I. brechen wieder auf unf besetzen diverse Posten entlang der R.C. 3 in Richtung Cao Bang, auf denen sie das B.M./1° R.I.C. herauslösen.
Die Posten zwischen Bac Kan und Cao Bang müssen durch die Legionäre mit einfachsten Mitteln ausgebaut werden und sind gegen einen starken Gegner in dieser verlassenen Region nur schwach besetzt.

Es gibt bald die ersten Kämpfe. Beispielsweise werden am 12. Januar 1948 während einer nächtlichen Operation der 2° Compagnie in der Region von Phu Tong Hoa neun Gefangene gemacht, sowie Waffen und Dokumente sichergestellt.

Auszeichnung

von Hermann Kiner, 2° Cie., I/3° R.E.I.

vom 12. Januar 1948 (Copyright by Peter Kundera)


Wie die obige Auszeichnung des Legionnaire Hermann Kiner belegt, war dieser maßgeblich am Erfolg der Operation beteiligt, indem er trotz des feindlichen Feuers in die gegenerische Stellung vordrang.

Auch für die Konvois auf der regelmäßig sabotierten und verminten R.C. 3 muss jedes Fortkommen erkämpft werden.
So am Morgen des 29. Januar 1948, als ein Konvoi mit Verletzten aus dem Posten Na Let südlich von Na Fac angegriffen wird.
Eine Section des I/3° R.E.I. aus Phu Tong Hoa unterstützt zusammen mit einem Peloton des R.I.C.M. Nachdem auch die Unterstützungskräfte in einen Hinterhalt geraten, bei dem Lieutant Yves Morillon vom R.I.C.M. fällt, gelingt schließlich der Zusammenschluss mit dem Konvoi und die Verletzen können nach Bac Kan gebracht werden.

Der Posten Na Let selbst, gehalten durch eine Section des I/3° R.E.I., wird in der Nacht des 30. Januar 1948 durch Vietminh schwer attackiert. Zwei Legionäre fallen dabei, darunter Antoine Loubeyre.
Der schlecht zu verteidigenden Posten Na Let wird daraufhin aufgegeben.

Karte der Region Cao Bang mit der R.C. 3 (5,9 MB)

Februar 1948 - Route Coloniale 3

Das I/3° R.E.I. ist im Februar 1948 nun auf zahlreichen Posten entlang der 80 Kilometer des Untersektors Bac Kan an der Route Coloniale 3 verteilt.

Die 2° Compagnie unter Capitaine Hervé Cardinal in Phu Tong Hoa, die 3° Compagnie unter Lieutenant Moreau in Na Fac und Na Let, sowie die 4° Compagnie unter Capitaine Antoine Mattéi in Ban Cao, Ngan Son und Bel Air.
Die Regionen Nguyen Binh und Cao Bang werden vom 23° B.T.A. übernommen, nachdem das I/3° R.E.I. dort zunächst auch noch Posten gestellt hatte.

Die C.A.B. wird im Februar 1948 aufgelöst und in die C.C.B. unter Lieutenant Montoya eingegliedert. Die C.C.B. beteiligt sich an den zahlreichen Patrouillen in der Region und unterstützt bei Zusammenstößen mit dem Gegner.

Im Februar 1948 wird auch der Posten Ban Cao angegriffen. Die Vietminh beschießen den Posten fast die ganze Nacht über, während die Legionäre das Feuer erwidern, bis die Angreifer sich schließlich zurückziehen.
Glücklicherweise gibt es nur zwei Leichtverletzte in den Reihen der 4° Compagnie.

Am 13. Februar 1948 wird in der Region von Na Fac eine gemischten Aufklärungs-
operation unternommen, dabei die Section Caderon der 3° Compagnie.
Gegen Mittag trifft man im Dorf Na Loue auf zwei Sections Vietminh. Das Dorf wird umstellt und angegriffen.
Die Vietminh müssen sich unter zurücklassen von zehn Toten zurückziehen, aber bei der 3° Compagnie fällt der Legionnaire Friedrich Reichardt.

Lieutenant-Colonel Jean Simon übernimmt am 18. Februar 1948 die Führung des 3° R.E.I. und die Kontrolle des Sektors Cao Bang mit der Route Coloniale 3.
Am 20. Februar 1948 kehren die Colonels Royer und Simon von einem Besuch in Bac Kan nach Cao Bang zurück.
Beim Öffnen der Straße, mit Kräften des R.I.C.M. und den Sections Lacazes und Caderon der 3° Compagnie unter der Führung von Lieutenant Viard, kann es südlich von Na Fac am Col de Deo Giang ein Hinterhalt entdeckt werden.

Siehe dazu Col de Deo Giang

Die Vietminh müssen 25 Gefallene zurücklassen. Doch bei dem Gefecht gibt es auch wieder elf eigene Verletzte und einen Toten, darunter vier Verletzte bei der 3° Compagnie des I/3° R.E.I.

Karte der Region Cao Bang mit der R.C. 3 (5,9 MB)

März bis Juni 1948 - Route Coloniale 3

Einen Eindruck über das Leben der Legionäre in der abgelegenen Bergregion vermitteln die Berichte des Legionnaire Adalbert Appelt aus der 3° Compagnie des I/3° R.E.I.

Siehe dazu Na Fac

Am 04. März 1948 trifft es bei Na Fac erneut eine zusammengesetzte Patrouille, bestehend aus einer Section der 3° Compagnie und Kräften des R.I.C.M.
Es gibt zwei Tote, darunter den Chef der Patrouille, Lieutenant Maurice Viard von der 3° Compagnie.

Der Druck in der Region beibt unverändert. Der Posten der 3° Compagnie in Na Fac wird am 13. März 1948 angegriffen, dabei fällt Adjudant-Chef Marcel Caderon.
Phu Tong Hoa trifft es am 15. März 1948 und am 22. März 1948 erneut Na Fac.
Es sind noch eher leichte Angriffe, die aber auch ihre Opfer fordern. Unter den Verletzten ist der Legionnaire Werner Guse welcher am 16. März 1947 seinen Verwundungen erliegt.

Den 31. März 1948 bekommt das I/3° R.E.I. in Bac Kan Besuch von Haute-Commissaire Bollaert.
Er landet gegen 14:30 Uhr mi einer JU52 und wird von Chef de Bataillon Sourlier empfangen. Nach einer Parade von Legionären des I/3° R.E.I. besucht er u.a. den Friedhof, auf dem seit der Einnahme der R.C. 3 bereits 68 frische Gräber hinzugekommen sind.
Trotz stetiger Verluste sind die Erfolge des I/3° R.E.I. aber herausragend. Dies wird auch durch Haute-Commissaire Bollaert hervorgehoben.
Bollaert besucht auch das Lazarett von Bac Kan, seinerzeit unter der Leitung des Medecin-Commandant Dr. Paul Grauwin. Dort dekoriert er zwei Verletzte, Sous-Lieutenant Birolet bekommt das Croix de Chevalier de la Légion d´Honneur und Caporal Westenberger die Médaille Militaire. Am Abend tritt Bollaert den Rückflug nach Hanoi an.
Caporal Willy Westenberger kann Bac Kan nicht mehr verlassen, er erliegt am 01. April 1948 seinen Verletzungen.

Im April 1948 kommt mit Sous-Lieutenant Henri Riou ein neuer Zugführer in die 3° Compagnie des I/3° R.E.I.
Am 11. April 1948 kommt es am Col de Deo Giang zu einem Gefecht. Dabei fallen Caporal Adolf Ballnuss, sowie die Legionnaires Hans Steller und Wolfgang Weiss.

Auszeichnung

von Kurt K., 2° Compagnie, I/3° R.E.I.

für seinen Einsatz als F.M.-Schütze am 01. Mai 1948


Am 01. Mai 1948 fällt ein Konvoi aus Bac Kan vier Kilometer südlich von Phu Tong Hoa in einen Hinterhalt.
Die Eskorte, bestehend aus einem Peloton des R.I.C.M. erleidet fünf Tote und elf Verletzte.
Mit einer Section der 2° Compagnie des I/3° R.E.I. kann man sich zwar erfolgreich behaupten, wie die obige Auszeichnung des Legionnaire Kurt K. belegt. Doch der Legionnaire Charles Pallusseau erliegt am 04. Mai 1948 seinen Verletzungen in Bac Kan.

