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Song Day

Einleitung

Nach den Fehlschlägen von Vinh Yên und Dông Trieu setzt Giap im Mai 1951 zu einem dritten Versuch an, mit der Masse seiner Streitkräfte in das Tonkin-Delta vorzudringen.
Er wählt dieses Mal den Süden des Deltas aus. Hier bieten die dicht bewachsenen Kalkfelsen westlich das Song Day einen optimalen Ausgangspunkt für seine Offensive.

Entlang einer Front von über 80 Kilometern am Song Day soll der Großangriff stattfinden.
Während die 304. Division Phu Ly und die 308. Division Ninh Binh angreifen und damit die französischen Truppen massiv zu binden versuchen, soll die 320. Division weiter südlich vorstoßen und die französischen Posten zwischen Ninh Binh, Phat Diem und dem Meer überrennen.
Gleichzeitig sollen die Regimenter 42 und 64 im Rücken der Franzosen im Delta operieren und deren Nachschubwege abschnüren.

Während sich Ende Mai 1951 das Regiment 64 der Division 320 in das Delta infiltriert und mit dem in der Region operierenden Regiment 42 verbindet, nehmen die beteiligten Divisionen ihre Ausgangspunkt ein.
Die 304. Division bei Chi Ne, die 308. Division bei Phu Nho Quan und die 320. Division vor Phat Diem.

Karte des südlichen Deltas und der Region um den Song Day mit Phu Ly, Ninh Binh und Phat Diem (6,1 MB)

28. auf 29. Mai 1951 - Großangriff der Vietminh

In der Nacht vom 28. auf den 29. Mai 1951 beginnt der für die französischen Truppen überraschende Großangriff.

Bei Phu Ly überquert die 304. Division den Song Day, überrennt die Posten Co Vien und Hong Cong und schneidet die Straßenverbindung zwischen Nam Dinh und Phu Ly ab.

Die 320. Division nimmt bei Phat Diem den Posten Co Da ein und umzingelt den Posten Coi Tre.

Am heftigsten trifft es die Region Ninh Binh. Es gelingt der Masse der 308. Division bis in die Stadt Ninh Binh einzudringen und die letzten Verteidiger in Form des Marinekommandos Francois in der katholischen Kathedrale einzuschließen und zu massakrieren.
Das Regiment 102 stößt unterdessen südlich von Ninh Binh über die Posten Ky Cau, Gia Kanh und Lan Khe vor.

29. Mai 1951 - französische Reaktion

Trotz der Überraschung folgt die Reaktion der Franzosen am Morgen des 29. Mai 1951.
So verhindert eine Escadron Crabes einen weiteren Vorstoß bei Doan Vy, zwischen Phu Ly und Ninh Binh.

Von Nam Dinh aus stößt eine erste Angriffsgruppe, bestehend aus dem B.M./1er R.C.C., zwei Marinekommandos und einer Artilleriebatterie, über den Namh Dinh Giang auf den Schiffen des Dinassaut 3 in Richtung Ninh Binh vor.
Am Mittag geht die Gruppe bei Yen Phuc an Land und das B.M./1er R.C.C. nimmt blockierende Positionen auf den Kalkfelsen südöstlich von Ninh Binh ein.

29. auf 30. Mai 1951 - Ninh Binh

In der Nacht vom 29. auf den 30. Mai 1951 nehmen die Vietminh die Kalkfelsen auf denen die Escadronen des B.M./1er R.C.C. Stellung bezogen haben unter heftigen Beschuss mit schweren Waffen.
Gegen 04:00 Uhr bricht ein Infanterieangriff auf die Kalkfelsen ein, an dem sich sieben Bataillone der Vietminh beteiligen.

Gegen 06:00 Uhr haben sich die Vietminh bis zum Fuß des westlichen Felsens vorgekämpft, auf dem sich die 8e Escadron verteidigt.
Der südliche Felsen, besetzt durch die 6e Escadron, kann den anstürmenden Massen nicht standhalten und fällt.

Um 07:00 Uhr greift das komplette Regiment 88 in den Kampf um den westlichen Felsen ein, wo sich noch etwa 80 Überlebende der 8e Escadron verteidigen.
Alle zehn Minuten gibt es eine neue Angriffswelle, bis man eine Stunde später im Nahkampf die Viemtinh zunächst zurückschlagen kann.

Die Situation ist aussichtlos, als gegen 10:00 Uhr das rettende Commando Vandenberghe den Felsen erreicht.
Der Gegenangriff des Commandos Vandenberghe gibt die nötige Zeit, welche die G.M. 1 braucht, um Ninh Binh zu erreichen.

Gegen Mittag erreichen zwei Tabors der G.M. 1 die Felsen und können mit massiver Hilfe der Artillerie und der Luftwaffe den Gegner in die Flucht schlagen.
Über 400 Tote lassen die Vietminh an den beiden Kalkfelsen zurück.

Unter den französischen Toten befindet sich der junge französische Lieutenant Bernard De Lattre De Tassigny. Es ist den Sohn des Oberbefehlshabers in Indochina, General Jean De Lattre De Tassigny.
Es heißt, dass dieser den Verlust seines Sohnes nicht überwinden konnte. Jedenfalls erkrankte General De Lattre bald darauf an Krebs und musste Indochina verlassen. Er verstarb im Januar 1952 in Frankreich.

