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1° Bataillon du 3° R.E.I.

An Khe

Binh Phuoc

Einleitung

Lieutenant Antoine Mattei aus der 4° Compagnie des I/3° R.E.I. wird Ende Juli 1946 durch diverse Quellen bekannt, dass sich ein Camp der Vietminh in Gegend um das Dorf Binh Phuoc befinden soll.

Das Camp soll in einer unbewohnten Gegend liegen, in einer Biegung des Song Saigon, westlich der Route Coloniale 13, die an Binh Phuoc vorbeiführt.

Karte Saigon und Mekong Delta mit Thu Duc (6,2 MB)

Capitaine Roux vor Legionären der 4° Compagnie

Foto von Robert R., 4° Compagnie, I/3° R.E.I.


Über den Buschfunk hat Lieutenant Mattei bereits im Vorfeld verbreiten lassen, dass es Legionäre in der Compagnie gibt, die gewillt sind zu den Vietminh überzulaufen.
Dies wird ihm bei seinem Plan helfen.

Für seine Kommandoaktion wählt Lieutenant Mattei die 15 geeignetsten Männer aus seiner Section.
Adjudant-Chef Groshle, Caporal Vanhara, die Legionäre Finkbeiner, Heise, Hell, Mayer, Paraskan, Perkens und Schulze. Dazu fünf Partisanen und seinen Übersetzer Nguyen Van Le.

25. Juli 1946 - Binh Phuoc

Am Morgen des 25. Juli 1946 bricht die Gruppe von Lieutenant Mattei in Richtung Binh Phuoc auf.
Es folgt ein langer und schweisstreibender Tagesmarsch. Erst am Abend treffen die Legionäre in der Gegend von Binh Phuoc ein.

Lieutenant Mattei hat sich die Rangabzeichen abgenommen, um als einfacher Legionär zu gelten. Zusammen mit seinem Übersetzer Nguyen Van Le geben sie sich den örtlichen Bauern als Vorhut einer gemischten Gruppe Deserteure aus, welche von französischen Truppen verfolgt wird.

Einer der Bauern führt die beiden schließlich durch die Felder und eine Siedlung zu einer größeren Hütte. Dort warten sie, bis ein Vietnamesen eintrittt, der sich nach kurzem Gespräch mit Nguyen Van Le als Ho Van Liem vorstellt.
Er weist sich sogar aus als regionaler Deligierter von Nguyen Binh, einem der Führer des Widerstands in Cochinchina.

Ho Van Liem ist den vermeintlichen Deserteuren gegenüber aufgeschlossen. Man einigt sich schließlich darauf, dass die Gruppe der Legionäre hinzustößt und deren Waffen auf dem Tisch der Hütte abgelegt werden.
So passiert es. Die Waffen werden von zwei Vietminh bewacht, verbleiben aber in der in Reichweite der Legionäre.
Die Stimmung entspannt sich und man bringt den Legionären sogar etwas Essen.

Im weiteren Gespräch erläutert Ho Van Liem weiter, dass er der Führer des Bataillon N° 7 sei, einer gut bewaffneten Truppe von etwa 250 Mann.
Als Lieutenant Mattei Interesse zeigt, das Camp der Truppe zu sehen, wird Ho Van Liem etwas zurückhaltender.
Er gibt an, das Camp sei zu weit zum Laufen entfernt. Aber er erklärt sich schließlich bereit, einige nahegelegenen Verstecke zu zeigen.

Und so führt Ho Van Liem den Lieutenant und Nguyen Van Le zu einem Zuckerrohrfeld, wo er ihnen selbstgefertigte Minen und Granaten zeigt, die in der Erde versteckt sind.
Diese würden in sechs verschiedenen Hütten im Umkreis hergestellt und er könne sich vorstellen, die Deserteure in der Produktion einzusetzen.
Er zeigt in einer weiteren Plantage versteckte Bomben aus Phosphor und Salpeter, sowie eine kleine Sanitätsstation, die sich ebenfalls im Umfeld von Binh Phuoc befindet.