Den 01. Juni 1948 trifft eine Patrouille der 4° Compagnie unter Sous-Lieutenant Palisser bei Coc Dau auf das Bataillon 55 des 72° Regiment der Vietminh.
Man kann sich durchsetzen und die Vietminh abwehren, doch Sergent Ernest Stein wird bei dem Gefecht getötet.

Unterdessen nimmt der gegnerische Druck auf die Posten des I/3° R.E.I. an der Route Coloniale 3 weiter zu.
Anfang Juni 1948 entdeckt man auf dem Abschnitt zwischen Bac Kan und Phu Tong Hoa, dass die Vietminh in nur einer Nacht auf fünf Kilometern Länge etwa 700 Gräben auf der Straße ausgehoben haben.
Man kann erahnen, welche Kräfte dort am Werk waren.

Im weiteren Verlauf des Juni 1948 wird die 3° Compagnie von Capitaine d´Escalopier übernommen.

Karte der Region Cao Bang mit der R.C. 3 (5,9 MB)

Juli 1948 - Route Coloniale 3

Da der Bereich der Route Coloniale 4 durch französische Kräfte verstärkt wurde, verlagern die Vietminh ihre Aktivitäten nun an die R.C. 3.
Es ist offensichtlich, dass die Verbindung über die R.C. 3 unterbrochen werden soll bzw. bald ein großer Angriff auf einen der Posten bevorsteht.

Dies wird insbesondere klar, nachdem eine Patrouille der 4° Compagnie des I/3° R.E.I. aus Nga Son am 05. Juli 1948 auf einen Trupp Vietminh stößt und entsprechende Dokumente sichern kann.

Am 12. Juli 1948 wird ein kranker Legionär aus Phu Tong Hoa nach Bac Kan evakuiert.
Auf dem Rückweg nach Phu Tong Hoa geraten die Legionäre der 2° Compagnie bei Kilometer 12 in einen Hinterhalt. Es gibt drei Tote und 15 Verletzte, hauptsächlich durch gut platzierte Minen.

Den 16. Juli 1948 trifft ein Telegramm aus Nguyen Binh ein, dass drei gegnerische Bataillon in der Region von Na Chan gesichtet wurden.

Die Situation beginnt sich am 21. Juli 1948 zu verschärfen, als bei einer Operation nahe Bac Kan zwei Gefangene gemacht werden können. Diese verraten, dass sich das Regiment 72 der Vieminh an der R.C. 3, zwischen Bac Kan und Phu Tong Hoa bereit hält.
Eine am gleichen Tag durchgeführte Patrouille der 2° Compagnie in der Gegend von Co Cu, bringt aber keine Erkenntnisse.

Am 22. Juli 1948 unternimmt die 4° Compagnie eine Operation in die Region Van Phai. Die Section von Sous-Lieutenant Palisser aus Nga Son stößt dabei gegen 08:30 Uhr auf ein ganzes Bataillon Vietminh.
Der Rest der 4° Compagnie unter Capitaine Mattéi aus Ban Cao unterstützt schnell und es entwickelt sich ein heftiges zweistündiges Gefecht.
Doch gegen die Übermacht gibt es bald den ersten Toten und mehrere Verletzte, darunter Sous-Lieutenant Palisser. Man muss sich nach Ban Cao zurückziehen.

Der Zustand des Sous-Lieutenants ist kritisch. Capitaine Mattéi entscheidet sich, diesen persönlich nach Cao Bang zu bringen, und trifft bei Kouei Pet erneut auf Widerstand.

Siehe dazu Kouei Pet

Phu Tong Hoa

1948

Foto von Edmund H., 1° Cie., I/3° R.E.I.


Am Abend des 25. Juli 1948 bricht schließlich der Sturm über die das I/3° R.E.I. herein. Die Posten Ban Cao und Ngan Son, gehalten jeweils von einer Section der 4° Companie gehalten, werden schwer attackiert.

Das eigentliche Ziel der Vietminh ist jedoch der Posten von Phu Tong Hoa. Die Legionäre der 2° Compagnie des I/3° R.E.I. in Phu Tong Hoa müssen sich in einem erbitterten Nahkampf gegen eine zehnfache Übermacht der Vietminh behaupten.
Der Kampf fordert 22 Tote, darunter Capitaine Hervé Cardinal und Lieutenant Fernand Charlotton, sowie 33 Verletzte.
Trotzdem kann die 2° Compagnie Phu Tong Hoa halten. Das Gefecht geht in die Geschichte der Legion ein...

Siehe dazu Phu Tong Hoa

Auszeichnung

von Kurt K., 2° Compagnie, I/3° R.E.I.

für seine Leistungen und seine Verwundung in Phu Tong Hoa


Commandant Sourlier
versucht umgehend Phu Tong Hoa zu unterstützen. Bereits während des Angriffs um 21:00 Uhr, bricht eine Kolonne aus Bac Kan in Richtung Phu Tong Hoa auf.
Diese muss aber aufgrund gegnerischer Angriffe auf Bac Kan nach dort zurückkehren.

Ein weiterer Versuch am Morgen des 26. Juli 1948 nach Phu Tong Hoa vorzudringen endet in einem Hinterhalt. Es gibt fünf Tote, darunter Sous-Lieutenant Fontaine. Dazu 17 Verletzte, darunter Capitaine Henri Grand d´Esnon von der 1° Compagnie, er überlebt nur knapp. Lieutenant Georges Hamacek übernimmt daraufhin provisorisch die Führung der 1° Compagnie des I/3° R.E.I.

Von Na Fac aus versucht auch Lieutenant Roger Faulques am Mittag des 26. Juli 1948 mit einigen Legionären der 3° Compagnie, nach Phu Tong Hoa vorzustoßen. Am Col de Deo Giang stößt er auf heftigen Widerstand und wird verletzt. Nach einem einstündigen Gefecht, muss er sich mit einem Toten und fünf weiteren Verletzten zurückziehen.

In den Folgetagen kommt es fast täglich zu Angriffen an der R.C. 3., die sich gegen die Posten und die Kolonne, die aus Cao Bang zur Unterstützung nach Phu Tong Hoa entsandt wird, richten. Es gibt weitere Tote und Verletzte.

Am 28. Juli 1948 erreicht die Kolonne von Lieutenant-Colonel Jean Simon schließlich Phu Tong Hoa.
Die geschwächte 2° Compagnie wird herausgelöst und provisorisch durch eine Compagnie Tirailleurs ersetzt.

Die Kolonne von Lieutenant-Colonel Jean Simon gerät derweil auf dem Rückweg noch mehrmals in Hinterhalte, insbesondere am 31. Juli 1948 bei Na Fac.
Dabei fällt der Legionnaire Egon Rasemann.

Karte der Region Cao Bang mit der R.C. 3 (5,9 MB)

August bis Dezember 1948 - Route Coloniale 3

Im Anschluß der schweren Kämpfe im Juli 1948 wird die angeschlagene 2° Compagnie von Phu Tong Hoa nach Bac Kan verlegt, während die 1° Compagnie Phu Tong Hoa übernimmt.

Obwohl die Kämpfe des Juli 1948 auch bei den Vietminh schwere Verluste gefordert haben und die 4° Compagnie am 04. August 1948 in einem Tal in Richtung Nguyen Binh den Vietminh erneut eine Niederlage beibringen kann, bleibt die Situation an der R.C. 3. angespannt.

Die Kolonne von Lieutenant-Colonel Jean Simon hat gerade am 10. August 1948 den Posten Ban Cao passiert, da wird dieser angegriffen.
Aber eine Section und der P.C. der 4° Compagnie des I/3° R.E.I. können den Posten gegen etwa 600 Vietminh halten.
Es gibt drei Tote und drei Verletzte, Pioniere die nach Ban Cao abgeordnet waren.

Ban Cao

Verpflegungsabwurf

Foto von Hans Kranz, 4° Compagnie, I/3° R.E.I.


Vereinzelt werden die Posten an der R.C. 3 des Nachts beschossen, dabei fällt beispielsweise am 14. August 1948 in Phu Tong Hoa der Legionnaire Herbert Wolff.
Auch Patrouillen stoßen immer wieder auf Widerstand, doch für den Rest des Jahres 1948 erleichtert sich die Situation an der R.C. 3 zunächst wieder etwas.

Trotzdem kommt es beispielsweise am 13. September 1948 bei einer Operation in Richtung Cho Moi, acht Kilometer südlich von Bac Kan zu einem Gefecht.
Dieses kostet das I/3° R.E.I. einen Toten, Caporal Hippolite Tomaszewski, und sieben Verletzte.

