News Danke/Bitte Kontakt/Impressum Disclaimer Sitemap

Phu Tong Hoa

Chinoiseries

Ban Nam

Einleitung

Am 16. September 1949 sollen die und 2° Compagnie des I/3° R.E.I. die Gegend zwischen den Posten Song Ky Cong und Deo Cat erkunden.

Große Verbände der Vietminh werden dort vermutet. Genau jene Bataillone, welche für den schweren Überfall vom 03. September 1949 verantwortlich sind.
Nun muss man diese Region vor der Passage eines Konvois aus That Khe in Richtung Süden absichern. Der Konvoi soll That Khe am 18. September 1949 verlassen.

Die 1° Compagnie und die 2° Compagnie von Capitaine Max Gaudron, begleitet von der Section Pionniers der C.C.B. von Sous-Lieutenant Léon, sowie Lieutenant Droguet, dem Chef der C.C.B., brechen am Nachmittag des 16. September 1949 gegen 15:30 Uhr auf.
Der erste Tag der Operation verläuft noch ohne besondere Vorkommnisse. Man verbringt die Nacht auf dem Piton 8, einem Berg östlich der Route Coloniale 4.

Karte der Route Coloniale 4 zw. That Khe und Dong Dang (6,5 MB)

17. September 1949 - Na Sen

Am Morgen des 17. September 1949 trennen sich die beiden Kompanien. Für die 2° Compagnie geht es ab 06:30 Uhr weiter in Richtung Osten, bis man schließlich das Ufer des Song Ky Cong erreicht.
Unterwegs hat man bereits zahlreiche Fußspuren gesichtet und ist auf mehrere Späher der Vietminh gestoßen, welche alle die Flucht ergriffen haben.
Man ist daher vorgewarnt, dass zahlreiche Vietminh in der Nähe sein müssen und mit Widerstand zu rechnen ist.

Am Ufer des Song Ky Kong stößt man zunächst auf das Dorf Kao Pan. Man findet das Dorf verlassen vor, nimmt allerdings noch einige Silhouetten wahr, die sich in Richtung Süden verflüchtigen.
Die 2° Compagnie setzt den Weg in Richtung Süden am Ufer des Song Ky Cong fort.

Nach einiger Zeit erreicht die Vorhut das Dorf Na Sen, welches nun zu überprüfen gilt. Die 1° Section von Sergent-Chef Lelang stößt schnell auf die ersten Hütten vor, um eine erneute Flucht zu verhindern, eine weitere Section über die rechte Flanke.
Der Rest der 2° Compagnie liegt etwas zurück.

Diesmal ist das Dorf nicht verlassen, die Vietminh haben sich in Na Sen verschanzt und empfangen die Legionäre mit heftigem Beschuss.
Der Légionnaire Erik Sander wird getroffen und erliegt nach wenigen Minuten seiner Verletzung.
Unterdessen entwickelt sich ein kurzes aber heftiges Gefecht um die Hütten. Doch die Vietminh ziehen sich schließlich doch schnell zurück und flüchten. Sie lassen 15 Schwerverletzte und Gefallene zurück.
Bevor der Rest der 2° Compagnie in Na Sen eintrifft, ist das Gefecht vorbei.
Die Vietminh sind aber noch in der Nähe, es kommt zu vereinzelten Schusswechseln mit den Sicherungsposten der Legionäre.

Der Section, welche während des Angriffs über die rechte Flanke des Dorfes vorgestoßen ist, sind zwei flüchtende Vietminh in die Arme gelaufen.
Diese werden vernommen und man erfährt, dass die komplette 674. Kompanie des 74. Regiments der Vietminh in Na Sen lag. Dies belegen auch bei den Toten aufgefundene Dokumente.
Weiterhin gibt einer der Gefangenen an, dass sich sieben Bataillone der Vietminh nahe der Route Coloniale 4 für einen Angriff auf den Konvoi bereit halten. Den genauen Ort wissen sie angeblich nicht, aber es wären nur sieben bis acht Kilometer von Na Sen.

Man vermutet die Vietminh in südwestlicher Richtung, in der Nähe des Posten 45 an der Route Coloniale 4. Es ist dort, wo die 2° Compagnie übernachten soll.
Mit nur einer Kompanie nach dort vorzustoßen wäre Selbstmord. Capitaine Gaudron gibt die Erkenntnisse nach That Khe durch und bekommt schließlich die Erlaubnis, die Operation abzubrechen und auf schnellstem Weg in nordwestlicher Richtung nach That Khe zurückzukehren.

Die Legionäre brechen gegen 15:30 Uhr auf. Die verletzten Vietminh werden versorgt im Dorf zurückgelassen, die beiden Gefangenen nimmt man mit.