26. Juli 1946 - Binh Phuoc

Es bereits 02:00 Uhr nachts, als man in die Hütte von Ho Van Liem zurückkehrt, wo die Legionäre warten.

Nun passiert Nguyen Van Le ein Fehler, er redet Mattei mit "mon Lieutenant" an. Dies hat Ho Van Liem wahrgenommen und schöpft Verdacht.
Es gibt einen kurzen Kampf, in dem Ho Van Liem überwätigt werden kann. Seine zwei Begleiter werden von den Legionären niedergestreckt.

Man will nun die Örtlichkeit schnell verlassen, bevor Verstärkung der Vietminh anrückt.
Lieutenant Mattei lässt die Hütte anzünden. Im Schein des Feuers räumen die Legionäre die Verstecke der Granaten noch leer.
Ho Van Liem soll als Gefangener mitgenommen werden und hatte sich derweil tot gestellt. Er nutzt einen unbeobachteten Moment, um sich plötzlich loszureißen.
Doch bevor er fliehen kann, wird er von einem der Legionäre niedergemacht.

Dann bricht die Gruppe von Lieutenant Mattei auf. Im schnellen Marsch geht es in Richtung des nächsten französischen Postens durch die Nacht.

26. Juli 1946 - Binh Tuen

Der strapaziöse Marsch durch den nächtlichen Dschungel kommt den Legionären endlos vor.
Doch im Morgengrauen, gegen 04:00 Uhr, erreicht die Gruppe schließlich den kleinen Posten Binh Tuen.

Leider verfügt der Posten, besetzt von einem Sergent und fünf Legionären, über kein Funkgerät. Somit kann keine Unterstützung beim I/3° R.E.I. in Thu Duc angefordert werden und die Legionäre von Lieutenant Mattei brechen nach einer zweistündigen Pause gegen 06:30 Uhr wieder auf.

26. Juli 1946 - Binh Chanh

Nach dem anstrengenden Marsch vom Vortag und der Nacht ohne Schlaf, geht es weiter in Richtung Thu Duc.
Man rechnet nach wie vor damit, verfolgt zu werden und tatsächlich hat die Pause in Binh Tuen den Vietminh aus Binh Phuoc Gelegenheit geboten aufzuschließen.

Gegen 09:00 Uhr stößt die Gruppe in der Nähe von Binh Chanh auf einen kleinen Fluss. Auf dem gegenüberliegenden Ufer liegen ein paar frisch verlassene Hütten.
Man bleibt vorsichtig auf seiner Seite des Flusses und bewegt sich in Richtung einer Pagode, wo eine kleinen Brücke über das Gewässer führt.

In diesem Moment fallen Schüsse aus Richtung der Hütten, man ist in einen Hinterhalt geraten. Das heftige Feuer der zahlreichen gut versteckten Vietminh zwingt die Legionäre von Lieutenant Mattei in Deckung zu gehen.
Es entwickelt sich ein Gefecht, bei dem es zunächst gelingt, einen ersten massiven Angriff abzuwehren und einige der Angreifer auszuschalten.
Dem Partisan Kieu gelingt es, sich bis zur Pagode zu bewegen und von dort aus das Feuer des Legionnaire Paraskan und seinem F.M. zu dirigieren.

Doch es gibt bald auch eigene Verluste, der Legionnaire Willi Perkens wird in die Brust getroffen und verstirbt.
Der Legionnaire Franz Finkbeiner reagiert auf die Rufe von offenbar deutschen Deserteuren unter den Vietminh und bekommt einen Bauchschuss ab, der ihn das Leben kostet.

Unterdessen wird die Gruppe der Vietminh immer zahlreicher und macht sich daran, die Legionäre einzukreisen. Verstärkung aus Binh Phuoc trifft offenbar ein und somit sind die Vietminh der Gruppe Legionäre zahlenmäßig bald vielfach überlegen. Man steht einer ganzen Kompanie gegenüber.
Zudem geht die mitgeführte Munition der Legionäre langsam dem Ende zu. Auch der Partisan Kieu wird in der Pagode tödlich getroffen und sackt zusammen.