Die 2° Compagnie des I/3° R.E.I., welche nach Phu Tong Hoa provisorisch von Sous-Lieutenant Bevalot geführt wurde, wird im Oktober 1948 von Capitaine Max Gaudron übernommen. Sie erhält am 29. Oktober 1948 in Bac Kan den Besuch von Général Blaizot.
Lieutenant Hamacek führt die 1° Compagnie zunächst weiter, wird aber bereits im November 1948 durch Lieutenant Guillemin ersetzt.

Erst am 16. November 1948 erwischt es einen Konvoi auf dem Weg von Cao Bang nach Bac Kan nahe Kouei Pet.
Es gibt drei Tote und vier Verletzte in der Eskorte aus Kräften des R.I.C. und Tirailleurs Algeriens. Die Patrouille der Straßenöffnung aus Ban Cao kann unterstützen.
Der Legionnaire Bier erliegt am 19. November 1948 seinen Verletzungen in Na Fac.

Zu weiteren leichten Angriffen auf Konvois kommt es am 09. Dezember 1948 bei Bel Air und am 14. Dezember 1948 bei Na Fac.
Die Attacken können jedoch ohne große Verluste abgewehrt werden.

Im Dezember 1948 wird Sous-Lieutenant Henri Riou aus der 3° Compagnie des I/3° R.E.I. zum Lieutenant befördert.

Karte der Region Cao Bang mit der R.C. 3 (5,9 MB)

Januar bis August 1949 - Route Coloniale 3

Nachdem Capitaine Mattéi die 4° Compagnie nach einer langen Séjour verlassen hat, wird diese im Januar 1949 von Capitaine Roch übernommen.

Während 1949 der Druck auf die anderen Posten des 3° R.E.I. an der Route Coloniale 4 steigt, sind beim I/3° R.E.I. an der Route Coloniale 3 keine nennenswerten Vorkommnisse zu berichten.
Immer wieder kommt es zwar zu kleinen Angriffen und Gefechten, so fallen beispielsweise am 25. Januar 1949 in Phu Tong Hoa der Legionnaire Kurt Bauda, am 26. Januar 1949 bei Na Fac der Legionnaire Gerhard Kowitz, am 30. Januar 1949 in Bac Kan der Legionnaire Johann Gruber und am 25. Februar 1949 Sergent Guy Lachaume nördlich von Bac Kan an der Route Coloniale 3.
Aber die Konvois haben es hauptsächlich aufgrund der Sabotagen zunehmend schwerer. Nicht nur die 120 Kilometer von Cao Bang nach Bac Kan sind hart, auch die dreihundert Kilometer aus dem Delta über Lang Son und die Route Coloniale 4 bis nach Cao Bang birgen unglaubliche Strapazen und Gefahren.
Ab Anfang 1949 werden die Posten an der Route Coloniale 3 schließlich nur noch aus der Luft versorgt.

Ban Cao

30. April 1949

Foto von Hans Kranz, 4° Compagnie, I/3° R.E.I.


Im Mai 1949 übernimmt Chef de Bataillon Lenoir das I/3° R.E.I. Kurz darauf gibt es auch einen Wechsel in der 1° Compagnie, welche ab Juni 1949 von Capitaine Dejean geführt wird.

Im Juli 1949 unternimmt die 2° Compagnie von Capitaine Gaudron von Bac Kan aus zwei erfolgreiche Operationen auf Versorgungsdepots der Vietminh im Süden von Bac Kan, der Region Luong Kan.

Mittlerweile ist an der Route Coloniale 3 ein verdächtige Ruhe eingekehrt. Es entsteht der Eindruck, dass bald wieder eine große Offensive der Vietminh bevorsteht, wie im Vorjahr um die gleiche Zeit.
Doch zuvor entschließt sich das Oberkommando in Hanoi endlich dazu, die Posten des I/3° R.E.I. an der Route Coloniale 3 aufzugeben, um die Route Coloniale 4 zu verstärken.
Die Präsenz an der Route Coloniale 3 hatte ohnehin ihren Sinn verloren und die Versorgung war höchst schwierig.

In der Operation André im August 1949 werden schließlich die Posten an der Route Coloniale 3 geräumt. Sämtliche Posten werden durch ihre Besatzungen vor dem Verlassen gesprengt.
Bac Kan macht den Anfang am 08. August 1949. Es folgen Phu Tong Hoa am 10. August 1949, Na Fac am 11. August 1949, Ngan Son und Ban Cao am 15. August 1949 und schließlich Bel Air am 17. August 1949.
Bis auf einen nächtlichen Angriff der Vietminh vor dem Abzug aus Ban Cao, welcher vier Tote fordert, gibt es nur wenige Reaktionen des Gegners.
Am 17. August 1949 kommt es nochmals bei Bel Air zu einem Überfall. Sergent Ivan Bzik und der Legionnaire Max Docquier vom I/3° R.E.I. fallen dabei. Hans E., ein deutscher Legionär aus der C.L.T. 2/503, wird verwundet, kann aber sich und seinen LKW retten.

Die Kräfte des I/3° R.E.I. werden zunächst am 20. August 1949 in Cao Bang gesammelt.

Karte der Region Cao Bang mit der R.C. 3 (5,9 MB)

September 1949 - That Khe an der Route Coloniale 4

Im September 1949 ist das I/3° R.E.I. als Interventionseinheit im Raum That Khe eingesetzt. Die und Compagnie sind in Dong Khe stationiert.

Auch nach der Umstrukturierung wächst der Druck auf die Route Coloniale 4 weiter.
Am 03. September 1949 trifft es erneut einen Konvoi am Lung Phai Pass. Es ist grausames Massaker, etwa 100 Menschen werden getötet, darunter zahlreiche Zivilisten. 55 Fahrzeuge werden vom T.D. 174 zerstört. Nur wenigen Überlebenden gelingt die Flucht.
Zwei Kompanien des I/3° R.E.I. waren von Dong Khe aus zur Sicherung an den Col 703 entsandt und an dem Gefecht beteiligt.

Karte der Region Cao Bang mit Dong Khe und That Khe (5,9 MB)

Den 17. September 1949 ist die 2° Compagnie des I/3° R.E.I. auf einer Aufklärungoperation zwischen den Posten Song Ky Cong und Deo Cat eingesetzt.
Man vermutet in der Region jene Vietminh, welche für den Überfall vom 03. September 1949 verantwortlich sind.
Zunächst stößt die 2° Compagnie in einem Dorf auf eine gegnerische Kompanie, welche nach einem kurzem Gefecht die Flucht ergreift.
Bald darauf trifft man im Tal von Ban Nam auf starke gegnerische Kräfte. Es kommt zu einem schweren Gefecht, man muss sich schließlich vor Einbruch der Nacht zurückziehen.
Das I/3° R.E.I. verliert acht Tote, acht Vermisste und drei Verletzte.

Siehe dazu Ban Nam

Es waren drei Bataillone Vietminh, die sich dort für einen erneuten Angriff auf einen Konvoi bereit hielten und sich nun zurückziehen.

Karte der Route Coloniale 4 zw. That Khe und Dong Dang (6,5 MB)

Oktober bis November 1949 - Route Coloniale 4

Anfang Oktober 1949 wird der Stab des I/3° R.E.I. nach Lang Son verlegt. Das I/3° R.E.I. ist derweil mit dem 1° B.E.P. und dem 3° Tabor auf Operation an der Route Coloniale 4.
Man versucht, den Bereich zwischen Lung Vai und Loung Phai von den Vietminh zu säubern.

Lung Vai

Blick auf den Pass

Foto von Hans Kranz, 4° Compagnie, I/3° R.E.I.


Den 05. November 1949 kommt es zu Gefechten bei der Straßenöffnung am Lung Phai, nördlich von That Khe. Das I/3° R.E.I. verliert den Legionnaire Marcel Arix.

Ab 14. November 1949 übernimmt das I/3° R.E.I. zunächst den Bereich zwischen Lang Son und Dong Dang an der Route Coloniale 4 und wird dort auf zahlreiche Posten verteilt. Die und Compagnie sind zunächst weiter in Dong Khe stationiert.

Karte der Route Coloniale 4 zw. Dong Dang und Lang Son (6, 4 MB)

Dezember 1949 - Route Coloniale 4

Mützenbzeichen

eines Nationalchinesen

Als sich im Dezember 1949 die chinesischen Nationalisten über die Grenze nach Vietnam zurückziehen wollen, muss das I/3° R.E.I. seine Posten aufgeben.