30. Mai 1951 - Ninh Binh, Nam Dinh und Phu Ly

Da sich das Epizentrum der Offensive am Song Day um Ninh Binh herausgebildet hat, springt am Morgen des 30. Mai 1951 auch das 7e B.P.C. über Dang Dong, nahe Ninh Binh ab.
In Eile verlegt das 7e B.P.C. zum Posten Yen Phu, der in der vorangegangenen Nacht überrannt wurde.

Unterdessen stößt die 7e C.I.P. am Ostufer des Song Day auf etwa ein Regiment Viemtinh und muss ihr Landungsmanöver abbrechen.

Das 2e B.P.C. springt derweil über Thai Binh ab, während das 1er B.E.P. welches gerade in Nam Dinh eingetroffen war, in Richtung Phat Diem vorstößt.

Gleichzeitig verlegt das 2e B.E.P. mit der G.M. 4 nach Phu Ly, um die dortige Region zu unterstützen.

Innerhalb von 48 Stunden nach dem ersten Angriff sind nun starke französische Kräfte an den neuralgischen Punkten.
Der Großteil der Vietminh zieht sich daraufhin am 01. Juni 1951 über den Song Day nach Westen zurück.

Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt, es kommt immer wieder zu einzelnen Gefechten.

04. bis 07. Juni 1951 - Ninh Binh und Yen Cu Ha

Am 04. Juni 1951 gehen die Vietminh erneut in die Offensive, in der Region südöstlich von Ninh Binh.

In der Nacht vom 04. auf den 05. Juni 1951 greifen sie mit dem Regiment 88 den Posten Yen Cu Ha an, der nur von einer Compagnie Partisanen, unterstützt vom Commando Romary, gehalten wird.
Doch der Posten kann sich halten, bis am Morgen das 7e B.P.C. zur Verstärkung eintrifft. Trotzdem dauert es weitere fünf Stunden erbitterten Kampf, bis die Vietminh sich zurückziehen.

In den folgenden Nächten attackieren die Vietminh aber erneut Posten in der Region.

In der Nacht vom 06. auf den 07. Juni 1951 versuchen die Vietminh sich ein zweites Mal an Yen Cu Ha, mittlerweile von der 13e Compagnie des 7e B.P.C. besetzt.
Doch auch das Regiment 36, unterstützt von einem Bataillon des Regiments 102, beißt sich die Zähne aus und muss sich am Morgen unter dem Feuer eines auf dem Song Day herangeeilten LSSL zurückziehen.
Knapp hundert Vietminh mussten den Angriff mit ihrem Leben bezahlen.

Nach der erneuten Niederlage verstummen zwar zunächst die Angriffe der Vietminh, doch sie sind noch in der Region und müssen aufgespürt werden.

Juni 1951 - zwischen Ninh Binh und Phat Diem

Auch das 2e B.E.P. wird im Rahmen der zweiten Offensive am Song Day im Bereich zwischen Ninh Binh und Phat Diem eingesetzt.

Am 07. Juni 1951 wird das Bataillon von Phat Diem aus zunächst vier Kilometer nördlich nach Duc Hau verbracht. Von dort geht es zu Fuß weiter nach Norden, in grobe Richtung Ninh Binh und Yen Cu Ha.
Gegen 14:00 Uhr stößt die 5e Compagnie bei Co Da auf zahlreiche Vietminh, welche sich dort verschanzt haben.
Mit Hilfe der 2e C.I.P.L.E. hält die 5e Compagnie den Kontakt zum Gegner und stößt auf Co Da vor. Dabei werden sie von Kampfflugzeugen unterstützt.
Die Gegner fliehen in Richtung der rettenden Kalkfelsen im Westen, die anderen Kompanien des 2e B.E.P. versuchen den Weg abzuschneiden und sichern den Rückzug der 5e Compagnie und der 2e C.I.P.L.E.
Gegen 20:00 Uhr sind die Kampfhandlungen beendet und man campiert zwischen Duc Hau und Duyen Phuc.
Es werden 57 gefallene Vietminh gezählt, zahlreiche Waffen werden sichergestellt.
Das 2e B.E.P. hat fünf Gefallene und zahlreiche Verletzte.

Die Operationen setzen sich auch in den folgenden Tagen in der Region zwischen Ninh Binh und Phat Diem fort.
Am 13. und 14. Juni 1951 beteiligen sich das 2e B.E.P. sowie das 1er B.E.P. an Operationen um Phuc Nhac.

Den ganzen Juni 1951 über versuchen die französischen Einheiten in unermüdlichen Operationen noch, die in jener Region in das Delta infiltrierten Vietminh aufzuspüren.
Größtenteils ohne Erfolg, da die Gegner den Gefechten aus dem Weg gehen.

Bilanz

Giap hat ein wichtiges Ziel erreicht, mehrere komplette Bataillone sind bis in die Regionen von Thai Binh und Hung Yen eingedrungen und können dort operieren.

Die französischen Truppen sind daher auch in den nächsten Monaten in großen Operationen gefordert, diese Einheiten aufzuspüren.

Insgesamt ist die Schlacht am Song Day jedoch als Niederlage für Giap zu werten.
Über 1000 Vietminh ließen ihr Leben, mehrere hundert Vietminh wurden verletzt und über 150 Vietminh wurden gefangen genommen.

Es bleibt die letzte Offensive von Giap auf das Delta.