Gegen 11:30 Uhr, nach mittlerweile zweistündigem Gefecht, bleibt keine andere Wahl mehr, als der Rückzug. Lieutenant Mattei lässt die Waffen der Gefallenen und die in Binh Phuoc aufgefundenen Granaten vernichten.
Dann gibt er mit den Partisanen zusammen Rückendeckung, während sich zunächst die Legionäre durch das Schilf des Flusses absetzen. Dabei wird der Legionnaire Heise noch getroffen und stürzt in den Fluss, man kann ihm nicht mehr helfen.

Dann geben die Legionäre den Partisanen wiederum Feuerschutz und so zieht man sich Stück für Stück zurück.
Schließlich gelingt es den Überlebenden der Gruppe von Lieutenant Mattei sich in den Dschungel abzusetzen.

26. Juli 1946 - Thu Duc

Die Gruppe von Lieutenant Mattei hat Glück. Gegen 12:00 Uhr trifft man auf eine Straße, die Route Coloniale 1, zwischen Saigon und Thu Duc.

Lieutenant Mattei zwingt ein vorbeikommendes ziviles Auto, einen alten Renault Juva 4, anzuhalten. Während seine Gruppe an der Straße die Stellung hält, lässt sich Lieutenant Mattei von dem überraschten Fahrer in das nur wenige Kilometer entfernte Thu Duc fahren, zum Sitz des I/3° R.E.I.

Dort stellt Commandant Laimay umgehend eine Eingreiftruppe zur Verfügung, bestehend aus dem P.E.G. des I/3° R.E.I. unter Lieutenant Gilbert Henry.
Mit der Unterstützung von A.M. geht es gemeinsam zurück in Richtung Binh Chanh.

26. Juli 1946 - Binh Chanh

Bereits gegen 12:30 Uhr trifft die Verstärkung in Binh Chanh ein. Es geht zurück zum Ort des Gefechts, doch die Vietminh haben sich bereits in den Dschungel zurückgezogen.
Sie haben nur ihre Späher zurückgelassen, sowie einen Verletzten der sich noch in einer der Hütten versteckt hatte. Er wird beim Versuch zu fliehen erschossen.

Es gelingt aber nun zumindest die Gefallenen zu bergen. Lediglich die Leiche des Legionnaire Heise kann nicht mehr aufgefunden werden.

27. Juli 1946 - Binh Chanh

Am 27. Juli 1946 durchstreifen die Legionäre von Lieutenant Mattei und Lieutenant Henry die Gegend erneut.

In Go Dau kann man zwei Gefangene machen. Man bekommt heraus, dass die Truppe Vietminh sich in Richtung Binh Chieu abgesetzt hat.
In dem Gefecht mit den Legionären hatten sie offenbar sieben Gefallene verloren. Und durch die Aktion von Lieutenant Mattei ihren Anführer Ho Van Liem.

Diese Truppe wird Anfang August 1946 gestellt und vernichtet.

Capitaine Roux und Lieutenant Mattei

Foto von Robert R., 4° Compagnie, I/3° R.E.I.


Für potentielle Deserteure wird es nach der Aktion von Lieutenant Mattei deutlich schwieriger überzulaufen. Angeblich gibt Nguyen Binh, der Anführer der Vietminh in Cochinchina, sogar den Befehl heraus, Deserteure sofort zu erschießen.

Unterdessen macht sich Lieutenant Mattei mit weiteren erfolgreichen Aktionen im Sektor Thu Duc einen Namen.
Dies bleibt nicht ohne Folgen, ein Kopfgeld von 25.000 Piastern wird auf ihn ausgesetzt.
Doch es gelingt den Vietminh zunächst nicht, Lieutenant Mattei mit herkömmlichen Methoden auszuschalten. Den 24. September 1946 wird er aber durch seinen einheimischen Koch vergiftet.
Lieutenant Mattei überlebt, muss aber den Rest des Jahres im Hospital von Saigon verbringen.