Das Bataillon beteiligt sich für mehrere Wochen an der Entwaffnung vieler chinesischer Einheiten und an der Verfolgung jener Einheiten, die sich einer Entwaffnung entziehen wollen.

Siehe dazu Chinoiseries

Legionäre mit Nationalchinesen

Foto von Fritz B., I/3° R.E.I.


Am Ende der chinesischen Tragödie stehen 30.000 entwaffnete Nationalchinesen, welche nach Taiwan evakuiert werden.
Etwa 1.000 Chinesen kamen in den Gefechten ums Leben oder wurden verletzt.
Die Massen an Waffen der Nationalchinesen wurden größtenteils durch die französischen Truppen gesichert, damit sie nicht den Vietminh in die Hände fallen konnten.

Das I/3° R.E.I. hatte bei den gefährlichen Operationen letztlich nur einen Gefallen und sieben Verletzte zu beklagen.

Karte der Region Lang Son und Loc Binh (6, 4 MB)

Januar bis März 1950 - Lang Son an der R.C. 4

Am 06. Januar 1950 sind diese Operationen erfolgreich abgeschlossen und das I/3° R.E.I. kehrt nach Lang Son zurück, wo es als Eingreifreserve für den Sektor bereitgehalten wird.

Capitaine Calvin hat inzwischen ab Januar 1950 Chef de Bataillon Lenoir an der Spitze des I/3° R.E.I. abgelöst. Ihm zur Seite steht Capitaine Gaudron.
Die 1° Compagnie wurde von Lieutenant Tissier und die 4° Compagnie von Capitaine Moreau übernommen.
Die 2° Compagnie wird vom zurückgekehrten Capitaine Antoine Mattéi übernommen. Ihm zur Seite stehen Lieutenant Francois Le Berre, sowie Lieutenant Pierre Jaluzot und Lieutenant Léon.

Für die Zeit als Interventionseinheit sind nur wenige Details bekannt. Vermutlich beteiligt sich das I/3° R.E.I. sogar noch im Januar 1950 an Operationen am Rande des Deltas, in der Region Quang Yen.

Die 2° Compagnie des I/3° R.E.I. ist Anfang des Jahres 1950 u.a. bei einer Operation in der Region von Dinh Lap eingesetzt.

Im März 1950 beteiligt sich das I/3° R.E.I. mit dem II/3° R.E.I. an der Operation Michel in das Tal von Diem He, westlich von Lang Son.
Den April 1950 folgt in der Operation Serpent zusammen mit dem II/3° R.E.I. die Unterstützung bei der Evakuierung des Postens Ba Xam, 20 Kilometer östlich von Lang Son.

Karte der Region Lang Son und Loc Binh (6, 4 MB)

April bis September 1950 - Dong Dang

Im April und Mai 1950 übernimmt das I/3° R.E.I. schließlich wieder feste Posten an der Route Coloniale 4.
Es wird zwischen Dong Dang und That Khe verteilt, wo es das III/3° R.T.A. auf seinen Posten herauslöst.

Die C.C.B. von Lieutenant Denel besetzt die Posten Bac Lam, Tham Lung, Tha Lai und Pac Luong und hat ihren Sitz beim P.C. des I/3° R.E.I. in Dong Dang.
Zusätzlich werden auch die Posten 608, Khau Khe und Bao Lam wieder aufgebaut.

Karte der Route Coloniale 4 zw. Dong Dang und Lang Son (6,4 MB)

Die 2° Compagnie von Capitaine Mattéi folgt mit ihren drei Posten um Na Cham, wie Bo Cung, Col des Ananas , 341, Cap Khe und 327.
Es folgen die Posten Lung Vai und Ban Be, welche von der 1° Compagnie unter Lieutenant Tissier besetzt werden.
Die 3° Compagnie von Capitaine D´Escalopier, bzw. ab Mai 1950 unter Lieutenant Lartigue, liegt weiter in Richtung Norden auf den Posten 41 Ouest, sowie 41 Est und 45.

Karte der Route Coloniale 4 zw. That Khe und Dong Dang (6,5 MB)

Die 4° Compagnie von Capitaine Moreau übernimmt That Khe mit den drei Posten Ben Me, Pont Bascou und Song Ky Cong.

Karte der Region Cao Bang mit Dong Khe und That Khe (5,9 MB)

Dong Dang

Ortseingang

Foto von Fritz B., I/3° R.E.I.


Den Rest des Sommers 1950 ist von dem Ausbau der eigenen Posten und dem Schutz und der Begleitung der Konvois auf der Route Coloniale 4 bestimmt.
Es ist eine relativ ruhige Zeit für das I/3° R.E.I., mit nur wenigen Gefechten.

Allerdings werden die Vietminh an anderer Stelle aktiv. So überfallen sie im Mai 1950 erfolgreich Dong Khe, was durch Fallschirmjäger 3° B.C.C.P. aber wieder eingenommen werden kann.
Kurzfristig werden im Juni 1950 daher weitere Kräfte in die Region entsandt, darunter das II/3° R.E.I. welches als Interventionseinheit in That Khe stationiert wird.

Im Juli 1950 kommt es zu weiteren Führungswechseln im I/3° R.E.I. So wird die 1° Compagnie von Lieutenant Jacques Laurent übernommen und die 3° Compagnie von Lieutenant Lathière-Lavergne.
Lieutenant Lathière-Lavergne muss die Führung der 3° Compagnie jedoch krankheitsbedingt bald wieder abgeben.

September 1950 - Dong Dang

Aufgrund des Mangels an Offizieren übernimmt Sous-Lieutenant Roques, eigentlich Zugführer in der 4° Compagnie, ab 12. September 1950 provisorisch die 3° Compagnie.
Er kommt mit dem letzten Konvoi, welcher die Route Coloniale 4 befahren wird.

Denn im Herbst 1950, als die Offensive der Vietminh auf die Route Coloniale 4 beginnt und Dong Khe am 18. September 1950 fällt, beschließt das französische Oberkommando schließlich die Evakuierung von Cao Bang für Anfang Oktober 1950.
Es entwickelt sich daraus die Räumung der gesamten Route Coloniale 4. Wie viele andere Einheiten, hat auch das I/3° R.E.I. dabei heftige Verluste.

Zunächst werden aber noch mehrere Operationen in der Region Dong Dang durchgeführt. So die Operation Pac vom 22. bis 24. September 1950 in der Gegen von Khau Khe.

Vom 28. bis 30. September 1950 beteiligt sich das I/3° R.E.I. in einer Kampfgruppe unter der Führung von Lieutenant-Colonel Jacquot noch an einer Operation in Region Dong Dang. Dabei trifft man am 29. September 1950 in der Nähe des Poste 608 auf ein Bataillon Vietminh.
Es kommt zu schweren Gefechten, die mindestens einen Toten, den Legionnaire Werner Stolpmann, sowie sechs Vermisste und acht Verletzte fordern. Unter den Schwerverletzten ist auch Lieutenant Denel von der C.C.B. des I/3° R.E.I.

Karte der Route Coloniale 4 zw. Dong Dang und Lang Son (6,4 MB)

Oktober 1950 - Route Coloniale 4

Für das I/3° R.E.I. beginnt das Drama Anfang Oktober 1950. Das T.D. 174 von Colonel Dang Van Viet wird aus Dong Khe abgezogen, um die Route Coloniale 4 südlich von That Khe zu kappen.

Der kleine Poste 41 Ouest wird am frühen Abend des 03. Oktober 1950 durch mehrere Bataillone Vietminh mit Unterstützung schwerer Waffen angriffen.
Die drei kommandierenden Unteroffiziere sind bald alle verletzt.
Ab 23:00 Uhr ist der Poste 41 Ouest nicht mehr zu halten, die Verteidigungsanlagen sind zerschossen und die Vietminh im Posten. Der verletzte Sergent Picco befiehlt die Aufgabe.
Die restliche Besatzung, 30 Legionäre davon viele verletzt, ziehen sich zum Poste 41 Est und zum Posten Ban Be zurück.

Am Abend des 04. Oktober 1950 greifen die Vietminh mit der gleichen Intensität wie am Vortag den Poste 41 Est an.
Man wehrt sich tapfer, aber der Posten wird durch die gegnerischen Geschütze in Stücke geschossen und die Vietminh dringen ein.
Es bleibt nichts anders, als der Rückzug zum Poste 45.

