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Cao Lanh

Ba Dua

Einleitung

Im Dezember 1946 ist die 11° Compagnie des III/3° R.E.I. von Capitaine De Nanteuil im Untersektor Cai Lay, am südlichen Rand der Plaine des Joncs, stationiert.

Während sich der P.C. der Kompanie in Cai Lay befindet, sind die Legionäre auf zahlreichen Posten verteilt.
Einer der Posten ist Ba Dua, etwa neun Kilometer südlich von Cai Lay, nahe des Mekong. Der Posten ist erst seit ca. zwei Monaten besetzt. Er befindet sich vor dem gleichnamigen Dorf und war früher eine Schule. Auf dem Dach haben die Legionäre einen Wachturm errichtet.
Die Besatzung von Ba Dua besteht aus einer Gruppe Legionäre und Partisanen, unter der Führung von Sergent E.

Als die bislang bestehende Waffenruhe am 19. Dezember 1946 durch die Vietminh gebrochen wird, ahnt man in Ba Dua noch nichts davon.
Am Morgen des 20. Dezember 1946, gegen 08:30 Uhr, macht sich Sergent E. für eine Patrouille in Richtung des Mekong bereit.
Es begleiten ihn die Legionäre T., Z. und R., sowie fünf Partisanen.

Die Patrouille verlässt gegen 09:00 Uhr den Posten in Richtung Osten. An der ersten Kreuzung nimmt den Weg nach Süden.

Karte Saigon und östliches Mekong Delta mit Cai Lay und Ba Dua (6,2 MB)

20. Dezember 1946 - Ba Dua

Plötzlich nimmt man aus gewisser Entfernung mehrere bewaffnete Männer wahr, welche die Straße überqueren und sich in die Büsche schlagen.
Man geht vorsichtig zu beiden Seiten der Straße weiter und sieht ca. 300 Meter voraus etwa zehn weitere Bewaffnete, welche eine Brücke überqueren und neben der Straße in Stellung gehen.
Die Legionäre reagieren prompt und zwei der Vietminh gehen getroffen zu Boden.

Unter dem Feuer der übrigen Vietminh geht die Gruppe noch ein Stück vor, dann trennt man sich. Denn die Vietminh an der Brücke sind sehr stark und haben zwei Maschinengewehre an der Brücke in Stellung gebracht. Während die Legionäre T. und R. mit drei Partisanen weiter an der Straße vorgehen, macht Sergent E. mit Z. und zwei Partisanen einen Bogen, um die Vietminh von der linken Flanke aus anzugreifen.

Zunächst muss Sergent E. einen Bach überqueren, der parallel zum Weg verläuft. Dann geht es weiter durch den Busch, als plötzlich von links geschossen wird.
Z. fällt getroffen zu Boden. Er ist am Fuß verwundet und kann nicht mehr aufstehen.
In dieser Situation kann Sergent E. nicht mehr weiter vordringen. Während er Feuerschutz gibt, ziehen die beiden Partisanen den verletzten Z. in eine verlassene Hütte in der Nähe.
Dort finden sie eine Hängematte und können Z. darin unterbringen, um ihn zu tragen.

Es geht nun zurück zum Weg, als die kleine Gruppe von Sergent E. nun plötzlich durch Schüsse von vorne gestoppt wird. Man ist nun von zwei Seiten eingeschlossen, denn von hinten drängen die Verfolger nach.
Glücklicherweise ist man bereits etwa auf der Höhe der Kameraden an der Straße. Sergent E. muss durch den Bach, doch als er das Ufer erreicht, kommt er unter schweres Feuer.
Seine beiden Partisanen folgen ihm in Deckung, doch der Beschuss setzt sich fort.

Drei Vietminh tauchen auf, können aber niedergeschossen werden. Allerdings kann man sich zu dritt mit dem Verletzten nicht lange aufhalten, bevor man komplett umzingelt wird.
Es bleibt kein anderer Weg, als durch den Bach bis an das andere Ufer zu tauchen. Ein Stück höher gelingt Sergent E. dieses tatsächlich, ohne von den Vietminh weiter beschossen zu werden.
Die zwei Partisanen flogen mit dem Verletzten, verlieren dabei aber die Hängematte.

Für die letzten 200 Meter bis zur Staße braucht man mit dem Verletzten daher über eine Viertelstunde. Dort erreicht man schließlich R. und T. mit den drei übrigen Partisanen.
R. ist mittlerweile auch verletzt, kann aber noch Laufen.
Zusammen macht sich die Gruppe auf den Rückweg zum etwa einen Kilometer entfernten Posten Ba Dua.

Im Posten hat Caporal-Chef E. die Schusswechsel mitbekommen und bereits die Legionäre W. und L. zur Aufklärung in Richtung der Gruppe von Sergent E. geschickt. Er bleibt mit den letzten beiden Legionäre und vier Partisanen zurück, um den Posten zu halten.
Doch W. und L. kommen unweit des Postens ebenfalls unter Feuer. Es gelingt ihnen jedoch, das gegenerische M.G. auszuschalten. L. wird dabei verletzt.
Ohne es zu wissen, haben sie damit vermutlich Sergent E. das Leben gerettet, denn es war jenes M.G., was ihn unter Beschuss genommen hatte.

Sergent E. ist mit seiner Gruppe mittlerweile auf dem Rückweg zum Posten. Doch mit dem Verletzten und unter dem Beschuss der Vietminh kommt man in einer halben Stunde nicht weiter als maximal 300 Meter. Es bleibt keine andere Wahl, als Z. unter Pflanzen versteckt zurückzulassen, um ihn später zu holen.
In Schusswechseln mit den Vietminh gelingt so aber bis um 10:30 Uhr der Rückzug bis in Sichtweite des Postens. Von dort kann man der Gruppe von Sergent E. nun Feuerschutz geben und die Vietminh stoppen.

Im Posten nimmt Sergent E. Munition auf und kehrt umgehend mit den übrigen beiden Legionäre und den vier Partisanen in den Dschungel zurück, um Z. zu holen.
In Schussweite des Postens geht es schnell voran, doch dann trifft man erneut auf Widerstand und kommt nicht mehr weiter.
Glücklicherweise wird man vom Posten aus darauf aufmerksam gemacht, dass Z. es bis in die Nähe geschafft hat. Tatsächlich findet man ihn nur 50 Meter weiter.
Er hatte es geschafft, sich unbemerkt von den Vietminh bis zu dieser Stelle zu robben.

Nachwort

Die Patrouille von Sergent E. kann den Legionär Z. schließlich in den Posten von Ba Dua bringen.
Dort treffen am Nachmittag Unterstützungskräfte ein, doch die Vietminh greifen den Posten nicht an, sondern ziehen sich zurück.

Z. kann mit den anderen Verletzten nach My Tho ins Hospital evakuiert werden. Aufgrund seiner Verletzung kann er seinen Dienst in der Legion nicht mehr fortsetzen und wird nach Frankreich verschifft.
Die anderen Verletzten kehren bald wieder in ihre Gruppe zurück.

Caporal-Chef E. wird zusammen mit L. am 22. Januar 1947 bei An Huu getötet.
Den gleichen Tag werden T. und V., zusammen mit mehreren Kameraden der 11° Compagnie des III/3° R.E.I., bei einem Überfall auf einen Konvoi bei An Thai Dong vermisst.