Man marschiert zunächst in einer langen Reihe durch den Dschungel. Voran die Section Pionniers von Sous-Lieutenant Léon, es folgen die 2° Section von Lieutenant Lanselle, die 1° Section von Sergent-Chef Lelang, die Groupe de commandement um Capitaine Gaudron und die 3° Section von Lieutenant Le Berre, welche den Gefallenen transportiert.
Der gefallene Légionnaire Erik Sander war ein altgedienter deutschstämmiger Legionär. Er war bereits seit über zehn Jahren in der Legion und hatte während des Zweiten Weltkriegs in Indochina gedient.
Er war F.M.-Schütze in seiner Gruppe und aufgrund seiner Erfahrung sehr geschätzt. Sein Verlust wiegt für die Legionäre der 2° Compagnie besonders schwer.

17. September 1949 - Ban Nam

Gegen 17:00 Uhr erreicht die Kolonne den Eingang zum Tal von Ban Nam.

Das Tal verläuft von Nordwesten nach Südosten, mit einer breiten offenen Ebene in der Talsohle. Flankiert ist das Tal von bewaldeten Höhenzügen und mehren Felsen.
Aus Richtung That Khe kommend, verläuft die Route Coloniale 4 durch die Ebene im Tal, nahe des westlichen Waldrands.

Alles erscheint ruhig und Capitaine Gaudron meldet That Khe den aktuellen Standort. Trotzdem gebietet die Vorsicht, sich aufzuteilen und die Flanken abzusichern.
Zwei Gruppen der Section Pionniers gehen entlang der südlichen, dann entlang der westlichen Flanke durch den Wald vor, voran die Gruppe von Sergent Garcia, mit gewissem Abstand folgt eine Gruppe unter Lieutenant Droguet.
Die 2° Section von Lieutenant Lanselle marschiert entlang der östliche Flanke.
Als schließlich nach einer halben Stunde die Hälfte des Tals seitlich gesichert ist und keine verdächtigen Feststellungen gemeldet werden, stößt der Rest der 2° Compagnie in das Tal und die Spitze der Kolonne erreicht bald die Route Coloniale 4.

Zu diesem Zeitpunkt, es ist gegen 17:30 Uhr, erreicht die 2° Section auf der östlichen Seite des Tals den Fuß eines Felsen, genannt Piton B.
Unmittelbar darauf kommt es dort zu einem heftigen Schusswechsel, die 2° Section ist offenbar auf Vietminh gestoßen und wird schwer angegriffen.
Der Rest der 2° Compagnie auf der Route Coloniale 4 kann die Heftigkeit des Kampfes nur erahnen, die Sicht ist durch die Bäume am Berghang verdeckt.

Doch mit dem Ausbruch des Gefechts auf der östlichen Seite des Tals, beginnt nun auch von der anderen umliegenden Höhen und Felsen der Beschuss auf die Legionäre in der Ebene.
Diese suchen sich Deckung am Rande der Route Coloniale 4, so gut es geht. Doch das Tal bietet nur unzureichende Möglichkeiten.
Das Feuer der Vietminh ist äusserst intensiv und nimmt schnell zu. Neben drei schweren 12,7 mm Maschinengewehren mischt sich bald auch ein verstecktes Berggeschütz in den Kampf ein.

Die Legionäre an der Route Coloniale 4 um Capitaine Gaudron können das Feuer von der Ebene aus nur schwer erwiedern. Die Vietminh haben sich an den bewaldeten Hängen gut positioniert und ziehen schnell den Ring um die Legionäre zu.
Die Legionäre liegen weit verstreut, Teile der 1° Section mit Capitaine Gaudron und einer Gruppe Pioniere unter Sous-Lieutenant Léon liegt nahe des Waldrands. Die 3° Section liegt zurück und ist außer Sicht.
Eine koordinierter Gegenangriff ist unmöglich und erscheint durch die ungedeckte Ebene viel zu riskant. So muss man zunächst liegen bleiben und abwarten, bis das Feuer der Vietminh nachlässt.
Kontakt mit That Khe kann nicht mehr hergestellt werden, das Funkgerät hat einen Treffer abbekommen.

Die 2° Section ist somit auf sich allein gestellt. Am Piton B haben sich zahlreiche Vietminh versteckt, sie beschießen die 2° Section mit automatischen Waffen, als auch mit 81er und 60er Mörsern.
Die Legionäre der 2° Section wehren sich erbittert und mit aller Feuerkraft. Sie wollen den Gegnern suggerieren, dass diese es mit einer weitaus stärkeren Truppe zu tun haben. Es gelingt ihnen sogar, auf dem Höhenzug vorzustoßen und einige Vietminh in die Flucht zu schlagen.
Doch die Vietminh blasen ab 17:50 Uhr ununterbrochen zum Angriff auf die Legionäre, welche sich im Nahkampf verteidigen müssen.
Gegen 18:15 Uhr gelingt es der 2° Section, sich über die Anhöhe etwas in Richtung Norden abzusetzen. Dort ist aber auch ein gegnerisches 12,7mm M.G. installiert.
Doch gegen 18:30 Uhr kann man auch dieses Hindernis umgehen und in Richtung des Piton D vorstoßen, wo man bald auf die Gruppe von Sergent Garcia aus der Section Pionniers trifft.
Gemeinsam zieht man sich in Richtung des nur zwei Kilometer entfernten Postens Song Ky Cong zurück.