Siehe dazu Poste 41 Est

Sous-Lieutenant Roques sieht keine Sinn darin, den nun isolierten Poste 45 zu verteidigen und entschließt sich, sich in der Nacht mit seinen Männern nach That Khe zurückzuziehen.
Er erreicht das 17 Kilometer entfernte That Khe am Morgen des 05. Oktober 1950 mit nur 84 Mann. Die restlichen 57 Legionäre der 3° Compagnie sind tot oder vermisst.

Den Posten Ban Be unter Lieutenant Brousseau und Lung Vai unter Lieutenant Jacques Laurent, beide 1° Compagnie des I/3° R.E.I., bleibt ein ähnliches Schicksal erspart.
Denn das T.D. 174 wird am 05. Oktober 1950 wieder nach Norden gesandt, um an anderer Stelle anzugreifen. Es bleiben nur schwache Kräfte der Vietminh vor Ort, welche die beiden Posten beschäftigen.

Doch der Posten Bo Cung der 3° Section der 2° Compagnie unter Lieutenant Pierre Jaluzot wird am 06. Oktober 1950 auf eine harte Probe gestellt. Mit Hilfe der Artillerie aus Na Cham kann Bo Cung gehalten werden, die Vietminh haben bittere Verluste.

Siehe dazu http://amalep.free.fr/aalep/anciens/indochine/bocung.htm

Nordöstlich von That Khe überrennen die Vietminh am Morgen des 08. Oktober 1950 den Posten Ben Me, der von einer Section der 4° Compagnie unter Lieutenant Moquais besetzt ist.
Der Posten kann gegen die Übermacht des Gegners nur eine Stunde durchhalten.
Lieutenant Marcel Moquais wird gefangen genommen. Er wird die Gefangenschaft nicht überleben.

Südlich von That Khe kommt am Abend des 09. Oktober 1950 der Posten Song Ky Cong, der von der 4° Compagnie des I/3° R.E.I. gehalten wird, unter Beschuß.

Am Abend des 10. Oktober 1950 beginnt schließlich die Evakuierung von That Khe. Während des Rückzugs deckt die 4° Compagnie des I/3° R.E.I. von Capitaine Moreau am Morgen des 11. Oktober 1950 den Abzug der letzten Einheiten aus That Khe und liefert sich bittere Rückzugsgefechte.
Dann folgt sie der Kolonne zusammen mit dem 3° B.C.C.P. als Nachhut. Bei einem Hinterhalt am Deo Cat wird die 4° Compagnie am Abend des 11. Okober 1950 vom Rest der Nachhut abgeschnitten und die folgenden Stunden komplett aufgerieben.
Capitaine Moreau selbst geht in Gefangenschaft, die für ihn vier Jahre andauern wird.

Die Kolonne aus That Khe wartet derweil den 11. Oktober 1950 noch vergeblich zwischen den Posten Ban Be und Lung Vai der 1° Compagnie des I/3° R.E.I. auf die Nachhut.
Bei Einbruch der Dunkelheit bricht die Kolonne schließlich auf. Die 1° Compagnie gibt ihre Posten auf und führt die Kolonne als Vorhut an.
Die Section von Aspirant Vieugot aus der 3° Compagnie bleibt allein noch bis 22:00 Uhr in Ban Be zurück, dann folgt sie ebenfalls.

Am 12. Oktober 1950 passiert die Kolonne aus That Khe die Posten Bo Cung und Col des Ananas von der 2° Compagnie, welche geräumt werden und sich der Kolonne in Richtung Nam Cham anschließen.

Na Cham

Die Kolonne aus That Khe

Foto aus Privatsammlung


In Na Cham, dem Hauptposten der 2° Compagnie von Capitaine Mattei, warten auch Teile des II/5° R.E.I. um die Kolonne weiter nach Süden zu begleiten.

Capitaine Mattei hält Na Cham entgegen anderslautender Befehle noch bis zum Ende des 13. Oktober 1950, um weiteren Flüchtenden aus Cao Bang und That Khe die Möglichkeit zu geben, die eigenen Linien zu erreichen.

Dann zieht sich auch die 2° Compagnie in Richtung Dong Dang zurück.
Am Morgen des 14. Oktober 1950 werden auf dem Weg auch die Posten 327 und Pac Luong geräumt.
Das II/5° R.E.I. unterstützt dabei von Dong Dang aus.

Dong Dang mit seinen Außenposten wird von der C.C.B. des I/3° R.E.I. noch drei weitere Tage gehalten.
Am Abend des 17. Oktober 1950 werden die Außenposten Tha Lai, 608, Khau Khe und Bao Lam geräumt.
Die Besatzung von Bao Lam, vier Legionäre und zehn Partisanen unter der Führung von Sergent-Chef Willi Sturm, trifft allerdings nicht in Dong Dang ein.
Um 02:00 Uhr, am 18. Oktober 1950, wird Dong Dang schließlich verlassen.

Die letzten Kräfte des I/3° R.E.I. treffen um 03:30 Uhr in Lang Son ein und werden von dort nach Hanoi transportiert.
Am Morgen des 18. Oktober 1950 wird auch Lang Son aufgegeben. Damit ist die gesamte nördliche Route Coloniale 4 geräumt.

Karte der Route Coloniale 4 zw. That Khe und Dong Dang (6,5 MB)

November und Dezember 1950 - Hanoi

Der Rest des 3° R.E.I. sammelt sich bei Hanoi, wo das Regiment Ende 1950 wieder neu aufgestellt wird.
In Dinh Bang, an der R.C. 1 zwischen Hanoi und Bac Ninh wird die neue B.A. des I/3° R.E.I. eingerichtet.

Die Kompanien werden mit Nachschubkräften wieder einsatzbereit gemacht. Die 4° Compagnie des I/3° R.E.I. wird hauptsächlich mit Kräften aus der C.C.R. des 3° R.E.I. aufgefüllt.

Schon im November beginnt das 3° R.E.I., darunter auch das I/3° R.E.I. wieder mit seinen Operationen, zunächst in der Region um Hanoi.

Ab 01. Dezember 1950 wird das komplette Regiment in die Groupe Mobile 5 eingegliedert.
Zum gleichen Zeitpunkt übernimmt Capitaine Jean Nougues provisorisch das I/3° R.E.I.

Das I/3° R.E.I. wird im Dezember 1950 zusammen mit dem II/3° R.E.I. in den Regionen Bac Ninh bis Sept Pagodes, nordöstlich von Hanoi in den Operationen Intermède, Gantlet und Banania eingesetzt.

Karte der Region Hanoi mit Bac Ninh, Sept Pagodes und Phu Lang Thuong (6,6 MB)

Januar bis Oktober 1951 - Groupe Mobile 5 im Delta

Nach der ersten Operation des Jahres 1951, der Operation Étang zwischen dem Canal des Rapides und Hai Duong, übernimmt das I/3° R.E.I. zusammen mit dem II/3° R.E.I. im Rahmen der Schlacht von Vinh Yen ab 14. Januar 1951 defensive Positionen in der Region Bac Ninh.

Nach der Schlacht geht es am 20. Januar 1951 in die Region von Sept Pagodes, wo im Laufe des Jahres zwischen den Operationen Bunker gebaut werden.

Ab 27. Januar 1951 übernimmt Lieutenant-Colonel Laimay das 3° R.E.I. und die G.M.5., von der auch das I/3° R.E.I. weiter ein Teil ist.
Die Führung des I/3° R.E.I. liegt inzwischen bei Commandant Oudot De Dainville.
Capitaine Mattéi verlässt bald darauf die 2° Compagnie, um das neu aufgestellte IV/3° R.E.I. zu führen.

Ab 24. Februar 1951 richtet sich das I/3° R.E.I. in der Region von Phu Lang Thuong, nördlich von Bac Ninh ein.
Es stellt damit praktisch die letzten Außenposten von Hanoi aus nach Norden in Richtung der chinesischen Grenze.
Ab 28. März 1951 wird in Phu Lang Thuong auch der P.C. der G.M. 5 eingerichtet.

Dap Cau

30. April 1951

Foto aus Privatsammlung


Den 30. April 1951 feiert das I/3° R.E.I. das traditionelle Camerone. Lieutenant-Colonel Laimay besucht zunächst die 2° Compagnie, welche auf dem alten Legionsfriedhof in Dap Cau angetreten ist.
Dann besucht er Phu Lang Thuong, wo Abordnungen der anderen Kompanien des I/3° R.E.I. ihm die Ehre erweisen.
Lieutenant Bonhomme aus der 4° Compagnie wird die Ehre zu Teil, während der Parade die Regimentsfahne halten zu dürfen.

Man verbleibt in der Region um Phu Lang Thuong noch bis zum 18. Juni 1951 und errichtet zahlreiche Bunker.

Dann verlegt das I/3° R.E.I. mit dem P.C. der G.M. 5 weiter nach Westen nach Dong Trieu an der Route Coloniale 18.
Das I/3° R.E.I. baut auch in der Region Dong Trieu diverse Posten aus.
So beispielsweise die 2° Compagnie von Captaine De Brauer den Posten Bac Ma.

Es ist eine relativ ruhige Zeit für das I/3° R.E.I., trotzdem gibt es Ausfälle.
So verstirbt am 10. Juli 1951 Lieutenant Pierre Bonhomme aus der 4° Compagnie nach Krankheit im Hospital von Haiphong.

Zwischendurch werden nur kleinere Operationen unternommen, u.a. am 16. August 1951 in der Region Lo Son. Mit dem II/3° R.E.I. wird am 20. August 1951 eine Aufklärungsmission am Nui Dong Mai unternommen.

Dong Trieu

14. September 1951

Foto aus Privatsammlung


Den 14. September 1951 feiert das I/3° R.E.I. die Fête de la fourragère mit einer Parade in Dong Trieu.
Auch Lieutenant-Colonel Laimay besucht das Bataillon an diesem Tag. Diesmal darf Lieutenant Brousseau aus der 1° Compagnie die Fahne des 3° R.E.I. halten.

Den Oktober 1951 werden die Arbeiten um Dong Trieu noch fortgeführt.
Am 04. November 1951 wird das I/3° R.E.I. schließlich in Dong Trieu zusammengeführt. Die Groupe Mobile 5 verlässt die Region.

Karte der Region Dong Trieu an der R.C. 18 (6,4 MB)

November 1951 bis Mai 1952 - Cho Ben

Für das I/3° R.E.I. und das II/3° R.E.I. geht es in den zwei folgenden Tage in die Region von Cho Ben im Südwesten des Deltas im Vorfeld der Operation Tulipe und der Schlacht von Hoa Binh.

Die folgende Zeit bis Mai 1952 verbringen die Bataillone der G.M. 5 in der Region von Cho Ben, im Südwesten des Deltas an der R.P. 21, mit dem Ausbau und dem Halten von Stellungen in der Region.

Das I/3° R.E.I. liegt dabei einige Kilometer weiter in Richtung des Deltas am Song Day und hat weniger Feindkontakt.
In der Region Hoang Thuong wird das I/3° R.E.I. aber am 09. November 1951 von zwei Kompanien Vietminh angegriffen.

Das Jahr 1952 bleibt das I/3° R.E.I. zunächst weiter in der Region von Cho Ben.

Den 17. März 1952 findet in Cho Ben eine Parade statt. Bei diesem Anlass verlässt Capitaine Bouchard das I/3° R.E.I., er hatte das Bataillon zuletzt geführt.

Am 20. März 1952 fallen die Legionäre Leopold Bulant und Julien Revillon nahe Giap Nhi.

Bis Mai 1952 verbleibt das I/3° R.E.I. weiter in der Region von Cho Ben. Am 27. Mai 1952 wird die Region schließlich verlassen.

Karte des südl. Deltas mit Phu Yen und Van Dinh (6,4 MB)

Mai bis Dezember 1952 - Groupe Mobile 5 im Delta

Mit der Operation Kangourou, vom 28. bis 31. Mai 1952, beginnt für das I/3° R.E.I. eine lange Periode als Marschbataillon in der G.M. 5.
Das I/3° R.E.I. wird nun unablässig im Rahmen von größeren Operationen an verschiedenen Ecken des Tonkin-Deltas eingesetzt.
Die Vietminh gehen den Gefechten meist aus dem Weg, doch immer wieder gibt es Verluste, insbesondere durch versteckte Minen.

Die G.M. 5 zieht Anfang Juni 1952 mit dem I/3° R.E.I. zunächst in den südlichen Bereich der Region Van Dinh.
Bis zum Juli 1952 ist das Bataillon u.a. in die Operationen Antilope und Sarigue eingebunden, welche in den Regionen Van Dinh, Phu Ly und Hung Yen stattfinden.
Es kommt dabei am 07. Juni 1952 in den Dörfern Thon Noi und Nhi Khe zu einem schweren Gefecht.

Siehe dazu Van Dinh

Tonkin-Delta

Foto von Friedrich M., 1° Cie., I/3° R.E.I.


Ab 15. August 1952 operiert die G.M. 5 mit weiteren Einheiten, darunter das IV/3° R.E.I., im Rahmen der Operation Boléro in der Region Hai Duong, im Bereich zwischen Nam Sach, Chi Linh und Kinh Mon. Dabei fallen u.a. am 21. August 1952 die Caporaux Gyula Bendik und Wilhelm Vasen, sowie am 29. August 1952 Sergent Rudolf Rauch bei Gefechten in der Region Nam Sach, nördlich von Hai Duong.

Den 08. September 1952 hat das I/3° R.E.I. ein Gefecht in Dong Hue, ebenfalls in der Region Hai Duong.
Dabei fallen u.a. Lieutenant Henri Mazars, sowie der Legionnaire Willi Hoppe.
Am 26. September 1952 fällt Sergent Fernandez Ramos bei Van Chanh.

Im Oktober 1952 befindet sich das I/3° R.E.I. weiter in der Region von Ke Sat bei Hai Duong. Lieutenant Desjeux, seit 1951 an der Spitze der 4° Compagnie, wird am 01. Oktober 1952 zum Capitaine befördert.
Am 21. Oktober 1952 geht es mit der G.M. 5 in den nordwestlichen Bereich des Deltas, nach Ung Hoa. Im Rahmen der Operation Lorraine ist das Bataillon dann zwischen Vietri und Co Tich eingesetzt.

Vom 30. November 1952 bis zum Ende des Jahres ist das I/3° R.E.I. in die Operation Bretagne südlich von Nam Dinh eingebunden.
Die Operation fordert vereinzelte Opfer beim I/3° R.E.I., darunter den Legionnaire Horst Kiehne am 02. Dezember 1952, Sergent Salvatore Caruffo am 04. Dezember 1952 in Ha Thon Karl-Heinz Scholz am 23. Dezember 1952, sowie den Legionnaire Marcel Chassaing am 24. Dezember 1952 bei Kien Trung.

Am 20. Dezember 1952 verlässt die 4° Compagnie des I/3° R.E.I. die G.M. 5, um sich mit dem IV/3° R.E.I. nach zur Basis nach Dinh Bang zu begeben, da das IV/3° R.E.I. aufgelöst und in die vietnamesische Armee eingegliedert werden soll.

Karte des südl. Deltas mit Phu Ly, Hung Yen und Hai Duong (6,4 MB)

Januar bis April 1953 - Groupe Mobile 5 im Delta

Am 07. Januar 1953 stößt die 4° Compagnie wieder zum I/3° R.E.I. in der Region Nam Dinh, wo die Operation Bretagne zu Ende geht.
Den 16. Januar 1953 wird das I/3° R.E.I. in Nam Dinh zusammengezogen.
Von dort bricht es am 18. Januar 1953 in die Region Thai Binh auf.

Ab 20. Januar 1953 ist das I/3° R.E.I. mit der G.M. 5 in der Operation Artois eingebunden, welche bis 24. Januar 1953 in den Regionen Thai Binh und Bui Chu durchgeführt wird.

Tonkin-Delta

Foto von Friedrich M., 1° Cie., I/3° R.E.I.

Unmittelbar darauf schließt sich ab 26. Januar 1953 die Operation Normandie in der Region nordöstlich von Hung Yen an.
Am 30. Januar 1953 findet sich das I/3° R.E.I. in Ninh Giang am Canal des Bambous wieder.

Anfang Februar 1953 ist die G.M. 5 zunächst weiter in der Operation Normandie eingebunden. Dabei kommt am 04. Februar 1953 Sergent Stanislaw Dulik nach einer Minenexplosion ums Leben. Erst am 11. Februar 1953 bricht das I/3° R.E.I. nach Haiphong auf.

Von Haiphong kehrt das Bataillon am 12. Februar 1953 auf seine Basis nach Dinh Bang zurück. Man gewährt dem I/3° R.E.I. eine kurze Ruhepause.