Das Gros der 2° Compagnie an der Route Coloniale 4 hält die 2° Section unterdessen bereits für verloren. Es besteht kein Kontakt mehr, auch nicht zur 3° Section und den fehlenden beiden Gruppen Pionieren von Sergent Garcia und Lieutenant Droguet.
Man hat selbst ums Überleben zu kämpfen. Die Vietminh können zwar auf Distanz gehalten werden, doch einzelne Vorstöße der 1° Section in den Wald an der westlichen Talseite bringen nur die Erkenntnis, dass man eingekreist ist.
Offenbar ist man in jenen großen Hinterhalt der Vietminh geraten, den man einige Kilometer weiter südlich vermutet hatte. Es sind keine sieben, schätzungsweise aber doch mindestens zwei Bataillone mit schweren Waffen.
Es dämmert bereits und der Kampf ist seit fast einer Stunde deutlich abgeklungen, die Schusswechsel nur noch sporadisch. Die Legionäre um Capitaine Gaudron sparen ihre Munition für einen Ausbruchversuch auf.
Der Einbruch der Nacht könnte für die Legionäre die Rettung sein.

Um 19:15 Uhr brechen die Legionäre leise in der Dunkelheit auf. Es geht entlang des westlichen Waldrands.
Man erreicht jenen Punkt an der westlichen Talseite, wo die Gruppe von Sergent Garcia vor Beginn des Kampfes zuletzt gesichtet wurde.
Doch dann bemerken die Vietminh die Legionäre und eröffnen erneut das Feuer. Zwischen den Schusswechseln in der Dunkelheit, können sich die Legionäre um Capitaine Gaudron, Sous-Lieutenant Léon und Sergent-Chef Lelang jedoch in den Wald an der westlichen Talseite schlagen, um sich nach Norden abzusetzen.

Gegen 20:15 Uhr erreicht man den Posten Song Ky Cong, wo die Überlebenden der 2° Section um Lieutenant Lanselle und der Gruppe von Sergent Garcia bereits eingetroffen sind.
Insgesamt sind es nur 46 Legionäre und die drei Offiziere, welche aus dem Tal von Ban Nam entkommen konnten.

Der P.C. des I/3° R.E.I. in That Khe ist bereits alarmiert und macht zwei Kompanien mobil, welche umgehend auf Ban Nam vorstoßen sollen.

18. September 1949 - Ban Nam

Im Morgengrauen des 18. September 1949 stoßen die schließlich zwei Kompanien des I/3° R.E.I., voran die Legionäre der 2° Compagnie und der Gruppe Pioniere, über die Route Cloloniale 4 in das Tal von Ban Nam vor.

Die Vietminh sind jedoch bereits verschwunden und haben ihre Toten und Verletzten mitgenommen.
Man trifft nun auf einzelne versprengte und verletzte Legionäre der 2° Compagnie, welche den Vietminh entgehen konnten. Einige Legionäre sind in Gefangenschaft geraten, wie die Überlebenden berichten können.
Aber auch mehrere tote Legionäre und Coolies werden aufgefunden.

Zudem trifft man schließlich auch auf die Gruppe Pioniere um Lieutenant Droguet, welche ober halb ihrer irsprünglichen Position an einem Felsen am westlichen Berghang ausgeharrt hatte und sich dort verteidigen konnte.

Zuletzt stößt man auf die 3° Section um Lieutenant Le Berre. Diese lag bei Ausbruch des Kampfes zurück und konnte sich Verlauf des Gefechts sammeln. Es gelang der 3° Section, einige Positionen der Vietminh am Berghang im Südwesten anzugreifen und die Vietminh in die Flucht zu schlagen.
Als das Gros der 2° Compagnie das Tal bereits verlassen hatte, setzte sich auch die 3° Section gegen 21:30 Uhr ab.
Zunächst in Richtung Westen, um dann am Morgen wieder an die Route Coloniale 4 zurückzukehren.

Gegen 07:00 Uhr haben sich die Legionäre der 2° Compagnie gesammelt, es beginnt die Inspizierung der Stellungen der Vietminh.

Bilanz

Die gesammelten Erkenntnisse lassen drauf schließen, dass drei Bataillone der Vietminh im Tal von Ban Nam lagen. Ausgestattet mit schweren Waffen, darunter ein 65er Berggeschütz.
Man erfährt später, dass die Vietminh in dem Gefecht 36 Gefallene hatten und 45 Verletzte.

Bei der 2° Compagnie des I/3° R.E.I. forderte die Operation acht Tote.
Zwei Unteroffiziere und sechs Legionäre, darunter Caporal Maurice Delpal, sowie die Legionäre Erik Sander, Willi Beckmann und Wilhelm Willheim.
Es gibt acht Vermisste, die entweder gefallen oder in Gefangenschaft geraten sind, darunter der Légionnaire Manfred Gerth.
Von den drei Schwerverletzten versterben mindestens zwei kurz darauf, der Légionnaire Janos Schaffler noch am 18. September 1949 in That Khe.

Das Begräbnis der Gefallenen findet in That Khe statt, die komplette 2° Compagnie des I/3° R.E.I. tritt zu ihren Ehren an.