Bereits am 22. Februar 1953 bricht das I/3° R.E.I. in die Region von Nam Sach bei Hai Duong auf. Bis zum 26. Februar 1953 geht es im Rahmen der Operation Nice I durch zahlreiche Dörfer.
Am 27. Februar 1953 verlegt das I/3° R.E.I. nach Sept Pagodes. Von dort beteiligt es sich an der Operation Nice II.

Nach dem Abschluss der Operationen geht es am 03. März 1953 zurück nach Dinh Bang.
Am 09. März 1953 verliert das I/3° R.E.I. in Phu Duc Lieutenant Raymond Guillemin durch eine Mine.

Ab 16. März 1953 ist die G.M. 5 in der Operation Corse in der Region Dong Vai eingebunden.
Den 17. März 1953 wird das I/3° R.E.I. nach Xuan Mai an der R.C. 6 verlegt. Nach Ende der Operation kehrt es am 19. März 1953 nach Dinh Bang zurück.

Am 21. März 1953 bricht das I/3° R.E.I. wieder in den südlichen Bereich des Tonkin-Deltas auf. Ab dem 25. März 1953 ist das I/3° R.E.I. dort mit der G.M. 5 in der Operation Hautes Alpes eingebunden. Es gilt, den Bereich um Phat Diem, Bui Chu und Phuc Nhac zu befrieden.
Den 02. April 1953 legt das I/3° R.E.I. in Phuc Nhac eine Pause ein, doch die Operation wird noch zwei weitere Wochen fortgesetzt.
Erst am 13. April 1953 bricht das I/3° R.E.I. nach Phu Ly auf. Dabei kommt Sergent Barilero bei einer Minenexplosion ums Leben.
Damit endet die Zeit als Marschbataillon.

Karte des südl. Deltas mit Phu Ly, Hung Yen und Hai Duong (6,4 MB)

April bis Mai 1953 - Dong Dinh an der R.P. 60

Nördlich von Phu Ly in Richtung des Song Day nimmt das I/3° R.E.I. in Dong Dinh an der R.P. 60 eine Stellung ein und kontrolliert den Sektor.

Von Dong Dinh aus werden im April und Mai 1953 kleinere Operationen in die Umgebung unternommen.
So am 21. April 1953 auf das Dorf Yen Dong oder am 27. April 1953 zur Versorgung des Postens Yen Vi am Song Day.

Tonkin-Delta

Foto von Willi Queck, 1° Cie., I/3° R.E.I.


Vom 12. bis zum 14. Mai 1953 ist das I/3° R.E.I. mit der G.M. 5 in der Operation Camélia in der Region nördlich von Dong Dinh eingesetzt.

In der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1953 wird der Posten Yen Vi durch das I/3° R.T.M. gegen zwei Bataillone Vietminh gehalten. Dies ist war bereits der dritte Angriff innerhalb weniger Tage auf den Posten.
Das I/3° R.E.I. bricht am 16. Mai 1953 in Richtung des Postens auf und kann sich bis zum 20. Mai nach Yen Vi durchschlagen und der Region etwas Luft verschaffen.
Die Tirailleurs werden durch die Legionäre abgelöst und das I/3° R.E.I. richtet sich bei Yen Vi zu beiden Seiten des Song Day ein.

Siehe dazu Operation Camelia ff.

Aber der Posten Yen Vi wird schließlich am 27. Mai 1953 zerstört und verlassen. Am 31. Mai 1953 bricht das Bataillon in Richtung Van Dinh auf, am 01. Juni 1953 geht es zurück nach Dinh Bang.
Die anderen Einheiten der G.M. 5 verlegen ebenfalls auf ihren Basen.

Karte des südl. Deltas mit Phu Ly, Bai Lam und Duc Khe (6,4 MB)

Juni bis Dezember 1953 - Bac Ninh

Von Dinh Bang verlegt das I/3° R.E.I. am 03. Juni 1953 zur Erholung auf die Halbinsel Do Son.
Nach der Ruhepause, in der u.a. Capitaine Desjeux von der 4° Compagnie das I/3° R.E.I. verlässt, brechen am 16. Juni 1953 die ersten Teile des Bataillons in die Region nördlich von Bac Ninh auf.

Ab 19. Juni 1953 ist das I/3° R.E.I. unter Capitaine Francois Wagner komplett in dem Sektor nördlich von Bac Ninh und richtet sich dort fest in diversen Posten ein.

Bac Ninh

P.A. Thanh Chuc

Foto von Willi Queck, 1° Cie., I/3° R.E.I.


Es beginnt eine verhältnismäßig ruhige Zeit für das I/3° R.E.I. mit dem Leben auf Posten.
Trotzdem gibt es Verluste durch kleinere Gefechte und Minen. So wird am 22. Juni 1953 der Legionnaire Edgar Beier in Thuong Lat getötet.

Im August 1953 wird das I/3° R.E.I. einen Tag vom Journalisten Pierre Ferrari des Service de Presse et d´Information besucht, welcher eine Reportage veröffentlicht, die auch als Heft verlegt wird.

Bac Ninh

August 1953

24 heures au I/3° R.E.I. von Pierre Ferrari


Die Kompanien operieren in der Folge einzeln in der Region, teilweise im B.M. - Bataillon de Marche des Sektors Bac Ninh.
So die 2° Compagnie vom 5. bis zum 10. und vom 12. bis zum 13. September 1953 und die 3° Compagnie am 22. September 1953.

Am 02. Oktober 1953 unternimmt die 2° Compagnie eine Operation nördlich des Song Cau. Den 05. Oktober 1953 unterstützt die 4° Compagnie den Milizposten Xuan Hoa.
Den 08. Oktober 1953 verliert das I/3° R.E.I. Caporal Marcel Crabbe und am 27. Oktober 1953 Sergent Helmut Bartz, welche in Hanoi an zugezogenen Verletzungen versterben.

Am 05. November 1953 operieren die und 2° Compagnie zusammen in der Region Dong Ky.
Auf der Cote 20 in der Region der Pins Parasols wird am 09. November 1953 Sergent Manuel Ruiz Gamez getötet.
Den 17. November 1953 fallen Sergent Roland Theobald, sowie die Legionäre Klaus Gathmann und Arthur Kaminsky bei einem Gefecht in Yen Phu.
Vom 20. bis 28. November 1953 findet die Operation Ventoux am Song Cau statt, an der sich auch das I/3° R.E.I. beteiligt.

Den 19. Dezember 1953 kommt Caporal Rudolf Greilinger zusammen mit den Legionären Lothar Hoppe und Hermann Kock in einem Gefecht bei Thi Cau ums Leben.
Am 21. Dezember 1953 erliegt der Legionnaire Kurt Habeck seinen Verletzungen in Hanoi.

Karte der Region um Bac Ninh (6,6 MB)

Januar bis April 1954 - Bac Ninh

Das I/3° R.E.I. ist Anfang 1954 weiterhin im Bereich nördlich von Bac Ninh eingesetzt, hinzu kommt nun aber auch der südliche Bereich.

Unter Commandant Francois Wagner ist das Bataillon auf 28 Posten verteilt (u.a. Dong Xuyen, Phuong Mao, Dap Cau, Vinh Kieu...), dazu koordiniert es 10 befestigte Dörfer und 15 Posten, die von vietnamesischen Milizen gehalten werden.

Eine Hauptaufgabe ist es, die Verkehrswege von Hanoi nach Phu Lang Thuong über die R.C. 1, nach Phu Luu über die R.P. 16, nach Sept Pagodes über die R.P. 18 und nach Ke Sat über die R.P. 38 zu sichern.

Bac Ninh

unbekannter Posten

Foto von Karl V., 3° Cie., I/3° R.E.I.


Um den Posten Luft zu verschaffen, werden einige Operationen in der Region durchgeführt.
So findet am 14. Januar 1954 eine Operation im Bereich Pins Parasols statt. Den 16. Januar 1954 kommt es in Qua Cam und den 18. Januar 1954 in Trung Mao zu Gefechten. Am 20. Januar 1954 findet eine Operation auf Xa Luan bei Vinh Te statt.
Am 22. Januar 1954 werden die Posten von Thanh Chuc bis Lang Cau angegriffen.
Den 26. Januar 1954 unternimmt man eine weitere Operation, diesmal auf Vinh Te und Dai Lien Ha.

Am 09. Februar 1954 operiert das I/3° R.E.I. mit der G.M. 3 in der Region Trung Son.
Den 16. Februar 1954 wird erneut der Posten Thanh Chuc angegriffen. Darauf wird am 18. Februar 1954 eine Operation in der Biegung des Song Thiep durchgeführt.
Am 22. Februar 1954 kommt es an R.P. 18 bei der Einnahme der Dörfer Hein Long und Dac Vien zu Gefechten, der Legionnaire Arthur Lindner wird getötet. Die Section von Sous-Lieutenant Jean-Marie Selosse von der 4° Compagnie des I/3° R.E.I. zeichnet sich dabei aus.
Den 26. Februar 1954 wird der Posten Dung Vi angegriffen, am 04. März 1954 ist es der Posten Ha Giang.

Bac Ninh

unbekannter Posten

Foto von Karl V., 3° Cie., I/3° R.E.I.


Am 12. März 1954 muss der Posten Hoai Bao unterstützt werden, den gleichen Tag fällt Caporal Bernhard Kreitemeyer bei Lac Trung.
Den 16. März 1954 kommt der Legionnaire Werner Marmulla bei einem Gefecht in Que Tan ums Leben.
Am 26. März 1954 findet wieder eine Operation in den Pins Parasols statt. Am gleichen Tag kommen die Legionäre Hans Ulrich Landefeld und Gunter Wirtz bei einem Überfall auf eine Patrouille des Postens Thanh Chuc ums Leben. Die Patrouille unter Sous-Lieutenant Jean-Marie Selosse von der 4° Compagnie des I/3° R.E.I. kann sich mit ihren Toten und Verletzten zurückziehen.
Den 30. März 1954 fallen Sergent-Chef Otto Jackel, sowie die Legionäre Heinrich Sonnenberg und Martin Strauf bei einem Gefecht in Tien Xa.

Den 02. April 1954 findet eine Operation in der Region im Südosten von Dinh Bang statt, in den Bergen von Trung Son.
Am 07. April 1954 kommt es bei einer Operations in den Pins Parasols zu einem Gefecht, bei dem Capitaine Roger Fourre und Lieutenant Robert Bedel getötet werden.

Die 4° Compagnie wird daraufhin am 08. April 1954 von Lieutenant Pierre Jaluzot übernommen. Er war seit 1953 als Officier de Renseignement wieder beim I/3° R.E.I. und wird die 4° Compagnie die nächsten vier Jahre führen.

Am 11. April 1954 wird der Posten Hoai Bao erneut angegriffen.
Den 28. April 1954 wird wieder eine Operation in den Bergen von Trung Son durchgeführt.
Dabei fällt der Legionnaire Markus Niedermayer. Den 30. April 1954 verstirbt Caporal Josef Messner an den Folgen einer erlittenen Verletzung in Hanoi.

Karte der Region um Bac Ninh (6,6 MB)

April 1954 - Paras des I/3° R.E.I.

Als sich im April 1954 die Lage in Diên Biên Phú zuspitzt, meldet sich das I/3° R.E.I., um komplett über Diên Biên Phú abgesetzt zu werden.

Man wählt schließlich 100 Freiwillige aus, von denen 87 die ärztliche Tauglichkeitsprüfung überstehen und zum Flugplatz Bach Mai verbracht werden.

Sie werden am 23. April 1954 und in der Nacht vom 29. auf den 30. April 1954 über Diên Biên Phú, insbesondere über Isabelle abgesetzt.

Auszeichnung

von Werner R., I/3° R.E.I.

welcher am 30. April 1954 über Isabelle absprang


Ihr mutiger Einsatz ändert aber nichts am Ausgang der Schlacht Diên Biên Phú.
Die Überlebenden der Kämpfe gehen am 08. Mai 1954 in Gefangenschaft der Vietminh, nur wenige werden aus den Lagern zurückkehren.

Mai bis August 1954 - Bac Ninh

Inzwischen gehen die des I/3° R.E.I. Aktivitäten im Raum Bac Ninh weiter, der Druck des Gegners auf das Delta nimmt auch nach dem Fall von Diên Biên Phú weiter zu.

Bei den zahlreichen kleineren Operationen kommt es zu mehreren Gefechten, dazu fallen einige Legionäre versteckten Minen und Fallen zum Opfer.
So findet am 15. Mai 1954 eine Operation am Song Cau statt, am 25. Mai 1954 am Song Thiep.

Jene Dörfer, in denen man auf Widerstand trifft, bleiben im Gedächtnis der Legionäre des I/3° R.E.I.
So fallen beispielsweise am 08. Mai 1954 bei Chu Mau an der R.P. 18 der Legionnaire Ortensio Zampierollo, den 12. Mai 1954 bei Hoi Quan der Legionnaire Bruno Coppi, den 14. Mai 1954 bei Duong Mong Sergent Werner Göschel und den 21. Mai 1954 bei Tieu Son der Legionnaire Joseph Lorente.

Bac Ninh

Défilé

Foto von Karl V., 3° Cie., I/3° R.E.I.


Vom 29. auf den 30. Mai 1954 legt eine Section unter Sergent Eugene Le Tallec einen nächtlichen Hinterhalt bei Hien Luong.
Es gelingt, eine gegnerische Patrouille aufzureiben, in dem Gefecht werden 22 Vietminh getötet. Aber auch Sergent Le Tallec und zwei suppletifs lassen ihr Leben.

Am 05. Juni 1954 wird eine Operation auf Bang Lam durchgeführt. Den 17. Juni 1954 eine Operation in die Region südlich von Vinh Kieu.

Im Juli 1954 nimmt der Druck der Vietminh im Raum Bac Ninh weiter zu.
Den 04. Juli 1954 kommt es zu einem Gefecht bei Tien Kien. Die Legionäre Waldemar Halupczok, Marian Marcowski und Helmut Weckesser werden dabei getötet.

Am 12. Juli 1954 muss der Posten Dung Vi unterstützt werden. Den 14. Juli 1954 unterstützt die Section von Sous-Lieutenant Jean-Marie Selosse von der 4° Compagnie des I/3° R.E.I. aus Than Chuc den nahegelegenen Posten Dinh Son und kann eine gegnerische Gruppe in die Flucht schlagen.
Am 15. Juli 1954 gibt es bei Dai Chu einen Hinterhalt. Den 21. Juli 1954 fallen die Legionäre Gino Carai und Janos Klug bei Dap Cau.

Bac Ninh

Kompanieposten

Foto von Karl V., 3° Cie., I/3° R.E.I.


Den 26. Juli 1954 kommt Caporal Karl Bildt bei einem Gefecht bei Dung Vi ums Leben.
Am 27. Juli 1954 wird der Posten Dung Vi verlassen. Am gleichen Tag wird Caporal-Chef Clement Bigot getötet, nur wenige Minuten vor Inkrafttreten des Waffenstillstandes.
Er wird bei den zahlreichen gefallenen Kameraden auf dem Friedhof des I/3° R.E.I. in Dap Cau / Thi Cau begraben.

Im August 1954 herrscht endlich Waffenstillstand in Tonkin und die Räumung der Region steht bevor.
Vom 06. bis 08. August 1954 verlässt das I/3° R.E.I. schließlich nach 13 Monaten die Region von Bac Ninh.

Karte der Region um Bac Ninh (6,6 MB)

August bis November 1954 - Tonkin-Delta

Es geht zunächst in den Sektor von Ban Yen Nhan an der Route Coloniale 5.

Am 11. August 1954 ist das I/3° R.E.I. mit den anderen Bataillonen des 3° R.E.I. in die neu aufgestellte G.M. 6 eingegliedert.
Es kommt nochmals am 02. September 1954 in Kien Ky und Nac Da zu Zwischenfällen.

Am 08. September 1954 wird das I/3° R.E.I. nach Ke Sat an der Route Coloniale 5 verlegt.
Von dort aus geht es am 07. Oktober 1954 in den Sektor Binh Phien und am 29. Oktober 1954 nach Cuu Vien, wo sich das Bataillon für die Abreise nach Algerien bereit macht.
Einige Legionäre lassen sich in andere Regimenter versetzen, um ihre Zeit in Indochina zu verlängern.

Haiphong

Lecomte de Lisle

Foto von Willi Queck, 1° Cie., I/3° R.E.I.


Am 15. November 1954 ist es schließlich soweit. Das I/3° R.E.I. besteigt im Hafen von Haiphong die Lecomte de Lisle und verlässt den Boden Indochinas.

Es geht zunächst nach Bône in Algerien, wo bereits ein neuer Konflikt auf die Legionäre wartet...